Kartellprüfung

Zugeständnisse bei Syngenta-Übernahme

11.01.2017 Bei der 43 Mrd. US-Dollar schweren Übernahme des Saatgutkonzerns Syngenta ist der chinesische Staatskonzern Chemchina zu Zugeständnissen bereit. Dies soll Bedenken der europäischen Kartellbehörden ausräumen.

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Der Übernahme-Deal zwischen Chemchina und Syngenta erfordert offenbar Zugeständnisse an die Kartellbehörden. (Bild: Syngenta)

Der Übernahme-Deal zwischen Chemchina und Syngenta erfordert offenbar Zugeständnisse an die Kartellbehörden. (Bild: Syngenta)

Die Einzelheiten seien vertraulich, erläuterte ein Sprecher von Chemchina. Insidern zufolge bleiben die Vorschläge jedoch überschaubar, berichtet Reuters: Demnach bietet der Konzern Veräußerungen im Wert von unter 500 Mio. US-Dollar an. Auch die EU teilte bislang keine Details mit.

Die geplante Übernahme ist der bislang größte Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens. Entsprechend genaue Prüfungen haben die Kartellbehörden angekündigt, die Frist läuft noch bis zum 12. April 2017. Früheren Angaben zufolge machte die EU Überlappungen zwischen der Chemchina-Tochter Adama und Syngenta im europäischen Markt für Mittel zur Bekämpfung von Unkraut und Insekten aus, die zu einer Einschränkung des Wettbewerbs führen könnten. Adama sei der größte Anbieter von Pflanzenschutz-Nachahmerprodukten in Europa.

Für die Kartellbehörden weltweit zählt aber nicht nur die Übernahme von Syngenta. In der Branche findet zur Zeit eine Art Endspiel unter den großen Anbietern statt, bei dem bisher einzig BASF außen vor blieb. So will Bayer den US-Saatgutriesen Monsanto schlucken. Bereits vor der 66-Milliarden-Dollar-Transaktion, mit der die Leverkusener zum weltgrößten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln aufsteigen, wurde der Zusammenschluss der US-Konzerne Dow Chemical und Dupont auf den Weg gebracht. Experten zufolge dürften diese beiden Transaktionen wesentlich größere Auswirkungen auf den Wettbewerb in der Branche haben als der Syngenta-Deal.

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