Unter einem Dach

Verpackung, Kennzeichnung und Inspektion: Multivac benennt Tochter MR Etikettiertechnik um

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15.11.2010 Der Integrationsgrad von Verpackungslinien in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie in der Medizintechnik steigt. Als logische Konsequenz hat Multivac seine Kennzeichnungstochter MR Etikettiertechnik deshalb in „Multivac Marking & Inspection“ umbenannt und in die Vertriebsstruktur des Unternehmens eingegliedert. Die Redaktion sprach mit Volker Gerloff, Geschäftsführer des Unternehmens über die Gründe und Strategie.

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P+F: Was versprechen Sie sich von dem neuen Markenauftritt?
Gerloff: Wir waren als „MR“ schon gut in der Etikettiertechnik positioniert. Unser Schwerpunkt lag natürlich, wie auch bei Multivac, auf der Lebensmittelbranche. Aber auch andere Etikettierlösungen hatten wir bereits im Programm. Wir gehören seit 1993 zu Multivac – und haben den Namen schon seit Jahren immer stärker in MR Etikettiertechnik hineingezogen. Aber es ist für den Anwender schwer nachzuvollziehen, wenn er zwei verschiedene Namen in Übereinstimmung bringen soll – das geht bis hin zur Frage, ob auf dem Bedienpanel an einer Multivac-Anlage, mit dem sowohl die Verpackungsmaschinen als auch der Etikettierer bedient werden, das Label „MR Etikettiertechnik“ stehen soll oder aber „Multivac“. Deshalb war es ein logischer Schritt, dies zu vereinheitlichen. Das Aufrechterhalten von zwei Produktnamen erzeugt mehr Aufwand, als das Zusammenlegen.

P+F: Welche organisatorischen Folgen hat dieser Schritt?
Gerloff: Multivac Marking und Inspektion wird sich künftig auf Konstruktion, Entwicklung, Produktion und Support der Produkte konzentrieren, der Vertrieb läuft jetzt auch in Deutschland über das Netz von Multivac, wie im Ausland bereits seit vielen Jahren.

P+F: Bislang lag Ihr Schwerpunkt auf der Kennzeichnung von tiefgezogenen Verpackungen. Welche Ergänzungen planen Sie darüber hinaus?
Gerloff: Die zweite wichtige Produktgruppe sind Transportbandetikettierer, mit denen man die verschiedensten Food- und Nonfoodprodukte im Durchlauf etikettiert. Diese Produkte haben wir jetzt schon. Wir haben in den letzten Jahren die Direktdruck-Systeme stark forciert. Darunter auch Kartonetikettier, ergänzt durch Checkweigh- und Metalldetektoren.

P+F: Welche Rolle werden in Zukunft Direktdrucksysteme spielen?
Gerloff: Unser Schwerpunkt ist hier die notwendige Verfahrbewegung des Druckers. Wir werden keinen eigenen Tintenstrahldrucker bauen, sondern die notwendige Drucktechnik zukaufen.

P+F: Welche Entwicklungen planen Sie?
Gerloff: Beim Xbelt arbeiten wir mit einem neuen Verfahren, bei dem die Etiketten entsprechend der Packungsanordnung auf ein Transferband übergeben und dann auf die durchlaufenden Packungen appliziert werden – wir werden diese Lösung weiter ausbauen und auch neue Lösungen zum unterbrechungsfreien Etikettieren zeigen. Auch unsere Transportbandetikettierer werden wir mittelfristig auf Servotechnik umstellen, um höhere Leistungen zu erreichen. Das sind kontinuierliche Entwicklungsprozesse, bei denen wir auf der mechanischen- sowie antriebs- und steuerungstechnischen Seite Verbesserungen und Leistungserhöhungen vornehmen.

P+F: Welche Entwicklungen zeichnen sich bei den Inspektionssystemen ab?
Gerloff: Inspektionssysteme werden von den Anwendern immer mehr verlangt. Die Röntgentechnik hat derzeit noch einen begrenzten Markt, die Anlagen sind aufwändig und stellen einen hohen Investitionsaufwand dar. Aber solche Systeme erhöhen die Sicherheit und können mehr als die Metalldetektion.

P+F: Warum gehören für Sie Kennzeichnung und Inspektion so eng zusammen?
Gerloff: Das liegt natürlich daran, dass wir diese Techniken aus einer Hand anbieten wollen – zusammen mit der Verpackungslinie entstehen so integrierte Lösungen. Unser Angebot reicht von den Produkten über die Beratung bis hin zum Service – eine ganzheitliche Lösung. Der Anwender braucht sich nicht über die einzelnen Aspekte und den Service mit verschiedenen Anbietern zu unterhalten.

P+F: Entwickeln Sie Inspektionssysteme selbst?
Gerloff: Nein, hier kaufen wir zu, aber das Handling und das Transportsystem machen wir. Die Systeme müssen in die Verpackungslinie eingebunden werden, und um diese Dinge kümmern wir uns.[AS]

Neue Etikettierlösung
Hygienisch auf die Tiefziehverpackung

Mit dem neuen Etikettierer „Xbelt“ appliziert Multivac Etiketten nach einem völlig neuen, patentierten Varfahren. Die Etiketten werden entsprechend der Packungsanordnung auf ein Transferband übergeben. Mit dem Folienvorschub werden alle Etiketten für ein komplettes Format von dem Transferband auf die darunter durchlaufenden Packungen appliziert. Das System kommt ohne Verfahreinrichtung sowie ohne Druckluft aus; es vermeidet dadurch Hygieneprobleme und zeichnet sich durch einen geringeren Platzbedarf und bessere Zugänglichkeit aus.
Daneben hat der Hersteller neue Foliendrucksysteme vorgestellt, mit denen variable Daten direkt auf Folie gedruckt werden können – dies sind Barcodes, Logos, Text, MHD, Chargennummern etc. Die Drucker der Reihe MR 290 beherrschen die Varianten Längs- oder Querdruck sowie intermittierend und kontinuierlich.

 

Heftausgabe: November 2010
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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