Pharma-Übernahme

Übernahmegerüchte: Johnson & Johnson will Actelion

25.11.2016 Die nächste Großübernahme zeichnet sich ab: Der US-Konzern Johnson & Johnson hat Medienberichten zufolge Verhandlungen mit dem Schweizer Pharmaunternehmen Actelion aufgenommen. Die Gerüchte ließen den Kurs von Actelion-Aktien bereits um 3,6 % steigen.

Anzeige
Die Schweizer Biotechnologiefirma Actelion hat 2015 trotz der Aufwertung des Schweizer Frankens einen Rekordumsatz von mehr als 2 Mrd. CHF erwirtschaftet (Bild: Actelion)

Anstehende Übernahme? Das wachsende Pharmaunternehmen Actelion hat das Interesse von Johnson & Johnson geweckt. (Bild: Actelion)

Die erste Meldung, Actelion habe einen Kaufinteressenten gefunden, stammt von der Plattform „Streetinsider.com“.  Die Agentur Bloomberg berief sich kurz darauf auf mit der Angelegenheit vertraute Personen und berichtete von Verhandlungen mit Johnson & Johnson. Diese befänden sich in einem frühen Stadium. Von beiden Unternehmen liegen noch keine Stellungnahmen vor, berichtet Reuters.

Actelion wächst, Johnson & Johnson hat Bedarf

Actelion ist in diesem Jahr stark gewachsen und hat bereits drei Mal seine Wachstumsprognose erhöht. Der Aktienkurs des Pharmaunternehmens stieg im Laufe des Jahres um 13 %, der Wert des Unternehmens beträgt geschätzte 17 Mrd. US-Dollar. Bei mindestens 30 % Prämie liefe eine Übernahme auf eine Summe von über 22 Mrd. US-Dollar (21 Mrd. Euro) hinaus, schätzt das Handelsblatt. Dies wäre für Johnson & Johnson leicht zu verkraften.

Der Schwerpunkt des Schweizer Pharmakonzerns liegt bei Medikamenten gegen Lungenhochdruck. Mit den Medikamenten Uptravi und Opsumit stehen die Schweizer in direkter Konkurrenz des Bayer-Produkts Adempas, hatten damit aber mehr Erfolg. Johnson & Johnson erzielt im Pharmabereich etwa 43 % des Gesamtumsatzes, der Konzern vermarktet unter anderem den von Bayer entwickelten Blutgerinnungshemmer Xarelto in den USA. Mit der Übernahme würden die Amerikaner ihren Geschäftsbereich für Herzkreislauf-Medikamente stärken. In den herrschenden Übernahmeschlachten hatten sie sich bislang zurückgehalten.

Die größten Übernahmen und Fusionen

Anzeige
Loader-Icon