High-quality-Datamatrix-Druck in Praxisstudie überprüft

Stimmt die Qualität?

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07.06.2011 Die Papiertechnische Stiftung (PTS) in München hat eine Praxisstudie durchgeführt. Ziel war es, das Zusammenwirken von Kartoneigenschaften, Drucktechnologien und Druckfarben bei der Faltschachtelkennzeichnung mit Datamatrix-Codes zu untersuchen. Die Ergebnisse der Studie liegen jetzt vor: Demnach ist die Auswahl geeigneter Kartonqualitäten entscheidend.

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Stimmt die Qualität?

Die pharmazeutische Industrie setzt auf Perfektion: Der Drucker m600 advanced im Einsatz (Bild: Wolke)

Die Europäische Union will den Arzneimittelhandel stärker kontrollieren. Pharmazeutische Arzneimittel sollen mit Sicherheitsmerkmalen versehen werden, um den weltweit zunehmenden Produktfälschungen entgegenzuwirken und den Verbraucherschutz maßgeblich zu verbessern. DieEFPIA (Europäischer Verband der pharmazeutischen Industrie) fordert eine rückverfolgbare Produktkennzeichnung mit Datamatrix-Codes. Diese müssen in hoher Qualität aufgebracht werden, um eine Identifizierung mit elektronischen Lesegeräten zu ermöglichen. Hierfür stehen leistungsfähige Drucksysteme mit thermaler Inkjet-Technologie zur Verfügung.

76 Kartonsorten getestet

Randscharfe und kontrastreiche Drucke mit schneller Trocknung erfordern optimale Inkjet-Tinten und geeignete Kartonoberflächen. In den bisherigen Spezifikationen der „Forschungsgemeinschaft Faltschachteln für die pharmazeutische Industrie“ (FFPI) findet man jedoch keine Angaben zur Beschaffenheit von Pharmakartons für die Inkjetkennzeichnung. Um diesen Erkenntnisstand zu verbessern, hat die PTS, ein unabhängiges Forschungsinstitut mit fundierter Expertise über Prüftechnik für papierne Werkstoffe, eine umfangreiche Testreihe durchgeführt.

Durch vergleichende Versuche wurde ermittelt, wie die Qualität der Codierungen durch unterschiedliche Kartonoberflächen beeinflusst wird und welche Kartonsorten für die Kennzeichnung mit Drucksystemen besonders geeignet sind. Zum Vergleich standen 76 Kartonsorten, die in Europa zur Herstellung von Pharmaschachteln eingesetzt werden. Mit dem Drucker m600 advanced und dem Tintentyp Universal Black wurden 2D-Codes GS1 Datamatrix und 4-zeilige Texte aufgedruckt. Alle relevanten Kriterien des Druckes im Zusammenwirken mit dem Faltschachtelkarton kamen auf den Prüfstand: Trocknungszeit, Wischfestigkeit, Scheuer- und Nassfestigkeit des 2D-Codes, das Verlaufverhalten der Druckfarbe und der Einfluss von UV-Bestrahlung auf die Kameralesbarkeit(Grading).
Die praxisnahen Labortests bestätigten eine starke Abhängigkeit der Kennzeichnungsqualität von der Beschaffenheit der Kartonoberfläche. Prinzipiell geeignet waren alle geprüften Kartonsorten mit unbedruckten und lackfreien Oberflächen. Bei einer Druckgeschwindigkeit von 50 m/min und einer Auflösung von 300 dpi hatten alle Codes ein gutesGrading und hohe Kontrastwerte.

Alle Rahmenbedingungen beachten

Bei den Trocknungsgeschwindigkeiten mit anschließenden Wischtests gab es gravierende Unterschiede. Nur auf 20 getesteten Kartonsorten waren die Codierungen schon nach 0,3 s wischfest trocken. Auf allen weiteren Kartonsorten wurden Trocknungszeiten von bis zu 1 s ermittelt.

Die Qualität und Lesbarkeit der 2D-Codes kann auch durch gewölbte Kartonoberflächen und hohe Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt werden. Diese und weitere Rahmenbedingungen sind bei der Produktkennzeichnung während des automatischen Verpackens zu berücksichtigen.

Die Zusammenarbeit mit der Papiertechnischen Stiftung geht weiter. Mit finanzieller Unterstützung durch Wolke wurde kürzlich ein Forschungsprojekt des vfa (Verband forschender Arzneimittelhersteller) abgeschlossen. Es sollte eine Technologie gefunden werden, die zur Spezifizierung von Kartonoberflächen für das Codieren mit wässrigen Inkjet-Tinten geeignet ist und für die Qualitätskontrolle bei der Herstellung des Kartonmaterials genutzt werden kann. Das Forschungsziel wurde erreicht.

Heftausgabe: Juni 2011
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Lind
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