Anlagenkauf

Wacker kauft Cystein-Fermentationsanlage in Spanien

22.12.2016 Der Chemiekonzern Wacker baut seine Cysteinproduktion aus: Die Life Science- und Biotechnologie-Sparte Wacker Biosolutions erwirbt eine Großfermentationsanlage in Spanien. In der Anlage am Standort León will der Konzern künftig fermentativ erzeugtes Cystein für die Lebensmittel- und Pharmabranche herstellen.

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Wacker vergrößert seine fermentative Cystein-Produktion für Pharma- und Lebensmittelbranche mit einem Anlagenkauf in Spanien. (Bild: Wacker)

Wacker vergrößert seine fermentative Cystein-Produktion für Pharma- und Lebensmittelbranche mit einem Anlagenkauf in Spanien. (Bild: Wacker)

Einen entsprechenden Kaufvertrag haben Wacker und die spanische Gesellschaft Antibióticos de León (ADL) bereits unterzeichnet. Wacker übernimmt demnach eine Produktionslinie mit einer Fermentationskapazität von 800 m3 von ADL. Der Münchner Chemiekonzern will in die Übernahme sowie in den nächsten Jahren in die Modernisierung der bestehenden Anlage und weiteres Produktionsequipment insgesamt ca. 30 Mio. € investieren. Am Standort sollen zukünftig etwa 35 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Vollzug der Transaktion wird zum Ende des Jahres erwartet.

„Die Akquisition ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Position als weltweiter Markt- und Technologieführer für fermentativ hergestelltes Cystein“, begründete Wacker-Vorstandsmitglied Auguste Willems die Investition. „Die Erweiterung ist Teil unserer Strategie, den Anteil von Spezialitäten an unserem Gesamtgeschäft zu steigern und so weiter profitabel zu wachsen. Mit dem Erwerb sind wir optimal ausgerüstet, um den wachsenden Cystein-Bedarf unserer Kunden sicher zu decken und künftig auch neue fermentativ erzeugte Produkte zu kommerzialisieren.“

Vegetarisches Cystein durch Fermentation

Die natürliche Aminosäure Cystein wird in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelbranche breit genutzt, beispielsweise zur Erzeugung von Aromen, als glutenaufbrechendes Prozesshilfsmittel für Backwaren, als Radikalfänger in Kosmetikprodukten oder als Schleimlöser in Hustenmitteln. Anders als viele traditionelle Hersteller, die die Aminosäure aus menschlichen oder tierischen Quellen wie Haaren, Federn oder Schweineborsten mithilfe von Salzsäure extrahieren, stellt Wacker Cystein in einem biotechnologischen Verfahren durch Fermentation her. Durch die pflanzlichen und anorganischen Ausgangsprodukte ist das so produzierte Cystein rein vegetarisch. Potenzielle Verunreinigungen durch tierische und menschliche Krankheitserreger sind so ausgeschlossen, wodurch sich das Produkt besonders für den Einsatz in Lebensmitteln oder Pharmaprodukten eignet.

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