P+F-Produktfokus Flüssigkeitsfilter

Vielfalt beim Filtrieren

05.07.2007 Neben den üblichen Anforderungen, wie ein geringer Druckverlust oder hohe Durchflussraten, müssen Filter für die Pharma- und Lebensmittelproduktion auch hinsichtlich der Hygiene hohe Erwartungen erfüllen. Ob für die Filtration von Wasser, Saft oder Arzneimitteltropfen – unser Produktfokus zeigt, was sich in den letzten Monaten getan hat.

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Hemmt Bakterien Pall Life Sciences hat die Kleenpak Water Filter speziell zum Schutz von Wasserentnahmestellen in Reinraumschleusen entwickelt. Sie entfernen Bakterien, Pilze, Protozoen und partikuläre Verunreinigungen aus dem Wasser und verhindern, dass Mikroorganismen über das Händewaschen an die Reinraumkleidung und später in die Produktionsumgebung gelangen. Filtriert wird über eine doppellagige Sterilfilterkapsel, deren Vorfilterlage auf der Anströmseite eine asymmetrische Struktur besitzt. Diese sorgt für eine erhöhte Schutzwirkung und optimiert die Einsatzdauer der symmetrischen Supor PES Sterilfiltermembran. Ein bakterienhemmender Zusatz im Gehäusematerial verhindert, dass der Filter retrograd kontaminiert wird.

Für heißes und kaltes Wasser Im Septron Bio-Safe von Christ Pharma & Life Sciences ist ein EDI-Modul in Spiralwickeltechnik mit einer Membranstufe zur Partikel- und Keimabscheidung kombiniert. Zusammen mit einer vorgeschalteten Umkehrosmose lässt sich auf diese Weise Reinstwasser in Highly Purified Water-Qualität mit Keimzahlen kleiner als 10KBE/100ml erzeugen. An bestehenden Osmotron-Anlagen kann das Modul leicht nachgerüstet werden und erhöht die mikrobiologische Sicherheit. Die Kaltwasserausführung ist mit ihrem geringen Energieverbrauch besonders für Pharma-Anwendungen geeignet, bei denen Effizienz und geringer Aufwand gefragt sind. Beim heißwasserbeständigen Bio-Safe select sanitisieren Temperaturen über 80°C die Gesamtanlage inklusive vorgeschalteter Prozessschritte.

Ultrafiltration mit USP-Standard Membranfilter werden häufig in sensiblen Bereichen der Pharma- und Lebensmittelindustrie eingesetzt. Diese Anwendungen erfordern nicht nur hohe Qualitätsansprüche, sondern auch unterschiedliche Zulassungen der Produkte. Microdyn-Nadir bietet deshalb jetzt auch Polyethersulfon und Regenerat Cellulose Membranen an, die dem Standard USP classVI der amerikanischen Pharmaindustrie entsprechen. Damit können die Spira-Cel Module, die sich zudem leicht reinigen lassen und bis 80°C stabil sind, auch in sensiblen Bereichen eingesetzt werden. Auf Grund ihrer großen Membranfläche und der vielfältigen Modulgrößen lassen sich unterschiedlichste Prozessströme behandeln.

Ohne Nebenwirkungen Mit den Pharma Grade Filtern stellt Sefar eine neue Produktlinie vor, die speziell für die pharmazeutische Industrie entwickelt wurde. Sämtliche eingesetzte Materialien und Zubehörteile bei der Herstellung der Gewebe, aber auch bei der Konfektion der einsatzfertigen Filter, sind strengen Zulassungskriterien unterworfen. Komponenten, die mit dem Produkt in Kontakt kommen, sind konform zu den jeweiligen FDA-Richtlinien. Die Menge extrahierbarer Stoffe ist so gering, dass sie einen bestimmten Grenzwert pro produktberührende Fläche nicht überschreiten. Darüber hinaus wurde speziell für diese Produkte ein Konfektionsprozess mit definierten GMP-Leitlinien eingeführt.

Hohe Durchflussrate Die Sterilfilterreihe Fluorodyne EX von Pall Life Sciences ist für ein breites Anwendungsspektrum geeignet. Der doppellagige Membranaufbau verbindet eine asymmetrische PES-Vorfiltermembran mit einer PVDF-Sterilfiltermembran. Die Ultipleat-Faltung ermöglicht eine sehr große Filterfläche von 1,1m² für ein 10“-Modul. Der asymmetrische Aufbau der Vorfiltermembran verbessert die Durchflussleistung und optimiert die Schutzwirkung auf die nachgeschaltete 0,2-µm-Fluorodyne Sterilfiltermembran. Das Ergebnis sind hohe Flussraten und infolge der deutlich höheren Schmutzaufnahmekapazität verlängerte Standzeiten. Der Anwender erhält darüber hinaus mehr Flexibilität beim Autoklavieren oder Dampfsterilisieren, da die Membrankonstruktion eine Bedämpfung in benetztem oder trockenem Zustand erlaubt.

Filtrierende Vielfalt Die Kunststofffiltergehäuse von Porex Technologies reinigen Gase und Flüssigkeiten. Sie stellen eine vielseitige Designlösung für die ultrafeine photochemische Filtration, den Labor- und Analysebereich sowie den Schutz pneumatischer Steuerungen dar. Sie können unter anderem als Vorschaltfilter vor Pumpen, Motoren und Umkehrosmoseanlagen oder als Spülwasserfilter in Getränkeautomaten eingesetzt werden. Jedes Standard-Filterelement aus Polyethylen ist in drei verschiedenen Filterfeinheiten erhältlich, Edelstahl-Filtereinsätze sind ebenfalls möglich. Zur Auswahl stehen außerdem drei verschiedene Dichtungsmaterialien und Gehäuse mit einem kleinen Filterkopf mit kurzer oder langer Tasse und Gehäuse mit einem großen Filterkopf mit Tasse.

Ganz ohne Klebstoff Die Filterkerzen aus Polypropylen (PP) von Infiltec sind thermoplastisch miteinander verschweißt; auf Kleber und Dichtungselemente wird verzichtet. Hochbelastbare Fasern sorgen für eine große Schmutzaufnahmekapazität in zahlreichen Anwendungsfeldern wie der Getränke- und Lebensmittelindustrie, bei Feinchemikalien oder der Aufbereitung von Prozesswasser. Alle Komponenten entsprechen den Anforderungen der FDA plastic test und der USP XX III. Lange Standzeiten reduzieren die Wartungsintervalle und damit auch die Kosten der Filtereinsätze. Um die Kerzen mit allen gängigen Filtergehäusen und Dichtungen kombinieren zu können, ist eine große Auswahl an handelsüblichen Adaptern erhältlich.

Der größte seiner Art Mit einer Gesamtfilterfläche von 50,4m2 ist der RT-GT-Filter der größte gasdicht gekapselte Filter, den Larox bisher gebaut hat. Gasdichte Filter werden vornehmlich in der Biotechnologie, der Pharmazie und der Lebensmittelindustrie eingesetzt, da sie sowohl Sicherheits- als auch hygienetechnische Anforderungen erfüllen. Neben der Filtration bieten sowohl der Standard- als auch der RT-GT-Filter die Wahl zwischen verschiedenen Prozessstufen wie Kuchenwäsche und Filterkuchenentfernung. Sämtliche Innenflächen sind leicht zu reinigen. Schwer zugängliche Stellen und ebene Flächen wurden vermieden. Zusammen mit der integrierten CIP-Reinigung wird der Filter deshalb auch hohen Hygieneanforderungen gerecht.

Kohlen-Stoff Charcoal Cloth International hat ein neues Aktivkohlegewebe mit sehr hohen Durchflussraten und geringem Druckabfall auf den Markt gebracht. Das Zorflex HF Filtermedium wurde für Anwendungen der dynamischen Filtration, für Adsorptions- und Abscheidungsprozesse entwickelt. Das Gewebe kann ganz auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden. Es ist in verschiedenen Webarten und Breiten, geschlitzt, geschnitten und laminiert auf verschiedenen Textilien erhältlich. Dadurch kann es vielfältig weiterverarbeitet werden, beispielsweise für Taschen-, Falten- oder Scheibenfilter. Neben der Standardausführung HF10 gibt es das Gewebe noch in einer zweiten Güteklasse, HF70, mit höherer Adsorptionskapazität.

Filtrieren ohne Gewebe Der neue Quarz-Sinterwerkstoff VitraPor von Robu ist eine Alternative zu Fasergeweben in der Filtertechnik. Bei der Herstellung lassen sich mono- und mehrmodale Porendurchmesser variieren, die Porengröße kann je nach den Erfordernissen des Anwenders eingestellt werden. Die zweidimensionale Formgebung mit leistungsstarken CO2-Schneidlasern und einer Schnittbreite von nur 0,05mm ermöglicht eine große Formen- und Oberflächenvielfalt. Der Werkstoff auf Basis von amorphem Siliziumdioxid ist beständig gegenüber abrupten Temperaturwechseln und chemisch aggressiven Stoffen.

Heftausgabe: Juli 2007
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Über den Autor

Papst
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