Nahrung ohne Trittbrettfahrer

Was Lebensmittelhersteller über die BRC-V7-Bestimmungen wissen sollten

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

10.09.2015 Ob Hersteller, Einzelhandel oder Verbraucher: Die Sicherheit von Lebensmitteln ist allen wichtig. Zwischenfälle in wichtigen westlichen und asiatischen Märkten, bei denen die Lebensmittelsicherheit durch eine Verunreinigung mit Fremdkörpern beeinträchtigt wird, treten zwar selten auf, finden jedoch große Beachtung und geraten so in den Fokus der Öffentlichkeit.

Anzeige

Entscheider-Facts für Betreiber

  • Bei Regierungen, Verbrauchern und Einzelhändlern steigt das Bewusstsein für Lebensmittelsicherheit, ständig treten aktualisierte Bestimmungen in Kraft - beispielsweise die Version 7 der BRC Global Standards.
  • Lebensmittelhersteller müssen sich über Richtlinien informieren, sie verstehen und Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass ihre Produktinspektionssysteme den Anforderungen und Vorschriften entsprechen.
  • Dies hat höchste Priorität, um einerseits die Gesundheit der Verbraucher und den Ruf der eigenen Marke zu schützen und andererseits das Geschäft in lukrativen Märkten auszubauen.

Um die Verbrauchersicherheit zu ermöglichen und Hersteller sowie Einzelhandelsmarken vor kostspieligen Produktrückrufen zu schützen, fordern große Unternehmen in Europa bereits seit Jahren von ihren Lieferanten das Einhalten von Standards zur Lebensmittelsicherheit. Die wichtigsten weltweiten Standards sind von der Global Food Safety Initiative (GFSI) zugelassen und basieren auf dem HACCP-Konzept (Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte). Eine der wesentlichen Richtlinien sind die Global Standard Guidelines des British Retail Consortium (BRC). Im Rahmen dieses Programms zertifizierte die Arbeitsgemeinschaft bereits mehr als 22.000 Lieferanten in 123 Ländern, die hauptsächlich englische und skandinavische Handelsketten mit Lebensmitteln beliefern. Im Januar 2012 trat die Version 6 der BRC Global Standards in Kraft, deren Bestimmungen die Verbrauchersicherheit noch einmal erhöhen soll. Festgelegt sind darin unter anderem Anforderungen an den Typ und die Positionierung von Produktinspektionssystemen in Lebensmittelproduktionslinien sowie Wartungs- und Dokumentationsverfahren, um die gebührende Sorgfalt zu belegen. Im Januar 2015 veröffentlichte das BRC mit Version 7 noch einmal eine Überarbeitung seiner globalen Standards für Lebensmittelsicherheit. Der Schwerpunkt dieser im Juli 2015 in Kraft tretenden Version liegt auf der verstärkten Implementierung guter Herstellungspraxis in Bereichen, die häufig Anlass zu Produktrückrufen geben, beispielsweise Verpackung und Kennzeichnung.

Ausweitung der Sicherheit
Beim Implementieren von Produktinspektionstechnologie zum Schutz vor Fremdkörpern ist der Aufstellort der Inspektionssysteme entscheidend. Version 7 der BRC-Standards beinhaltet, neben Bestimmungen zur Handhabung der Rohmaterialien selbst, auch Regelungen bezüglich der Verpackung. Absatz 3.5.2.1 schreibt das Implementieren eines dokumentierten Verfahrens zur Annahme von Rohmaterialien beim Hersteller vor. Dieses Verfahren, das jetzt auch für die Verpackung gilt, beinhaltet unter anderem die Entnahme von Stichproben, Tests und Sichtprüfungen. In Fällen, in denen die Verpackung der Lebensmittel durch einen externen Dienstleister erfolgt, schreibt das Regelwerk ein dokumentiertes Standortaudit durch einen „erfahrenen und nachweislich kompetenten Auditor für Produktsicherheit“ vor. Bei diesem Audit sind Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit sowie die Einhaltung der HACCP-Prinzipien und guter Herstellungspraxis zu prüfen.

Heftausgabe: September 2015
Seite:

Über den Autor

Neil Giles, Marketing Communications Manager, Mettler-Toledo Produktinspektion
Loader-Icon