Sprung in die Unabhängigkeit

Wie Pharmazell in kürzester Zeit eine eigene IT-Infrastruktur realisierte

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13.02.2008 Pharmazell hat sich im Mai 2006 durch einen Management-Buy-out (MBO) aus dem amerikanischen Konzern Noveon – jetzt Lubrizol – herausgelöst. Mit dem Start in die Unabhängigkeit musste man in sehr kurzer Zeit ein eigenes IT-System für die Warenwirtschaft aufbauen. Die Einführung und Betreuung einer ERP-Lösung konnte Pharmazell, das als kleineres Unternehmen über kein eigenes Rechenzentrum oder eine IT-Abteilung verfügt, nur mit Hilfe eines zuverlässigen und erfahrenen Hosting-Dienstleisters meistern.

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Nach der Herauslösung aus demMutterkonzern hat Pharmazell innerhalb kürzester Zeit ein neues ERP-Systemimplementiert, um auch IT-seitig auf eigenen Füßen zu stehen

Die neugegründete Pharmazell ist auf die Anforderungen der pharmazeutischen Industrie spezialisiert und liefert eine breite Produktpalette an Wirkstoffen für Arzneimittel und Zwischenprodukte. Die internationale Ausrichtung des Pharmaunternehmens mit Standorten in Deutschland, Indien und neuerdings auch in Dänemarkgewährleistet hohe Flexibilität bei der Auslastung der Produktionsstätten und attraktive Kostenstrukturen. Dabei muss Pharmazell an allen Produktions- und Entwicklungsstandorten umfassende Qualitätssicherung und die vollständige Einhaltung der gesetzlichen Anforderung sowie GMP Compliance (Good Manufacturing Practice) gewährleisten.

Neue ERP-Lösung reibungslosgestartet

Nach dem Management-Buy-out (MBO) blieb dem neugegründeten Unternehmen nicht viel Zeit, um alle Aufgaben selbstständig zu übernehmen. In nur sechs Monaten galt es, nicht nur einen eigenständigen Marktauftritt und die Sicherung der Kunden- und Lieferbeziehungen erfolgreich zu meistern, sondern auch ein komplett neues ERP-System aufzusetzen, um auch IT-seitig auf eigenen Füßen zu stehen. Das bisherigeSystem des amerikanischen Konzerns Noveon, eine ERP-Lösung auf Basis von Oracle, stand Pharmazell nach dem MBO nur noch für sechs Monate zur Verfügung. Eine Verschiebung des Stichtags Ende November wäre nicht möglich oder mit sehr hohen Zusatzkosten verbunden gewesen. Normalerweise ist der Zeitrahmen für ein so umfassendes IT-Projekt wie die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems von der Planung bis zur Inbetriebnahme mit etwa einem Jahr circa doppelt so lang. Um innerhalb der kurzen Zeit die geschäftskritische Aufgabe zu stemmen, hat sich Pharmazell für die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen ERP-Partner entschieden.

Der auf integrierte Business-Lösungen auf der Basis von Microsoft Dynamics spezialisierte Anbieter überzeugte Pharmazell durch seine hohe Beratungskompetenz und sein Branchen-Know-how. Als mittelständisches Unternehmen war Pharmazell darüber hinaus darauf angewiesen, einen qualifizierten Outsourcingpartner für den Betrieb seiner Server und die zuverlässige Bereitstellung der notwendigen IT-Ressourcen zu finden. Bereits in einem anderen Projekt arbeiten Tectura und T-Systems sehr erfolgreich zusammen.
„T-Systems konnte uns Referenzkunden aus der pharmazeutischen Industrie nennen, das war ein entscheidendes Kriterium“, erzählt Dr. Oliver Bolzern, Geschäftsführer von Pharmazell. „Da wir selbst international agieren, war es für uns außerdem wichtig, einen Spezialisten für das Outsourcing unsererIT-Ressourcen mit an Bord zu holen, der ebenfalls international aufgestellt ist, über hochsichere, zertifizierte Rechenzentren verfügt und unseren extrem engen Zeitrahmen zuverlässig umsetzt.“ Bereits drei Wochen vor dem Stichtag ging das neue ERP-System für die Produktionsstätte in Raubling in Betrieb. Dazu wurden die Daten aus dem Rechenzentrum in den USA übernommen und in das Navision-ERP-System eingespielt. Nach einer Gesamtprojektlaufzeit von nur acht Wochen hat Pharmazell gemeinsam mit dem Hostingpartner den Betrieb aufgenommen. „Die gesamte Vorbereitung und die Aufnahme des Live-Betriebs war völlig problemlos, seit der Inbetriebnahme läuft die Lösung einwandfrei und ohne jede Unterbrechung“, sagt Bolzern.

Rund um die Uhr einsatzbereit

Im Rechenzentrum der T-Systems läuft das ERP-System der Pharmazell 24Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Die Lösung, auf die circa 40 Mitarbeiter vom deutschen Standort Raubling zugreifen, basiert auf Microsoft Dynamics NAV auf Windows Servern und einem MS SQL Cluster. Sie umfasst NAV-Module fürFinanzbuchhaltung, Qualitätsmanagement, Einkauf, Verkauf, CRM, Produktion, Lager und Logistik sowie Branchenlösungen und Barcodescanner mitOnline-Verbindungen zu MS Dynamics NAV, die die Materialwirtschaft unterstützen. Der Zugriff auf das System erfolgt über Terminalclients mit Citrix. Um eine ausfallsichere, zuverlässige Verbindung ins Rechenzentrum zu gewährleisten, wurde eine redundante Anbindung des Rechenzentrums über 2x2Mbit/s realisiert.

„Wir brauchen eine Lösung, die rund um die Uhr einsatzbereit ist, ohne dass wir uns um den Betrieb kümmern müssen“, erklärt Detlef Belstler, IT-Manager bei Pharmazell. Vom Standort Raubling aus betreut er die gesamte IT des Pharmaunternehmens. „Mit dem Service und Support des Dienstleisters bin ich sehrzufrieden. Mehrmals wöchentlich stimme ich mich mit den Mitarbeitern im Rechenzentrum ab, beispielsweise wenn wir neue Module für unser Warenwirtschaftssystem einspielen wollen.“ Jüngst wurde die Anbindung eines weiteren Standorts in Dänemark realisiert. Bei Kopenhagen erwarb Pharmazell einen Anbieter, dessen circa 25 Nutzer bis Ende des Jahres 2007 an die Navision-Lösung angeschlossen wurden.
Die Implementierung vor Ort erfolgte durch Tectura, für das Hosting zeichnet T-Systems verantwortlich. Hierzu werden die User-Interfaces beispielsweise auch in dänischer Sprache zur Verfügung gestellt. „Für solche Anforderungen wird uns eine Testumgebung bereitgestellt, auf der wir neue Module und Versionsupgrades evaluieren können“, erläutert Belstler. „Ein Anruf genügt, und die Kollegen vom Service stehen uns zur Verfügung.“ Von Anfang an hat man bei Pharmazell auf eine längerfristige Zusammenarbeit gesetzt und einen Hostingvertrag für fünf Jahre abgeschlossen. „Für ein mittelständisches Unternehmen wie Pharmazell ist die Zusammenarbeit mit einem internationalen, zertifizierten Outsourcing-Partner ideal“, so Ulrich Kemp, verantwortlich für das Geschäft mit Groß- und Mittelstandskunden bei T-Systems. „Oft haben sie weder die Räumlichkeiten noch das erforderliche Know-how, um ihre relativ komplexe IT-Gesamtlösung selber zu betreiben. Mit der Betreuung sind sie alle IT-Sorgen los. Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass unsere Lösung jederzeit verfügbar ist.“
Neben dem laufenden Betrieb kümmert man sich im Rahmen der Internet-Festanbindung Company Connect auch um das Backup des Systems. Die gesamte Datensicherung sowie die Aufbewahrung der Informationen gemäß den gesetzlichen Anforderungen wird gewährleistet. Im Laufe des Jahres ist die Anbindung der zwei indischen Standorte geplant. Das betrifft circa zehn Anwender in Chennai sowie weitere Mitarbeiter in Vizag, einem Produktionsort, der momentan neu erschlossen wird.

IT-Telefonie im Griff

Auch beim Thema Internet-Telefonie setzt Pharmazell auf den ICT-Dienstleister. „Wir wollen diese innovative Technologie stufenweise implementieren, um auf dem neuesten Stand zu bleiben und Kosten zu sparen“, erklärt Belstler. „Wir wurden mit sehr viel Know-how vor Ort bei der Einführung einer VoIP-Lösung für unsere Firmenzentrale in Raubling unterstützt.“ Für die Mitarbeiter in Deutschland ist jetzt eine Cisco Voice Call Manager Lösung implementiert. Als nächster Schritt ist die Anbindung der dänischen Kollegen an diese VoIP-Lösung geplant. „Wenn man wie Pharmazell internationale Standorte anbinden muss, ist ein langfristiger Hostingvertrag bei einem erfahrenen und zuverlässigen Dienstleister eine sehr gute Lösung“, so Belstler abschließend.

Die implementierte IT-Lösung basiert auf Microsoft Dynamics NAV auf Windows Servern und einem MS SQL Cluster

Heftausgabe: Januar-Februar 2008
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Bettina Ulrichs ,freie Fachjournalistin

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Bettina Ulrichs ,freie Fachjournalistin

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