Annahmeschwelle erreicht

Stada-Übernahme erfolgreich im zweiten Anlauf

22.08.2017 Die Mehrheit des Pharmakonzerns Stada geht nach zähem Ringen an die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven. Sie erreichten knapp die Mindestannahmeschwelle der angebotenen Aktien.

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Geschäftsbericht: Stada startet mit Schnupfen in das Jahr 2016

Der Generikahersteller Stada hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2015 vorgelegt (Bild: K.-U. Häßler / Fotolia)

63, 85 % der Aktien hatten die Stada-Aktionäre der Erwerbsgesellschaft Nidda Healthcare Holding bis Freitag, 18.8.2017, angeboten. Die Schwelle lag bei 63 %. Aktionäre, die das Angebot bislang nicht angenommen haben, können dies nun noch bis zum 01.09.2017 nachholen. Die bereits angebotenen Aktien sollen noch vor der Hauptversammlung des Konzerns am 30.08.2017 an die Erwerbsgesellschaft übertragen werden. Die kartellrechtlichen Freigaben sind bereits erfolgt. Die Übernahme ist bereits der zweite Versuch der Investoren.  Der erste Ablauf war gescheitert, nachdem sie die nötige Annahmeschwelle der Anteile auch nach verlängerter Frist nicht erreicht hatten.

„Wir sind froh, dass die Frage der zukünftigen Eigentümerstruktur nun geklärt ist“, sagte Engelbert Coster Tjeenk Willink, Vorstandsvorsitzender bei Stada. „Jetzt wird sich Stada wieder voll auf das operative Geschäft konzentrieren und die erfolgreiche Wachstumsstrategie mit der Unterstützung zweier starker Partner noch konsequenter vorantreiben können. Mit der umfangreichen Branchenexpertise der neuen Eigentümer und ihrem Zugang zu einem weltweiten Netzwerk im Gesundheitswesen wird Stadas Position als global tätiges Pharmaunternehmen nachhaltig gestärkt.“

„Wir freuen uns, dass unsere Aktionäre der Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat gefolgt sind und das verbesserte Angebot von Bain Capital und Cinven angenommen haben – zu einem aus unserer Sicht attraktiven Preis“, sagte Ferdinand Oetker, Aufsichtsratsvorsitzender der Stada. „Wir sind davon überzeugt, dass Stada dank dieser Entscheidung langfristig erfolgreich sein wird. Davon wird unser Unternehmen und seine Mitarbeiter profitieren.“

Sorgen machen sich dagegen die Beschäftigten und die Gewerkschaft IG BCE, die einen Verlust von Arbeitsplätzen fürchtet. Vorstandschef Willink betonte dagegen, dass nichts darauf hindeute, „dass künftig weniger Arbeit in Deutschland gemacht wird und mehr im Ausland“, berichtet das Handelsblatt. Auch der Firmensitz in Bad Vilbel sei nicht in Gefahr. Bain und Cinven haben außerdem Garantien zum Schutz der Angestellten vertraglich festgelegt. Diese betreffen jedoch nur einen Teil der Mitarbeiter und gelten nur für fünf Jahre.

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