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Wacker Biotech übernimmt Scil Protein Production in Halle

21.11.2013 Wacker Biotech in Jena, eine Tochtergesellschaft der Münchner Wacker Chemie, erwirbt von Bionet Ventures den Auftragshersteller Scil Protein Production in Halle. Wacker übernimmt dabei die Anlagen zur Herstellung von therapeutischen Proteinen in Halle, das dazugehörige Geschäft sowie das Patent-Portfolio.

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Wacker Biotech hat den Auftragshersteller Scil Protein Production in Halle übernommen und erweitert dadurch sein Leistungsangebot für Pharmaunternehmen bis in die Marktversorgungsphase (Bild: Wacker)

Die bestehenden Kundenbeziehungen des Auftragsherstellers werden weiter geführt. Ebenso sollen die Mitarbeiter des Unternehmens weiter beschäftigt werden. Der Vollzug der Transaktion wird Anfang 2014 erwartet.

Die im Jahr 2005 gegründete Scil Proteins Production beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und verfügt in Halle über Fermenter mit einer Kapazität von bis zu 1.500 l. Darin können pharmazeutische Wirkstoffe für die klinische Prüfung, aber auch für die Marktversorgung hergestellt werden. Die Anlagen entsprechen den Qualitätsrichtlinien der „Good Manufacturing Practice“ (GMP) und sind bereits von der europäischen Aufsichtsbehörde European Medicines Agency für die Herstellung eines Pharmaproteins für ein Medikament zugelassen.

Die Zulassung durch die US-amerikanische Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration wird ebenfalls bald erwartet. Eine wichtige Ergänzung des Know-hows von Wacker als Vollserviceanbieter für die mikrobielle Herstellung von Pharmaproteinen ist die Expertise von Scil Proteins Production bei der Rückfaltung von Proteinen. Das so genannte Refolding ist für Proteine, die in Bakterienzellen nicht in aktiver Form herstellbar sind, ein wesentlicher Schritt im Produktionsprozess, um die gewünschten Wirkeigenschaften zu erhalten.

„Die Akquisition ist für uns ein entscheidender Schritt, um unsere Kunden nach erfolgreicher Zulassung ihrer Medikamente auch in der Marktversorgungsphase begleiten zu können“, sagte Dr. Gerhard Schmid, Leiter des Geschäftsbereichs Wacker Biosolutions. „Verschiedene Pharmaprojekte unserer Partner, die wir in der präklinischen und klinischen Entwicklung begleitet und mit vorangetrieben haben, stehen kurz vor dem Start der kommerziellen Vermarktung. Dieser Ausbau unserer Produktionskapazitäten kommt für uns und unsere Kunden zum idealen Zeitpunkt. Gleichzeitig ergänzt die Refolding-Expertise von Scil unsere eigenen Technologieplattformen und erweitert unser Serviceangebot als einer der führenden Auftragshersteller von biopharmazeutischen Proteinen mit mikrobiellen Technologien“, erläuterte der Geschäftsbereichsleiter.

Laut Schmid hat der Erwerb von Scil Proteins Production eine Reihe von Vorteilen gegenüber einer Erweiterung der bestehenden Biopharma-Aktivitäten von Wacker Biotech in Jena. So werden in den Anlagen in Halle schon jetzt pharmazeutische Wirkstoffe für ein zugelassenes Medikament hergestellt. Auch der hochqualifizierte Mitarbeiterstamm des Unternehmens war ein ausschlaggebendes Motiv für die Akquisition. „Auf diese Weise können wir jetzt unseren Kunden deutlich größere Produktionskapazitäten zur Verfügung stellen“, betonte Schmid.

(dw)

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