Markt

Überraschende Gewinnwarnung bei Gea

20.10.2016 Schwache Geschäfte im September haben dem Anlagenbauer Gea das Geschäftsjahr vermiest: Der Konzern gab überraschend eine Gewinnwarnung aus - entgegen der noch vor zwei Wochen auf der Investorenkonferenz bestätigten Jahresziele.

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GEA: Umsatz im 1. Quartal 2013 um 2,4 % vermindert

Wegen schlechter Umsätze in der milchverarbeitenden Industrie hat Gea die erwarteten Jahresziele senken müssen. (Bild: Gea)

Verantwortlich seien schwache Umsätze und verzögerte Projekte in der Milchverarbeitung sowie in der Öl- und Gasindustrie. Auf der Basis vorläufiger Zahlen für September 2016 erwartet Gea für das 3. Quartal 2016 einen Umsatz in der Größenordnung von 1.100 Mio. Euro, ein Minus von 1,8 % gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr, bereinigt um Akquisitions- und Währungseinflüsse. Der erwartete Auftragseingang liegt in der Größenordnung von 1.084 Mio. Euro (Vorjahr: 1.068 Mio. Euro, 0,3 % Anstieg), das operative EBITDA in der Größenordnung von 113 Mio. Euro (Vorjahr: 144 Mio. Euro).

Diese Zahlen „zeigen Belastungen des Konzerns auf, die sich in einer Größenordnung kumuliert haben, die sich bis Ende des Jahres augenscheinlich nicht mehr vollständig durch Gegenmaßnahmen, wie beispielsweise das Heben weiterer Einsparpotentiale, kompensieren lässt“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. „Obwohl sich das restliche Geschäft wie erwartet entwickelt, kann es die oben genannten nachteiligen Auswirkungen nicht mehr kompensieren.“

Infolgedessen musste Gea den Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 anpassen: Beim Umsatz rechnet man nun mit einem moderaten Rückgang anstelle eines moderaten Anstiegs. Das erwartete operative EBITDA für das gesamte Jahr liegt nur noch bei rund 570 Mio. Euro, statt zuvor zwischen 645 Mio. und 715 Mio. Euro. Die mittelfristigen finanziellen Ziele bestätigte das Unternehmen dagegen. Die offiziellen Ergebnisse des dritten Quartals 2016 gibt Gea am 28. Oktober bekannt. Bereits das erste Quartal hatte dem Anlagenbauer schwächere Umsätze beschert als erwartet.

Als Reaktion auf die gesunkenen Erwartungen brach die Aktie des Konzerns um über 21 % auf 37,47 Euro ein. Die Gewinnwarnung sei eine große Überraschung, da das Unternehmen kürzlich betont habe, dass es „nichts Besorgnis erregendes“ im dritten Quartal gebe, zitiert Reuters den Analysten Hans-Joachim Heimbürger vom Anlageberater Kepler Cheuvreux. Er werde seine Einstufung der Aktie überprüfen. Auch Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank kritisierte die kurzfristige Prognosesenkung. Die Tatsache aber, dass Gea die Mittelfrist-Ziele bestätigt hat, könne positiv gewertet werden. „Dies zeigt unseres Erachtens, dass die Gründe für die Gewinnwarnung lediglich vorübergehende Aspekte sind“, sagte Reigber.

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