Qualität aus Verantwortung

Transparente Rückverfolgbarkeit bei Töpfer mit ERP-Branchensoftware

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16.04.2008 Das Unternehmen Töpfer in Dietmannsried ist Anbieter von Babynahrung, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetik als Markenartikel. Maximale Qualitätsanforderung im Umgang mit sensiblen Produkten führte bei Töpfer frühzeitig zu der Entscheidung, die gesetzliche Anforderung an die Rückverfolgbarkeit nach EU/VO 178/2002 sowie die Kennzeichnung mittels EAN-128-Etikettierung mit einer ERP-Branchensoftware umzusetzen.

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Entscheider-Facts


  • Töpfer setzt die ERP-Komplettlösung vom Warenwirtschaftssystem mit den Bereichen Beschaffung, Lager, Produktion, Absatz bis zum integrierten Laborinformations- und -managementsystem (LIMS) ein.
  • Die kaufmännischen Bereiche zu Rechnungswesen und Finanzen mit Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung sowie Lohn und Zeitwirtschaft sind ebenfalls vollständig in einem einheitlichen ERP-System integriert.
  • Die detaillierten Rückverfolgungsinformationen über die komplette Wertschöpfungskette hinweg stehen dem Unternehmen jederzeit im System zur Verfügung.
  • Durch das direkte Erfassen aller unternehmensrelevanten Daten an den I-Punkten entlang der Prozesskette wird die Datenerfassung direkt am Ort der Entstehung gesichert durchgeführt, die Arbeitsabläufe beschleunigt, Doppelerfassungen vermieden und damit die Kosten erheblich gesenkt.

Die Rückverfolgung von Endprodukten über die gesamte Wertschöpfungskette setzt eine homogene, einheitliche Datenstruktur voraus. Die Warenflussprozesse in den Bereichen Beschaffung, Lager, Produktion, Absatz sowie Qualitätsmanagement sind durchgängig im CSB-System abgebildet und optimal aufeinander abgestimmt.

Die den Warenfluss bestimmende integrierte Produktionsplanung berücksichtigt die sowohl mittel- als auch langfristig zu produzierenden Mengen. Die vorhandenen Lagerbestände im Bereich der Markenartikel sowie die vorliegenden Aufträge und Kontraktmengen im Bereich der Lohnfertigung werden bei der Planungsrechnung berücksichtigt. Im Bereich der Beschaffung wird auf Basis des aus der Produktionsplanung vorliegenden Bedarfs an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen Bestellungen und Kontraktabrufe bei den verschiedenen Lieferanten generiert. Mit dem Ziel einer sicheren und wirtschaftlichen Rückverfolgung werden bei Töpfer die umfassenden Möglichkeiten der Software jeweils auf die individuellen Anforderungen in jedem Bereich angepasst.

Erste Stufe: Wareneingang

Beim Wareneingang werden pro Paletten bzw. Gebinde Referenznummern generiert und vor der Einlagerung mit Inhouse-Etiketten gekennzeichnet. Chargeninformationen der Lieferanten werden dabei direkt mit den Referenznummern verknüpft und online in die Lagerbestände des CSB-Systems fortgeschrieben. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Logistiklager werden zwischengelagert und bei Bedarf abgerufen. Hier werden die Waren mit der gleichen Systematik gekennzeichnet und eingelagert. Die Daten der Einlagerung in den Außenlagern werden bei Töpfer per automatischer Datenübermittlung in der Software zur Verfügung gestellt. Produktgruppenabhängig werden gebuchte Waren automatisch mit einem Lagerstatus „Quarantäne“ versehen, um eine Weiterverarbeitung ohne Freigabe durch das Qualitätsmanagement zu vermeiden.

Im integrierten Qualitätsmanagement werden durch die Wareneingangs-, Produktionsabschluss- oder Lagerumbuchungen Laborprüfaufträge generiert, die dann im Laborinformationssystem abgearbeitet werden. Nach Abschluss des Prüfauftrages erfolgt eine Anpassung des beim Wareneingang vergebenen Lagerstatus. Bei Änderung werden zusätzlich Etiketten pro Referenznummer gedruckt und die Ware im Lager entsprechend gekennzeichnet.

Zweite Stufe: Produktion

Die in der mittel- und langfristigen Planung generierten Produktionsaufträge werden wöchentlich auf die genauen Produktionstage verteilt und eine Chargengenerierung durchgeführt. Dabei kann individuell entschieden werden, bis zu welcher Stufe der Vorproduktion die Daten aufbereitet werden.

Durch das Generieren erfolgt darüber hinaus das Ermitteln und Fortschreiben der Losnummern, mit denen die Produkte am Ende der Produktion gekennzeichnet werden. Die Losnummernstruktur ist hierbei artikelspezifisch, um den Anforderungen der Kunden im Bereich der Lohnfertigung zu entsprechen. Die in die Produktion einfließenden Rohstoffe werden mit Hilfe der Referenzetiketten aus dem Wareneingang zugebucht. Dabei wird vom System geprüft, ob der Artikel korrekt ist und der Lagerstatus der gebuchten Referenznummer für die Produktion zugelassen ist. Die mit der Referenznummer verknüpften Rückverfolgbarkeitsdaten werden in die Produktionscharge fortgeschrieben.
Die Fertigprodukte werden mit Kartonetiketten (EAN 128 Barcode) gekennzeichnet. Der Barcode enthält die Artikelnummer, das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Losnummer. Im Bereich der Lohnfertigung werden zusätzlich Palettenetiketten mit NVE-Nummern auf Basis der International Localisation Number (ILN) der Kunden generiert und die Paletten gekennzeichnet. Grundsätzlich werden alle Fertigprodukte bei der Buchung in die Fertigproduktlager mit dem Lagerstatus „Quarantäne“ versehen und Prüfaufträge im Labormanagementsystem generiert.

Dritte Stufe: Warenausgang

Die Warenausgangserfassung erfolgt mit Hilfe eines Funkscanners. Hier werden zwei Auftragsvarianten unterschieden:

  • Palettenverladung im Bereich der Lohnfertigung: Es werden nur chargenreine Paletten verladen. Die Verknüpfung der Rückverfolgbarkeitsdaten (MHD, LOS) mit dem Auftrag des Kunden erfolgt durch Scannen der NVE-Nummer auf dem Palettenetikett.
  • Palettenzusammenstellung: Die vom Kunden bestellten Waren werden auf Paletten zusammengesetzt und die Rückverfolgungsdaten durch Scannen des EAN-128-Barcodes auf den Kartonetiketten mit dem Auftrag verknüpft.

Eine Auflistung zeigt alle erfassten Einheiten pro Artikel, MHD und LOS im System an. Pro MHD und LOS kann schnell und gesichert der Standort aller betroffenen Artikel sowie die belieferten Kunden ermittelt werden.

Fazit: Töpfer setzt die ERP-Komplettlösung vom Warenwirtschaftssystem mit den Bereichen Beschaffung, Lager, Produktion, Absatz bis zum integrierten Laborinformations- und -managementsystem (LIMS) ein. Die kaufmännischen Bereiche zu Rechnungswesen und Finanzen mit Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung sowie Lohn und Zeitwirtschaft sind ebenfalls vollständig in einem einheitlichen ERP-System integriert.
Die detaillierten Rückverfolgungsinformationen über die komplette Wertschöpfungskette hinweg stehen dem Unternehmen jederzeit im System zur Verfügung. Durch das direkte Erfassen aller unternehmensrelevanten Daten an den I-Punkten entlang der Prozesskette wird die Datenerfassung direkt am Ort der Entstehung gesichert durchgeführt, die Arbeitsabläufe beschleunigt, Doppelerfassungen vermieden und damit die Kosten erheblich gesenkt.

Töpfer baut durch die transparenten und gesicherten Prozessstrukturen seine hohe Kompetenz im Bereich Qualität aus, optimiert gleichzeitig seine Prozesse und erfüllt aufgrund des hohen Integrationsgrades des Systems nahezu aufwendungsneutral die gesetzlichen Anforderungen an die Rückverfolgung.

Heftausgabe: April-Mai 2008
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Martin Miller , Leiter der Niederlassung Südwest, CSB-System

Über den Autor

Martin Miller , Leiter der Niederlassung Südwest, CSB-System

Martin Miller , Leiter der Niederlassung Südwest, CSB-System

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