Die Zukunft berechenbar machen

Wie die Zukunft von Startups berechenbar wird

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25.03.2015 Zahlreiche Unternehmen leiden unter Wettbewerbsdruck, Me-too-Produkten und sinkenden Erträgen. Beteiligungen an Start-ups sollen daher mit dazu beitragen, die Unternehmenszukunft zu sichern. Durch ein neues Bewertungsverfahren lassen sich mögliche Investitionsrisiken minimieren.

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Entscheider-Facts für Manager

  • Corporate-Investoren sollten ihr Portfolio berechenbar machen. Die zweistufige Start-up-Due-Diligence ermöglicht genau das: eine faktenbasierte Einschätzung des Investitionsrisikos.
  • Die Zukunftsaussichten geplanter Beteiligungsvorhaben lassen sich auf diese Weise schon früh umfassend bewerten und Risiken beizeiten aufdecken.
  • Häufig entwickeln sich erst aus der Risikobewältigung diejenigen Chancen, die ein Investmentprojekt entscheidend vorantreiben.
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Häufig scheitern Unternehmen bei dem Versuch, disruptive Innovationen innerhalb der bestehenden Strukturen zu entwickeln und einzuführen. Im Trend liegt es daher, eigene Beteiligungsgesellschaften zu gründen, um Anteile von Start-up-Unternehmen zu erwerben und sich so neue Märkte am Rande des eigenen Geschäftsmodells zu erschließen. Damit stehen diese Gesellschaften vor der zentralen Herausforderung, ihre potenziellen Investments richtig zu bewerten, um später keine Verluste hinnehmen zu müssen.

Übliche Bewertungsverfahren sind nicht ausreichend
Das Problem: Die im Mergers & Acquisitions-Geschäft üblichen Bewertungsverfahren lassen sich nicht ohne weiteres auf die spezielle Situation von Start-ups übertragen. Schließlich geht es darum, ein Vorhaben in einem Markt zu bewerten, den es häufig noch gar nicht gibt oder der sich wandelt. Selbst wenn sich ein Start-up in einem bereits existierenden Markt etablieren will: Es gilt, die Zukunft bewertbar zu machen. Denn es existiert keine Ausgangsbasis für eine zuverlässige Erfolgs- und Finanzplanung. So kommt es oft zu reinen Bauchentscheidungen – mit allen damit verbunden Risiken.

Wer die Stärken und Schwächen junger Unternehmen und Ideen erkennen will, benötigt eine Bewertungsmethode, die in der Lage ist, Unsicherheiten, unrealistische Zukunftsprognosen und unstimmige Hypothesen im Vorhaben eines Start-ups frühzeitig aufzudecken. Ideal ist ein mehrdimensionales Modell, das die relevanten Erfolgsfaktoren betrachtet.

Dazu gehören das Wertversprechen, Geschäftsmodell, Disruptions- sowie Skalierungspotenzial und die langfristige Innovationsfähigkeit eines Start-ups. Das Schlüsselkriterium ist das Wertversprechen. Kunden suchen nie nach Produkten oder Dienstleistungen, sondern nach Lösungen für ihre Probleme. Daher ist eine Beurteilung des Wertversprechens losgelöst vom eigentlichen Geschäftsmodell elementar. Darüber hinaus müssen die psychologischen, kulturellen Charakteristiken des Gründerteams, deren Auswirkungen auf den Führungsstil und das Management der Kundenbeziehungen analysiert werden. Das Ergebnis spiegelt die Risiken und vor allem den disruptiven Wirkungsgrad eines Start-ups wider.

Zweistufige Herangehensweise
Die Analyse sollte am besten zweistufig erfolgen: Auf eine grobe Plausibilitätsprüfung folgt eine tiefergehende Detail-Analyse. Der Quick-Check konzentriert sich allein auf die qualitative und quantitative Bewertung des Geschäftsmodells sowie des Wertversprechens. Die Detail-Analyse bezieht neben den Daten aus dem Pretotyping, die Disruptivität und Innovationsfähigkeit mit ein. Um die relevanten quantitativen Faktoren mit denen von anderen Marktbegleitern vergleichen zu können, empfiehlt sich ein Scoring-Modell.

Heftausgabe: März 2015
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Sven von Loh, Start-up- und Venture-capital-Experte

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Sven von Loh

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