Artikel Tradition trifft Moderne

07/2009 November

ERP-System steuert Saucen-Produktion

Das Schweizer Unternehmen Gautschi stellt seit über 40 Jahren Saucen in bester Qualität für den Handel wie auch für Industriekunden her. Im Produktionsneubau, der im vergangenen Jahr entstanden ist, wurde die neueste Version der ERP-Software Casymir installiert.

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Gautschi Spezialitäten im Schweizerischen Utzensdorf entwickelt und produziert seit über 40 Jahren Saucen in bester Schweizer Qualität. Das Sortiment reicht von Saucen zu allen Arten von Fleischfondues und Grilladen über Salatsaucen bis hin zu Suppen. Flexibilität, individuelles Eingehen auf Kundenwünsche und moderne Infrastruktur bilden die Eckpfeiler der Firmenphilosophie. Alljährliche Zertifizierungen nach BRC in der Topklasse A und ISO 9001 dokumentieren das hohe Niveau dieser mittelständischen Firma mit ihrem gut eingespielten Team von rund 50 meist langjährigen Mitarbeitenden. Das British Retail Consortium (BRC), mit Sitz in London und einer Repräsentanz in Brüssel spezifiziert Standards (in den Klassen A, B, C etc.) für Lieferanten in der Nahrungsmittelindustrie. Die BRC-Norm in der aktuellen Version 5 ist mittlerweile erheblich überarbeitet worden, um den Anforderungen der neuen EU-Gesetzgebung Rechnung zu tragen. Sie wird von mehreren Handelsketten als verbindlich festgelegt.

Food nähert sich Pharma

Spätestens beim Überziehen von Overall, Schuhkappen, Kopfhaube und Mundschutz, schließlich bei der schleusensteuernden und damit zwingenden Handdesinfektion, bald aber auch beim eigentlichen Rundgang durch die Produktion und die Konfektionierung fällt dem Besucher der hohe, pharmaähnliche GMP-Level dieses Lebensmittel-Herstellerbetriebs auf: Metalldetektoren überwachen die Mayonnaise-Abfüllung – eine Vorkehrung, wie man sie vor wenigen Jahren eher bei der Augensalbenproduktion antraf. Ein anderes Beispiel ist das Grün/Weiß-Zonenkonzept mit kreuzungs-freien Transportwegen.

Ulrich Schwaller, Geschäftsführer bei Gautschi, weiß die Verbesserungen seit der Einführung von Casymir zu schätzen. Dazu gehören zum Beispiel die automatische Chargenfreigabe durch das Labor, die Disponenten, die nun ohne Rückfragen beim Lagerverwalter direkt mit den Kunden verhandeln können, oder die Verkaufsaktionen, die mit dem neuen System durch einfaches Hinterlegen der aktuellen Preislisten jetzt viel leichter planbar sind. Und nicht zuletzt lassen sich dank der laufend erfassten Werte Qualitätsabweichungen beim Rohmaterial, aber auch Verkaufsmaßnahmen und Kundenreaktionen statistisch auswerten und beurteilen.
Die neue Business-Software ermöglicht, die Lieferantenpünktlichkeit objektiv, weil online, zu erfassen – ein wichtiger Aspekt bei Just-in-time-Anlieferungen, wie sie die Milch- und Fleischverarbeitung erfordert.

Transparenter Herstellungsprozess

Innerhalb einer Rezeptur kommt der Materialliste, auch Stückliste genannt, zentrale Bedeutung zu, legt sie doch fest, aus welchen Rohstoffen oder Teilen ein Artikel gefertigt wird. Hierarchisch aufgebaut spezifiziert sie über drei bis fünf Stufen – je nach Produkt – die Bezeichnungen und Mengenanteile von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Hilfsstoffen. Für Lebensmittelhersteller wie Gautschi sind diese Daten wichtige Referenzpunkte im Supply Chain Management, also in der Wertschöpfungskette, vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher.

Und was macht denn eine Betriebsführungssoftware wie Casymir quasi unabdingbar? Einerseits sind es die neuen rigiden Lebensmittelvorschriften (EU und CH), dann aber auch die tendenziell kürzeren Bestell- und Lieferintervalle sowie generell höhere Kundenansprüche hinsichtlich Qualität und Produktdeklaration, die die Logistiksysteme zunehmend fordern. Ein derart integriertes ERP-System entlastet den Betrieb vom akribischen Protokollieren aller Parameter, berücksichtigt jegliche Mengenveränderungen durch Kochverluste, ermittelt die Nährwerte und deklariert mehrsprachig und länderspezifisch die Inhaltsstoffe inklusive möglicher Allergene auf der Verpackung.

entscheider-facts
Für Anwender

  • Bei zeitkritischen Anlieferungen, wie sie Hackfleisch, Milch und Jogurt erfordern, erlaubt gut integrierte Software mehr Spielraum und statistische Werte zur Lieferantenbeurteilung bezüglich der Just-in-time-Performance.
  • Es müssen alle Komponenten rückverfolgbar sein, die das Endprodukt beeinflussen, z.B. die Verpackungshülle, die das Hilfsmittel direkt umschließt. Zu unterscheiden ist zwischen statischer und dynamischer Rückverfolgbarkeit.
  • Ein gut implementiertes System aber führt den Produktionsleiter im Ablauf, gewährt jederzeit Übersicht und entlastet ihn vom Protokollieren aller Daten.
  • Dank der drahtlosen Verbindung zum ERP-System ist der Lagerist jederzeit im Bild. Die Daten stehen auf seinem Handgerät in Echtzeit zur Verfügung.



Die neue Business-Software ermöglicht es , die Lieferantenpünktlichkeit objektiv, weil online, zu erfassen
Dank der drahtlosen Verbindung zum ERP-System stehen die Daten auf dem Handgerät in Echtzeit zur Verfügung

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