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Währungsbetrug: Pharmakonzerne im Visier der venezolanischen Behörden

07.05.2015 Venezuelas Behörden machen mehreren Pharmakonzernen einen Vorwurf wegen Währungsbetrug, darunter auch Bayer und Merck. Die Unternehmen sollen einen festen Vorzugskurs im Kampf gegen den Schwarzmarkthandel ausgenutzt haben. Medienberichten zufolge hat das Land bereits Ermittlungen gegen die Konzerne eingeleitet.

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Währungsbetrug: Pharmakonzerne im Visier der venezolanischen Behörden

Venezuela macht mehreren Pharmakonzernen den Vorwurf des Währungsbetrugs. Unter anderem habe Merck die Produktion und den Import des Schilddrüsenmittels Euthyrox zurückgeschraubt und stattdessen günstigere Vitamine hergestellt und importiert (Bild: Merck)

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte Venezuelas Gesundheitsminister Henry Ventura die Vorwürfe. Die Unternehmen hätten Vorteile aus subventionierten Wechselkursen gezogen und Produkte wie Vitamine produziert oder importiert, statt günstige Kurse für Herstellung und Import günstiger Medikamente gegen chronische Krankheiten zu nutzen. Ventura kritisierte demnach, dass die Unternehmen nur die Arzneien hergestellt hätten, die ihnen Gewinn bringen.

Der Hintergrund: Um gegen den Schwarzmarkthandel vorzugehen, hatte das Land den Anbietern von Gütern wie Nahrungsmitteln und Medikamenten einen festen Vorzugskurs geboten. Aufmerksam geworden sei man auf den Betrug, da es in den vergangenen Monaten vermehrt Engpässe in der Arzneimittelversorgung gegeben habe. Sowohl Bayer als auch Merck wiesen die Vorwürfe zunächst zurück.

Hier finden Sie die Meldung des Handelsblatts mit Bezug auf das Reuters-Interview.

(su)

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