Simpel sauber Sieben

Trendbericht: Siebmaschinen

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22.03.2016 Es geht um mehr als Mehl und Zucker: Während ein Sieb in der Küche lediglich Backzutaten auflockert oder Nudeln vom Kochwasser trennt, haben Lebensmittel- und Pharmaindustrie deutlich höhere Ansprüche.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Entsprechend konzipierte Siebmaschinen bedienen die hohen Ansprüche an Hygiene und Produktsicherheit in Pharma- und Lebensmittelindustrie.
  • Einfaches Handling der Maschinen erleichtert die hygienische Reinigung und verkürzt Stillstandszeiten bei der Wartung.
  • Gesteigerter Durchsatz ist vor allem durch optimale Einstellungen einer Siebmaschine möglich, da die technischen Grenzen der Geräte nahezu erreicht sind.

Chargen in industriellen Siebprozessen sind nicht nur viel größer, der Prozess muss in diesen Branchen auch absolut sauber verlaufen. Dabei ist das Sieben eine der ältesten Technologien der Menschheit und eine, die junge Menschen schon beim Spielen im Sandkasten persönlich kennenlernen. Was lässt sich bei einer so geradezu alltäglichen Methode noch verbessern?

Untergrenze der Feinheit ist erreicht
Die Grenzen moderner Siebmaschinen liegen mittlerweile weit jenseits der Feinheit von Sand. Maschenweiten von etwa 25 µm sind heute mit gängigem Siebgewebe aus Edelstahl technisch möglich – nur die allerfeinsten menschlichen Haare ließen sich dort noch hindurchfädeln. Das ist viel feiner als der feinste Sand und liegt bereits im Bereich von Tonpartikeln. Mit gängigem Edelstahl-Gewebe sind kaum feinere Maschen möglich, „die Untergrenze ist praktisch erreicht“, meint Franz Tallner, Verkaufsleiter bei GKM.

Um die gewünschte Größenverteilung im Siebgut zu erhalten, ist eine ausreichende Trennschärfe genauso wichtig wie die Feinheit des Siebgewebes. Drahtwebereien wie Spörl arbeiten daher daran, die Maschen der produzierten Gewebe nicht nur klein, sondern so gleichförmig wie möglich zu halten. Das setzt voraus, Abweichungen der Maschenweite erst einmal erkennen zu können. Heutige Mess-Systeme überprüfen 20.000 bis 30.000 Maschen eines Gewebes zugleich, mit einer noch vor wenigen Jahren unerreichten Genauigkeit. Der große Wunsch der Anwender nach einem perfekten Siebgewebe mit hundertprozentig exakter Trennschärfe ist jedoch auch mit diesen Systemen (noch?) nicht möglich. Denn wenn schon die Drahtdicke im Gewebe Ungenauigkeiten von 1 µm aufweist, summiert sich dies für den Durchmesser einer Siebmasche bereits auf 4 µm. Abweichungen wird es also immer geben, auch wenn die Hersteller ihr Bestes geben, sie möglichst gering zu halten.

Sauber poliert und abgedichtet
Aber es gibt andere Faktoren mit Verbesserungsbedarf: Pharma- und Lebensmittelindustrie stellen einen zunehmend bedeutenden Markt für die Hersteller von Siebmaschinen dar. Daher steigt auch die Notwendigkeit, Siebmaschinen an die hier geltenden hohen Hygienestandards anzupassen. So ist beispielsweise die Vibrations-Kontrollsiebmaschine KTS-VS2 von GKM mit Hinblick auf die Hygienestandards der Pharma- und Lebensmittelindustrie konzipiert: Alle Flächen mit Produktkontakt sind geschliffen und auf eine Rauhigkeit von unter 0,8 µm poliert. Schwierigkeiten mit dem Material gibt es nicht: Siebgewebe wie auch Gehäuse sind bei den meisten Siebmaschinen ohnehin aus leicht zu reinigendem Edelstahl. Auch die zum Einkleben der Gewebe verwendeten Adhäsive sind FDA-konform.

Heftausgabe: April 2016
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Ansgar Kretschmer, Redaktion

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