Einrichtung von Labor- und Produktionsräumen

Worauf es bei der Geräteplanung ankommt

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02.03.2018 Das neue Produktions- oder Forschungsgebäude steht. Endlich können die nach dem neuesten Stand der Technik ausgewählten Geräte Einzug halten. Doch dem langen Warten auf die modern ausgestatteten Räumlichkeiten folgt nicht selten eine unliebsame Überraschung.

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Entscheider-Facts für Planer

  • Die Geräte- und Ausstattungsplanung für Kleinproduktion und Laborgebäude erfordert eine strukturierte Vorgehensweise: Damit Räume und -ausstattung ideal aufeinander abgestimmt sind, sollten Gebäude und Geräte parallel geplant werden.
  • Ein ganzheitlicher und pragmatischer Planungsansatz minimiert Bau-, Nutzungs-, Lebenszyklus- sowie Energiekosten. Ideale Raumbedingungen sorgen für eine bedarfsgerechte wie komfortable Nutzung und ermöglichen es, flexibel auf zukünftige Entwicklungen zu reagieren.
Carpus+Partner / Geräte-Einbringung

Schon frühzeitig sollte in der Planung berücksichtigt sein, auf welchem Weg die Einrichtung später in die Räume gelangt. (Bild: Carpus+Partner)

So ist folgendes Szenario durchaus denkbar: Beim Einzug passt die Labortiefkühltruhe nicht durch die Tür, die Böden, über die der tonnenschwere Reaktor samt Rührwerk und Kühlung transportiert werden muss, sind für diese Last nicht ausgelegt oder kurz nach Inbetriebnahme der Standzentrifuge fällt auf, dass ihre Vibrationen schwingungsempfindliche Geräte im Nachbarraum stören.

„In meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter habe ich bei der Geräte- und Ausrüstungsplanung diverser Labore einige Pannen dieser Art erlebt, was dann unnötig viel Zeit und Geld gekostet hat“, erzählt Dr. Sven Brucker, Projektleiter Labor- und Geräteplanung beim Beratungs- und Planungsunternehmen der Carpus+Partner. „Laborgeräte und Gebäudestruktur sorgfältig aneinander anzupassen ist also mehr als sinnvoll! Denn Geräte und Raum bedingen einander – nur als Einheit funktionieren sie sicher, effizient und wirtschaftlich.“

Bedarfsgerecht und nutzerfreundlich

Als Teil des Expertenteams des Unternehmens stimmt Brucker bei Neu- sowie Bestandsbauten Gebäude und Geräte aufeinander ab. Die Geräteplaner setzen cyberphysische Prozessunterstützung, Laborautomatisierung und klassische Laborausstattung gemäß aktueller Standards und vor allem bedarfsgerecht um. Dazu behalten sie stets den technologischen Fortschritt der immer komplexeren Laborgeräte im Blick und ermitteln gemeinsam mit den späteren Nutzern die tatsächlichen Anforderungen. Bei Bedarf führen sie zudem eine Prozessoptimierung nach der Lean-Six-Sigma-Methodik (6σ) durch.

Es gilt, eine Vielzahl an Fragen zu beantworten: Welche Geräte sind in welcher Ausführung nötig? Ist eine Vollvernetzung und -automatisierung aller Anlagen sinnvoll? Handelt es sich um ein hochspezialisiertes Labor mit hohem Durchsatz oder soll die Nutzung flexibel bleiben? All diese Faktoren berücksichtigen die Planer bei ihrer Suche nach der Ausstattung, die genau das leistet, was sie leisten muss. Dieser anwendungsspezifische Fokus und die Beschränkung auf die benötigten Funktionalitäten ermöglicht eine hohe Wirtschaftlichkeit, denn eine überdimensionierte Leistung bedeutet auch immer hohe, allerdings vermeidbare, Kosten.

Auf dieser Grundlage werden alle benötigten Elemente – vom Großgerät inklusive sämtlicher Nebenaggregate bis zur Pipette samt passendem Halter – gemäß den individuellen Anforderungen bestimmt und von den Experten auch ausgeschrieben, je nach Auftraggeber produktspezifisch oder herstellerneutral. Bei der Auswahl der Anlagen spielt neben den technischen Ansprüchen eine weitere Komponente eine entscheidende Rolle: Die komplexe Technik soll für die Nutzer bestmöglich zu bedienen sein. Hier muss oft zwischen finanziellen und arbeitsergonomischen Aspekten abgewogen werden: Sind beispielsweise schon sechs Laborspülmaschinen eines bestimmten Typs vorhanden, sollte die neue Maschine vom gleichen Fabrikat sein. Auf diese Weise sind keine fehleranfälligen Umstellungen erforderlich und die gewohnten Arbeitsschritte laufen unterbrechungsfrei weiter. Arbeiten mehrere Laborgeräte mit der gleichen Bedienlogik, können zudem Kollegen einfacher füreinander einspringen, wenn mal jemand ausfällt. „Ermöglicht ein Gerät effizientere Prozesse, lohnt sich eine eventuell höhere Anfangsinvestition“, weiß Brucker.

Heftausgabe: März 2018
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Über den Autor

Sven Bruckner, Projektleiter, Carpus+Partner
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