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Spezialisierung und Konzentration als Erfolgsweg

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03.11.2008 Chemie-, Pharma- wie Maschinen- und Elektroindustrie sind die wesentlichen Träger des schweizer Bruttoinlandsprodukts. Die Exporte des Landes stellen beachtenswerte Marktanteile im weltweiten Handel, wobei wichtigster Handelspartner der schweizer Hersteller Vertragspartner aus Deutschland sind. Dem Wettbewerb begegnet die Chemie- und Pharmaindustrie mit Konzentration und Spezialisierung.

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Der Weltumsatz der „top ten“ Chemie- und Pharmaunternehmen in der Schweiz zeigt die Produktschwerpunkte deutlich

Die Chemie- und Pharmabranche stehe vor einem Paradigmenwechsel an den internationalen Märkten. Zu dem Schluss kommt eine Analyse der Managementberatung Celerent Consulting mit dem Titel „Process Excellence in der Chemie- und Pharmabranche 2008“. In der Pharmaindustrie steigt der Preisdruck auf Arzneimittel, Forschungs- und Entwicklungsaufgaben werden stetig teuerer, die Konkurrenz durch Generikahersteller wächst und nicht zuletzt laufen in absehbarer Zeit Patente für wichtige Block-Buster aus. Um im Wettlauf die Nase vorn zu behalten, investieren viele Pharmahersteller verstärkt nun nicht nur in die Patentierung von Wirkstoffen, sondern lassen auch Prozesse patentieren. In den vergangenen Jahren bei guter Konjunktur begegnete die Chemieindustrie dem Wettlauf mit der Konzentration auf das Kerngeschäft. Nun gilt der nächste Schritt dem Größenwachstum und der Expansion ins wachstumsträchtige Asien, heißt es in der Studie. Das Angebot der BASF an die Ciba-Aktionäre ist demnach eine weitere logische Folge des Spezialisierungs- und Expansionstrends. Selbst ein Produzent von Massenchemikalien wie die BASF will so das Portfolio der Spezialitätenchemie und damit seine Marktposition ausbauen. „Die Ciba nimmt insbesondere mit ihrem Portfolio bei Kunststoffadditiven und Coatings-Effektstoffen eine führende Stellung im Markt ein und bietet ihren Kunden wesentliche Vorteile,“ so Dr. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF zum Übernahmeangebot.

Dem Trend Spezialisierung voraus

Dem weltweiten Trend zur Spezialisierung ist die schweizer Chemie- und Pharmaindustrie schon lange voraus. Der Anteil der Spezialitäten beträgt in der Schweiz über 90 Prozent, wie der Industrieverband SGCI Chemie Pharma Schweiz in einer aktuellen Publikation veröffentlichte. Der zu beobachtende Trend zeigt in Richtung hochwertiger Produkte mit Schwerpunkt auf LifeScience, und der Anteil pharmazeutischer Produkte am Export der chemischen und pharmazeutischen Industrie ist seit 1980 von 40 auf 74 Prozent gewachsen. Zu den Hauptprodukten zählen neben Pharmazeutika und Diagnostika, Feinchemikalien, Vitamine, Aromen und Duftstoffe, Agrarchemikalien sowie Pigmente, Farben und Lacke.

Exportstark in Chemie, Pharma und Maschinenbau

Mit ihren Spezialitäten beliefern die schweizer Hersteller die internationalen Märkte, denn die Schweiz nimmt nach Angaben des Verbands der Chemischen Industrie Rang neun in der Skala der führenden Exportnationen ein. Im Vergleich zur Fläche und Bevölkerungszahl oder zum Bruttoinlandsprodukt (weltweit Rang 33) ist das beachtlich, stellt der SGCI heraus. Größte Abnehmer finden die schweizer Chemie- und Pharma-Produkte in Amerika und inEuropa. Nur fünf Prozent der Produktion werden im Inland abgesetzt. Der Anteil der pharmazeutisch-chemischen Industrie am Gesamtexport des Landes hat seit 1980 kontinuierlich zugenommen, 2007 betrug er etwa 33 Prozent, so der SGCI.

Weitere wichtige Exportgüter liefert der Maschinenbau, dessen Anteil etwa 15 Prozent am Gesamtexport ausmacht (Quelle: Swissmem Panorama 2008). Insgesamt stellt die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) knapp 40 Prozent des gesamten schweizer Exportvolumens. Im weltweiten Vergleich nimmt der schweizer Maschinenbau damit Rang elf der Maschinenexporte ein. Am stärksten sind schweizer Hersteller in den Segmenten Papierverarbeitung (Rang 2), Verpackungsmaschinen (Rang 5). Im Bereich der Vakuumtechnik und Kompressoren positionieren sie sich auf Rang zehn im produktspezifischen Vergleich.

Die außerordentlich gute Auftragslage für die MEM-Industrie in 2007 führte zu einem starken Umsatzplus von über zehn Prozent in 2008. Jedoch folgte im Zuge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten ein deutlicher Auftragsrückgang in 2008 von minus 9,2 Prozent, wobei die Aufträge aus dem Ausland im Vergleich zu den Aufträgen aus dem Inland deutlich stärker zurückgegangen sind. Wichtigste Handelspartner der MEM-Industrie sind Deutschland mit 27,3 Prozent, gefolgt von den USA und Frankreich (Quelle OZD). Branchenübergreifend beläuft sich das Handelsvolumen mit Deutschland auf knapp 63 Mrd. Schweizer Franken, gefolgt von den USA, Italien und Frankreich (Quelle: Schweizer Eidgenossenschaft).

Heftausgabe: November-Dezember 2008
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Dr. Etwina Gandert , Redaktion

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