Markt

Studie: Mehr Bereitschaft zu Investitionen im Markt für Chiraltechnologie

04.07.2003

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Laut einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wird das Umsatzvolumen im Gesamtmarkt für Chiraltechnologie weltweit von derzeit 7,74 Mrd. US-Dollar (2003) auf 14,94 Mrd. im Jahr 2009 anwachsen. Hauptzielrichtung der Chiraltechnologie sind nach wie vor die Anforderungen der Pharmaindustrie an die Synthese optischer beziehungsweise enantiomerenreiner pharmazeutischer Substanzen oder Zwischenprodukte für die Herstellung von Wirkstoffen.


Eine veränderte Einstellung gegenüber den Chiraltechnologien, vor allem aber die neuen asymmetrischen und biologischen Verfahren, haben dazu geführt, dass Unternehmen heute eher bereit sind, stärker in diese sich entwickelnden Technologien zu investieren. Offensichtlich geben die Firmen ihre abwartende Haltung auf, um als Erste auf dem Markt zu sein. Allerdings stehen die Feinchemikalienhersteller vor dem Problem, dass die großen Pharmaunternehmen als bislang wichtigste Kunden aus Kostensspargründen ihre Outsourcing-Aktivitäten zurückfahren. So suchen die Hersteller nun bei kleineren Pharmaunternehmen, die vielversprechende Wirkstoffe in der Entwicklung, aber nur begrenzte Herstellungskapazitäten haben, nach neuen Geschäftschancen. Auch Biotechnologieunternehmen sind zunehmend auf der Suche nach Herstellungspartnern für niedermolekulare Chiralica.


Den Feinchemikalienherstellern entstehen durch das Hinzufügen der Chiraltechnologie zu ihren Portfolios – meist durch Übernahme von Ausgründungen von Forschungseinrichtungen – enorme Kosten. Durch die Einweg-Katalysatoren ist auch der Betrieb dieser Technologien teuer. Die Unternehmen versuchen darauf durch die Entwicklung wiederverwendbarer Systeme zu reagieren. Allerdings dürften mit zunehmender Marktreife der Verfahren die Kosten sinken und den Zugang für weitere Unternehmen eröffnen.



Deutlich erkennbar ist der Trend zu einem möglichst breiten Technologieportfolio. Wachsender Druck von Seiten der auf Kostensenkung ausgerichteten Abnehmer in der Pharmaindustrie erfordert von den Feinchemikalienherstellern Fähigkeiten in allen Bereichen der Produktion und die möglichst billige Herstellung chiraler Substanzen.


Unter den neueren Technologien bewährt sich in den letzten Jahren vor allem die asymmetrische Synthese, die dank massiver Investitionen von Forschungsinstituten und Industrie weiter florieren dürfte. In den Neunzigerjahren entwickelte nachhaltige Katalysatoren ermöglichen es, dass die Enantiomerenreinheit heute oft bei über 99 Prozent liegt und außerdem eine große Zahl asymmetrischer Liganden und Hilfsstoffe produziert wird. Die asymmetrische Synthese durch chemische und biologische Verfahren wird laut Frost & Sullivan in den nächsten zehn Jahren dominieren. Die ihr eigenen Begrenzungen werden jedoch parallel auch für ein dauerhaftes Interesse an den etablierteren und breit verfügbaren Chiral-pool- und Trennungsverfahren sorgen.

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