Umstrukturierung

Unilever verlässt Firmensitz in London

15.03.2018 Der Konsumgüter-Konzern Unilever strukturiert um und gibt die Firmenzentrale in London auf. Die Entscheidung habe jedoch „nichts mit dem Brexit zu tun“, betont CEO Paul Polman.

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Brexit-Motiv auf Steinwand

Unilever betont, der Umzug habe nichts mit dem Brexit zu tun. Der Weggang des drittgrößten britischen Unternehmens ist dennoch . (Bild: psdesign1 – Fotolia)

Unilever besteht bislang aus zwei eigenständigen Gesellschaften: Die eine hat ihren Sitz in der britischen Hauptstadt, die andere in Rotterdam in den Niederlanden. Diese Struktur soll fallen, um den Konzern „einfacher, agiler und fokussierter“ zu machen, berichtet das Handelsblatt. Alleiniger Hauptsitz soll zukünftig Rotterdam sein, teilte das Unternehmen mit. Außerdem solle Unilever in die Sparten Beauty & Personal Care, Home Care sowie Foods & Refreshment aufgeteilt werden. Die Führung der ersten beiden Sparten solle weiterhin von London aus geschehen, man gebe Großbritannien also keinesfalls auf. Auch Finanzchef Graham Pitkethly bekräftigte, dass der Abgang aus London „auf keinen Fall mit dem Brexit zusammenhängt“. Die in Rotterdam ansässige Gesellschaft sei schlicht die größere. Allerdings hat Unilever in Großbritannien 7.300 Mitarbeiter, in den Niederlanden nur 3.100.

So verleiht der Umzug des drittgrößten Unternehmens in Großbritannien mit einem Wert von über 100 Mrd. Pfund der Entscheidung, die EU zu verlassen, erneut einen bitteren Beigeschmack. Der künftige Status der britischen Wirtschaft und das Verhältnis zum Rest von Europa sind noch immer ungeklärt, die genauen Folgen bislang unabsehbar. Neue Zölle und Grenzkontrollen gelten jedoch als sicher. Großbritannien dürfte damit an Attraktivität für Investoren verlieren. Unilever hatte erst Anfang des Jahres 2018 angekündigt, die traditionsreiche Produktion von Senf der Marke Colman‘s in Norwich zu schließen und an andere Produktionsstandorte zu verlegen, unter anderem nach Deutschland. Ebenfalls Einfluss auf die Entscheidung für den Unilever-Hauptsitz in Rotterdam dürfte die Ankündigung des Niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte gehabt haben, Unternehmen künftig weniger zu besteuern.

 

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