Tierisch gut verpackt

Verpackungs-Komplettsystem für die Veterinärmedizin

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23.05.2014 Ob Antibiotikum, Impfstoff oder Mittel gegen Parasitenbefall - die pharmazeutischen Anforderungen in der Produktion von veterinärmedizinischen Arzneien sind mit denen in der Humanmedizin durchaus zu vergleichen. Auch im folgenden Anwendungsbeispiel eines europäischen Unternehmens gibt die von Optima Pharma gelieferte Anlagentechnik, ein Verpackungs-Komplettsystem, keinen Hinweis darauf, dass es sich um spezifische Arzneimittel der Tiermedizin handelt.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Ein Unternehmen, das ausschließlich veterinärmedizinische Produkte anbietet, erhielt eine Komplettanlage mit Waschmaschine, Sterilisiertunnel, Füll- und Verschließmaschine und anschließender Magazinierung.
  • Der Anforderungskatalog des Betreibers umfasste unter anderem einen großen Formatbereich sowie eine aseptische Ausführung.
  • Durch das Zusammenführen der verschiedenen Funktionen in einen Maschinenrahmen profitiert der Betreiber zusätzlich von Platzvorteilen innerhalb der Produktion.

Im ersten Schritt reinigt die Anlage die Vials. Dazu gibt das Personal diese manuell auf einen Drehteller auf und führt sie einer Waschmaschine zu. Greifer an der Rundläuferwaschmaschine übernehmen die Vials und drehen sie um 180°. Von unten einfahrende Nadeln sowie Sprühdüsen waschen die Vials nun innen und außen. Beim diesem ersten Waschvorgang verwendet die Maschine kostengünstig rezirkulierendes Umpumpwasser und entfernt damit sich im Vial befindende Partikel. Nach dem Ausblasen folgt ein zweiter Waschvorgang, bei dem als „final rinse“ WFI (water for injection) zum Einsatz kommt, um anschließend die Vials erneut trocken zu blasen. Als weiterer Verarbeitungsschritt spült die Station die Vials innen mit einer Silikonemulsion und bläst sie daraufhin ein drittes Mal trocken.

Viele Funktionen, wenige Komponenten
Nun führt das System die Gefäße durch einen Sterilisiertunnel. An dessen Ende folgt der Übergang auf einen Drehteller und damit zugleich in die Zone eines offenen Rabs mit laminarer Strömung. Vom Drehteller wiederum gelangen die Behältnisse in eine Füll- und Verschließmaschine im Monoblock-Design. Der Rechentransport der linearen Maschine befördert die Behältnisse zu vier Füllstellen, die jeweils ein Viertel der Gesamtmenge an Arzneimittel dosieren. Damit erhöht sich die Gesamtleistung der getakteten, durchsynchronisierten Anlage bei gegebener Füllstellenzahl – dies insbesondere bei den großen Füllmengen.

Noch vor der ersten Füllstelle erfasst das System das Taragewicht der Behältnisse. Nach der vierten Füllstation und einer zweiten Wägestation ist dem Produzenten somit das Nettofüllgewicht bekannt. Die 100%-Inprozesskontrolle unterzieht die erzielten Nettofüllgewichte einer statistischen Auswertung. So kann die Anlage die Steuerung der vier Peristaltikpumpen kontinuierlich am Füllgewichtsoptimum ausrichten. Da das System unnötiges Überfüllen sowie Ausschuss wegen Unterfüllen vermeidet, erhalten Betreiber eine optimale Ausschöpfung des vorhandenen Produkts. Während des Füllvorgangs findet zudem eine Partikelmessung statt. Schließlich flutet die Applikation jedes Gebinde mit Stickstoff und reduziert damit den Restsauerstoffgehalt.

Automatische Verschlusskontrolle
Der Verschließvorgang, der ebenfalls innerhalb der Monoblockmaschine stattfindet, beginnt mit dem Stopfensetzen: Ein Sortiertopf führt einem Vakuumgreifer Stopfen zu, der diese im Anschluss den Vials aufdrückt. Eine optische Kontrolle überprüft danach, ob die Verschlüsse auch wirklich anwesend sind. Im zweiten Teil des Prozesses positioniert eine Abschleppbahn Kappen auf den mit Stopfen versehenen Gefäßen. Die Kappen leitet auch hier ein Sortiertopf zu.

Eine weitere Kontrollstation prüft den Bördelverschluss, bevor dann der aktive Gutauslauf aus der Monoblockmaschine in Richtung Magazinierung erfolgt. Fehlerhafte Behältnisse gelangen in den Schlechtausschub. Die Entnahme der gesammelten, befüllten, verschlossenen und geprüften Vials aus der Magazinierung erfolgt wieder manuell durch das Personal.

Nicht nur Glas
Der genutzte Verarbeitungsbereich erstreckt sich hier über die Formate 10, 50, 100, 125, 250 und 500 ml. Die Leistungskapazität beträgt für das größte Format 1.100/h und erreicht beim kleinsten Format bis zu 3.600/h. Beim 125-ml-Format handelt es sich um eine PET-Flasche, die der Bediener im Verarbeitungsprozess direkt auf den Drehteller der Füllmaschine aufgibt, da hier kein Waschen und Sterilisieren erfolgt. Bei allen anderen Formaten sind es Glasvials, die das System verarbeitet. Ein Formatwechsel dauert jeweils rund 30 min.

Im Rahmen dieses Projekts kombinierte der Hersteller erstmals eine Monoblockmaschine dieses Formatbereichs mit einer Waschmaschine inklusive Sterilisiertunnel. Der Anwender profitiert damit von einer großen Formatbandbreite im Füll- und Verschließprozess inklusive aspetischer Bedingungen. Die innerhalb eines Maschinenrahmens installierten Füll- und Verschließfunktionen bringen zudem einen Platzvorteil innerhalb der Produktion.

Hier geht‘s zur Internetseite des Herstellers und hier finden Sie weitere Artikel über Abfülltechnik.

Heftausgabe: Juni 2014

Über den Autor

Felix Henning, Public Relations, Optima Pharma
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