Ein Blister für sterile Stunden

Sterile Blister für Pharmaprodukte

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03.08.2015 Bisher galt wie in Stein gemeißelt: Pharmahersteller müssen Primärverpackungen vor dem Abfüllen sterilisieren. Deshalb zogen sie Blister bisher nicht in Betracht.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Hersteller pharmazeutischer Produkte müssen ihre Primärverpackungen grundsätzlich vor dem Befüllen sterilisieren. Das kostet Zeit und Geld.
  • Durch die entwickelte Lösung mit selbststerilisierender Folienbeschichtung können Betreiber nun erstmals Blister mit einer Standard-Blistermaschine befüllen - ohne diese extra sterilisieren zu müssen.
  • Falls vom Betreiber gewünscht, kann der Maschinenbauer die Anlagen zusätzlich mit Containment oder auch Laminar Flow ausstatten.

Hier finden Sie einen Link zum Unternehmen. Auf unserem Portal finden Sie weitere Beiträge über Blister in der Verpackungstechnik.  

Die Blister können Betreiber ohne Einschränkung formen, siegeln und stanzen (Bild: Rohrer)

Immer mehr keimsensitive Anwendungen erfordern aber in der Pharmazeutik und Medizin neue Herangehensweisen für Hersteller. Mit sterilen Blistern auf Standard-Blistermaschinen hat der Verpackungs-
maschinen-Hersteller Rohrer nun eine Lösung für diese steigenden Herausforderungen entwickelt: Mittels einer selbststerilisierenden Folienbeschichtung (Reduktion bis zu > 6 Log Stufen möglich) ist es nun möglich sterile Blister zu produzieren – ohne die Notwendigkeit diese zu bestrahlen oder mit Wasserstoffperoxid zu behandeln.

Steril und wirtschaftlich
Möglich wird dies durch das Prinzip der selbststerilisierenden Oberflächenbeschichtung durch Perlazid. Es wurde im Jahr 2008 vom Functional Materials Laboratory der ETH Zürich zusammen mit dem auf Folienherstellung spezialisierten Unternehmen Perlen Converting entwickelt. Durch die Beschichtung behält die Folie während des gesamten Verpackungsprozesses ihre sterilen Eigenschaften. Die Wirksamkeit – auch gegen resistente Keime – genügt auch den hohen Anforderungen der Pharmaindustrie und erübrigt daher jegliche weitere Behandlung zur Sterilisation. Gleichzeitig ermöglicht das System hohe Durchsatzquoten im Verpackungsprozess, denn die sterile Folie können Betreiber praktisch ohne jede Einschränkung wie herkömmliche Folien formen, siegeln und stanzen.

Aseptisch und kostengünstig
Der Verpackungsmaschinen-Hersteller erschließt Kunden in der pharmazeutischen und medizinischen Industrie mit dem Einsatz dieses Folientyps neue und kostengünstige Applikationen für ihre Produkte (beispielsweise aseptische Flüssigkeiten wie Augentropfen oder medizinische Instrumente). Die Anlagen können Betreiber mit Containment oder – sofern ausreichend – mit Laminar Flow ausstatten lassen und dadurch wesentlich kostengünstiger als bisher verpacken; stets unter Berücksichtigung einer vollkommenen aseptischen Herstellung. Neben der bereits erwähnten Standard-Blistermaschine sind keine zusätzlichen Ausrüstungen oder aufwendigen Anpassungen notwendig.

 

Heftausgabe: August 2015

Über den Autor

Matteo Trisoglio, Manager Business Development & Marketing, Rohrer
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