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Trumps Klima-Rückzug: „Eine schlechte Entscheidung“

02.06.2017 US-Präsident Donald Trump hat verkündet, dass die USA sich aus dem Klimaschutz-Abkommen zurückziehen werden. Die Geschäftsführer von VCI und VDMA finden dazu deutliche Worte.

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Die USA werden aus dem Klimaschutzabkommen von Paris aussteigen. Deutsche Wirtschaftsvertreter von VCI und VDMA finden diese Entscheidung unverantwortlich. (Bild: picsfotolia – Fotolia.com)

Die USA werden aus dem Klimaschutzabkommen von Paris aussteigen. Deutsche Wirtschaftsvertreter von VCI und VDMA finden diese Entscheidung unverantwortlich. (Bild: picsfotolia – Fotolia.com)

„Der Ausstieg der USA aus dem Klimaschutzabkommen von Paris ist schlecht für den globalen Klimaschutz und für die Wettbewerbsfähigkeit Europas“, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. „Das Abkommen stellt die Basis dar, um mehr internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz zu erreichen. Europa hat ambitionierte Klimaschutzziele. Mit dem Emissionshandel verfügt die EU über ein Instrument, mit dem die industriellen Emissionen verlässlich reduziert werden. Ein Emissionshandel auf G20-Ebene wäre daher ein wichtiger Schritt zu mehr Klimaschutz weltweit und mehr fairen Wettbewerb. Ein G19-Emissionshandel ohne die USA hätte dagegen deutlich weniger Wirkung. Hier ist die Politik gefordert.“

Unverantwortlich gegenüber Umwelt und Wirtschaft

Diese Ansicht vertritt auch Thilo Brodmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA: „Trumps Klimaabsage schadet der Wirtschaft. Mit dem Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen stellt US-Präsident Donald Trump seine Wahlkampfversprechen über die langfristigen Interessen der Weltgemeinschaft. Das ist nicht nur gegenüber der Umwelt unverantwortlich, sondern auch gegenüber der globalen Wirtschaft. Die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen kann Hand in Hand gehen mit wirtschaftlichem Wachstum, wenn Unternehmen Planungssicherheit für Investitionen in effiziente Technologien haben. Präsident Trump stellt diese Perspektive infrage und verzögert damit die Weiterentwicklung einer modernen und umweltfreundlichen Industrie.

Europa und seine Partner – übrigens auch wichtige Bundesstaaten und Unternehmen in den USA – müssen jetzt Kurs halten. Die EU darf sich durch diese Rolle rückwärts, ein halbes Jahr nach der Ratifizierung des Abkommens, nicht von ihrer Linie abbringen lassen und sollte selbstbewusst zum Klimaabkommen stehen. Europa wird dauerhaft davon profitieren, wenn es seine Position als Innovationstreiber bei klimafreundlichen Technologien ausbaut.“

Trump hat mit dem Rückzug aus dem Abkommen zwar auch in Aussicht gestellt, zu Verhandlungen eines neuen, „für die USA fairen Deals“ bereit zu sein. Die Regierungen von Deutschland, Frankreich un Italien bezeichneten das 2015 in Paris beschlossene Klimaschutzabkommen in einer gemeinsamen Stellungnahme jedoch als unumkehrbar. „Ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften“ könne nicht neu verhandelt werden.

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