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VDMA: Deutsche Nahrungsmittel-Maschinenbauer weltweit führend

17.10.2012 Fast eine Milliarde Menschen leidet Hunger. Eine der wichtigsten Ursachen ist das Verderben von Nahrungsmitteln durch fehlende Verarbeitungs- und Verpackungstechnik sowie unzureichende Transportlogistik, kommentiert der Industrieverband VDMA, Frankfurt, den Gedenktag. Jedoch stehen die Deutschen Lieferanten von Anlagen und Maschinen im Nahrungsmittel- und Verpackungssektor weltweit mit starken Absätzen an der Spitze.

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Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO gehen in den ärmeren Regionen der Welt bis zu 65 % der Ernte auf dem Weg vom Feld auf den Markt verloren (Bild: itestro-Fotolia)

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO gehen in den ärmeren Regionen der Welt bis zu 65 % der Ernte auf dem Weg vom Feld auf den Markt verloren. Mit moderner Technik lassen sich die Verluste eingrenzen. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer haben das erkannt und steuern gegen. Dabei setzen sie zunehmend auf deutsche Technik. „Sachgerechter Umgang mit Lebensmitteln und Getränken erfordert hohe technologische Kompetenz und viel Erfahrung. Unsere Maschinen sind im wahrsten Sinne des Wortes Technik für Menschen. Die deutschen Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen haben hier seit vielen Jahren die Nase vorn und bauen ihren Vorsprung weiter aus“, sagte Richard Clemens, Geschäftsführer dieses Fachbereichs beim VDMA anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober.

Mit einem Produktionsvolumen von rund 11 Mrd. Euro (2011) und einem Exportumsatz von 85 % sind die deutschen Unternehmen international führend. Etwa ein Viertel der weltweit gehandelten Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen kommt aus Deutschland. Dabei spielen sich entwickelnde Volkswirtschaften wie China, Indien, Brasilien, aber auch Märkte in Afrika und im Nahen Osten eine zunehmend wichtigere Rolle: Vor fünf Jahren wurden rund 60 % der Exporte von Prozess- und Verpackungsmaschinen in die Länder Europas geliefert, 2011 waren es nur noch 48 %. Asien ist inzwischen nach Europa zur zweitwichtigsten Absatzregion aufgestiegen mit einem Anteil von 19 % (2011) und China als wichtigstem Einzelmarkt. Nach Lateinamerika gingen 2011 8 % der Exporte und nach Afrika 7 %. Die Absatzmärkte haben sich verschoben, die starken Wachstumsimpulse kommen zunehmend aus den bevölkerungsreichen Schwellen- und Entwicklungsländern.

Die deutschen Hersteller haben auf die Veränderungen reagiert und bedienen diese Märkte mit adäquater Technik. Mit dieser Strategie eröffnen sie nicht nur den lokalen kleineren und mittleren Unternehmen Zugang zu bezahlbarer deutscher Technik, sondern bieten dem chinesischen Wettbewerb, der besonders in afrikanischen Ländern und in Südostasien stark auftritt, Paroli. 20 % mehr Exportumsatz konnten die deutschen Hersteller 2011 in Afrika verbuchen.

Intelligente Technologien, eine fundierte Ausbildung und Investitionen in die Infrastruktur sind von entscheidender Bedeutung, um Nahrungsmittelverluste zu reduzieren und die Versorgung im Land zu verbessern. Mit Hilfe von geeigneter Technik eröffnen sich für die rohstoffreichen Länder darüber hinaus Möglichkeiten im Exportgeschäft.

Die Weltbevölkerung wächst weiter. Die FAO schätzt, dass 2050 etwa 9 Mrd. Menschen auf der Erde leben werden, 2 Mrd. mehr als heute. Dieser Bevölkerungszuwachs verschärft die Herausforderung der Ernährungsfrage. „Intelligente Technik tut Gutes. Sie hilft, die Probleme der Ernährung zu lösen. Ohne diese „gute Technik“ wird die Versorgung der Weltbevölkerung nicht möglich sein“, sagte Clemens.

(dw)

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