SternMaid ergänzt Leistungsspektrum um Wirbelschichttechnologie

Sternmaid GmbH & Co. KG

02.01.2012 SternMaid gilt europaweit als eine der ersten Adressen unter den Lohnherstellern im Life Science-Bereich. Das Wittenburger Unternehmen ist Spezialist für maßgeschneiderte Lösungen beim Mischen, Veredeln und Abfüllen pulvriger Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder pharmazeutischer Wirk- und Hilfsstoffe. Kennzeichnend für den Dienstleister ist seine enorme Innovationskraft: SternMaid baut seine Prozesstechnik kontinuierlich aus und investiert für seine Kunden in zukunftsweisende Produktionseinheiten.

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Outsourcing-Portfolio wird erweitert

Nach der erst kürzlich abgeschlossenen Einführung und Zertifizierung eines GMP-gerechten Qualitätsmanagementsystems auf der autarken Container-Gegenstrom-Mischanlage zielt der jüngste Coup auf eine völlig neue Verfahrenstechnik ab: Anfang 2012 steigt SternMaid in die Wirbelschichttechnologie ein. „Die Wirbelschichttechnologie ist eines der wichtigsten Formulierungsverfahren in der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Mit dieser vielseitigen Technologie erschließen wir uns neue, zukunftsträchtige Märkte“, erklärt SternMaid-Geschäftsführer Stefan Schliesser.

Anlage im Labor- und Industriemaßstab

Die Wirbelschichttechnologie ist ein Verfahren, bei dem auf die physikalischen und anwendungstechnischen Eigenschaften fester Produkte gezielt Einfluss genommen werden kann. Je nach Einsatzbereich werden Pulver getrocknet, granuliert, agglomeriert oder gecoatet und erhalten somit ein maßgeschneidertes Profil.

Zwei Wirbelschichttrockner mit unterschiedlicher Kapazität legen in Wittenburg die Grundlagen für den neuen Anwendungsbereich: Auf einem kleinen Aggregat im Technikum-Maßstab lassen sich Testversuche durchführen, um neue funktionelle Ingredients entwickeln und optimieren zu können. Das Upscaling erfolgt auf einer Kombi-Industrieanlage, die wahlweise im chargenweisen oder im kontinuierlichen Betrieb gefahren werden kann. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei 5 Millionen Euro.

Trockengut erhält exakt definierte Parameter

Diplom-Ingenieur Jörg Vernau betreut die neue Technologie und weiß um die speziellen Vorzüge der Wirbelschichttrocknung im Vergleich zur konventionellen Sprühtrocknung: „Im Wirbelschichtbett geht es nicht einfach darum, ein Produkt zu trocknen und ihm die Feuchtigkeit zu entziehen. Man zielt vielmehr darauf ab, ein Trockengut mit genau definierten Strukturen und Parametern zu erhalten.“ Neben dem Partikel-Coaten, also dem Aufbringen von Schutzfilmen oder Funktionssystemen, ist die Agglomeration eine häufig genutzte Prozess-Option. Vernau: „Mit der Befeuchtung der Partikel-Oberfläche und dem gleichzeitigen Abtrocknen kleben Pulverpartikel zu rieselfähigen Agglomeraten zusammen. Das beeinflusst unter anderem die Instant-Eigenschaften des Pulvers. Kornformuliertes Pulver aus der Wirbelschichttrocknung lässt sich in Flüssigkeiten deutlich besser lösen und dispergieren als feines Pulver aus der Sprühtrocknung.“

Auch das Handling der Ware verbessert sich nach Vernaus Worten. Die Agglomerate sind durch ihre kompakte Form leichter zu dosieren und deutlich staubärmer.

Schonende Behandlung empfindlicher Ingredients

Zudem spielt die Produktschonung eine ausschlaggebende Rolle: Durch die gezielte Führung der Trocknungstemperaturen kommt es in der Regel zu einer moderaten Produkterwärmung zwischen 40 und 70 °C. Es gibt keine Schädigung durch thermische Effekte – ein Aspekt, der vor allem bei der Verarbeitung hitzeempfindlicher Ingredients wie Enzymen, Aromen, Vitaminen oder Mikroorganismen relevant ist. Jörg Vernau hat für die neuen Aggregate bereits ein breites Anwendungsspektrum im Visier: „Die Einsatzmöglichkeiten sind immens. Mit der Wirbelschichttechnologie können wir zum Beispiel Enzymlösungen auf Weizenmehle aufsprühen, Vitamine auf Trägerstoffe aufziehen oder probiotische Mikroorganismen mit einer schützenden und funktionellen Hülle aus Fett verkapseln.“

Container-Mischanlage und Wirbelschichtanlage auf Pharma-Niveau

Hauptaugenmerk wird jedoch auf dem Einsatz im Pharma- und Health Care-Bereich liegen. Denn gerade für die Pharmaindustrie baut SternMaid sein Dienstleistungsangebot mit Nachdruck aus. So wurde bereits die im Jahr 2009 in Betrieb genommene Container-Gegenstrom-Mischanlage retrospektiv qualifiziert und nach dem EU-GMP Leitfaden, Teil II behördlich zertifiziert. Auch die Wirbelschichtanlage soll für den Einsatz im Pharmabereich GMP zertifiziert werden. „Auf unserer Container-Gegenstrom-Mischanlage können wir bereits heute unter strengsten Auflagen pharmazeutische Wirk- und Hilfsstoffe mischen, veredeln und abfüllen. Über die Wirbelschichttechnologie ergänzen wir unser Einsatzgebiet um die Segmente Trocknen, Granulieren, Agglomerieren und Coaten“, bringt Stefan Schliesser die Vorzüge des erweiterten Dienstleistungsangebots auf den Punkt. „Somit können wir uns auch der Pharmaindustrie als Outsourcing-Partner mit einem noch breiteren Spektrum präsentieren.“

Gleichmäßige Trocknung mit maßgeschneiderten Eigenschaften 

Bei der Wirbelschichttrocknung wird trockene, filtrierte Luft über einen speziellen Wirbelboden in den Materialbehälter der Anlage gesaugt. Eine Verteilerplatte sorgt dafür, dass die Luft eine entsprechende Strömungsgeschwindigkeit bekommt. Im aufwärts gerichteten, erwärmten Gasstrom wird das zu modifizierende Pulver turbulent vermischt und im Schwebezustand gehalten. Über das Einsprühen von Flüssigkeiten lassen sich folgende Produkteigenschaften erzielen bzw. beeinflussen:

Agglomeration

  • Instantisierung des Pulvers
  • verbesserte Rieselfähigkeit
  • reduzierte Entmischungsneigung
  • reduzierter Feinstaubanteil
  • verbesserte Tablettierbarkeit
  • niedrige Schüttdichte

Bei der Agglomeration werden feine Pulverpartikel mit einer Flüssigkeit zu größeren Partikeln verklebt.

Sprühgranulation

  • sehr gute Dispergierbarkeit in Flüssigkeiten
  • sehr gute Rieselfähigkeit
  • keine Entmischung von Einzelkomponenten
  • kaum Feinstaubanteil
  • enge Korngrößenverteilung
  • hohe Schüttdichte

Bei der Sprühgranulation werden Pulver (Granulate) aus Flüssigkeiten hergestellt (getrocknet).

Coating

  • Inertisierung der Oberfläche, z. B. zur Geschmacksmaskierung
  • funktionelle Oberflächen schützen den Kern, z. B. gegen Feuchtigkeit, Säuren (Magensaft) oder Oxidation
  • Aufbringen von Lacken oder Farben zur Gestaltung der Oberfläche

Beim Coating wird auf vorgelegte Partikel (z. B. Salze, Granulate) eine Schicht oder ein Film aufgetragen; die Schicht kann z. B. aus geschmolzenen Fetten oder aus in Wasser gelösten Substanzen hergestellt werden.

 

Daten und Fakten

SternMaid GmbH & Co. KG

Geschäftsfeld

Lohnherstellung pulvriger Lebensmittel, Lebensmittelzusatzstoffe, Nahrungsergänzungsmittel sowie pharmazeutische Wirk- und Hilfsstoffe, Co-Packing

Leistungsspektrum

  • Trocknen
  • Mischen
  • Agglomerieren
  • Instantisieren
  • Coaten
  • Co-Packing

 

Prozesstechnologie

Compoundieren:

  • drei vollautomatische multifunktionale Mischanlagen
  • zwei semiautomatische Mischanlagen
  • eine qualifizierte Container-Gegenstrom-Mischanlage

Wirbelschichttechnologie:

  • eine Laboranlage
  • eine Produktionsanlage
    (Inbetriebnahme Mai 2012)

 

Zertifizierungen

  • GMP-Zertifizierung
  • ISO 9001:2008
  • IFS – Höheres Niveau
  • BRC – Grade A
  • Auditiertes HACCP-Konzept
  • Allergen-Management
  • EU-Genusstauglichkeitskennzeichen für Milchprodukte
  • Herstellungserlaubnis gemäß Diätverordnung
  • Bio-Siegel
  • Kosher- und Halal-Management

 

Abfüllung:

Industrie- und Konsumentenverpackungen: Bigbags, Säcke, Kartons, Trommeln, Dosen, Schlauch- und Klotzbodenbeutel, Faltschachteln

 

Kontakt

SternMaid GmbH & Co. KG
Frank Hellerung
Am Mühlenberg 4
19243 Wittenburg
Tel.: +49 (0) 3 88 52/666–501
Fax: +49 (0) 3 88 52/666–666
fhellerung@sternmaid.de
www.sternmaid.de

Heftausgabe: Produzieren im Kundenauftrag 2011
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Über den Autor

Nicole Schulze
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