Nächste Pharma-Megaübernahme

Abbvie will Allergan für 63 Milliarden Dollar übernehmen

26.06.2019 Die US-amerikanischen Pharmakonzerne Abbvie und Allergan haben sich auf einen Zusammenschluss geeinigt: Abbvie will Allergan für insgesamt rund 63 Mrd. US-Dollar übernehmen und damit seine Abhängigkeit vom Blockbuster-Medikament Humira verringern.

Actavis will Allergan ebenfalls übernehmen

Das bekannteste Allergan-Produkt: Botox (Bild: Allergan)

Im Rahmen des Deals sollen Allergan-Anteilseigner für jede Aktie knapp 0,87 Abbie-Anteile sowie 120,3 US-Dollar in bar erhalten. Basierend auf dem Abbvie-Kurs von 78,45 Dollar am 24. Juni 2019 ergibt sich damit ein Transaktionswert von rund 63 Mrd. Dollar.

Übernahme gegen Blockbuster-Verfall

Mit der Übernahme will Abbvie sein Portfolio deutlich diversifizieren. 2018 erzielte der Konzern 60 % seines Umsatzes (fast 20 Mrd. US-Dollar) allein mit dem Rheuma-Medikament Humira, welches als umsatzstärkstes Medikament der Welt gilt. Die Humira-Erlöse stützen bei Abbvie die forschung und Entwicklung und die Geschäftsentwicklung. 2018 endete jedoch der Patentschutz des Wirkstoffes, dem monoklonalen Antikörper Adalimumab. Seitdem greifen verschiedene andere Pharmaunternehmen mit Biosimilars dessen Vormachtstellung an.

Allergan ist vor allem bekannt für die Produktion von Botox, sowohl für Schönheitsoperationen als auch für die Neuromedizin. Damit und mit weiteren Teilen des Portfolios will Abbvie sein Wachstum auf andere Säulen verlagern. Das durch die Übernahme entstehende Unternehmen soll einen Gesamtumsatz von 49 Mrd. US-Dollar erwirtschaften. Einsparungen und Synergien sollen sich ab dem dritten Jahr nach der Transaktion auf über 2 Mrd. US-Dollar jährlich belaufen. Zuvor gilt es allerdings noch, die üblichen kartellrechtlichen Hürden zu überwinden.

Weitere Details zur Übernahme finden Sie in der Original-Mitteilung des Konzerns (englisch). (ak)

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