Dem edlen Tropfen verschrieben

Abfüllanlage für technische Zusatzstoffe

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

09.11.2012 Der Einsatz von Prozesshilfsstoffen ist in der Getränkeindustrie keine Neuheit. Da jedoch nicht nur diese Zusatzstoffe den hohen Qualitätsanforderungen der Lebensmittelproduzenten genügen müssen, sondern auch ihre Abfüllung und Verpackung gewisse Ansprüche an die Zulieferer stellt, müssen sich die Maschinen unter hygienischen Aspekten effizient und mit möglichst hoher Leistung betreiben lassen.

Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Die Abfüllanlage ist modular aufgebaut und lässt sich an die individuellen Anforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bzw. ihrer Zulieferer anpassen.
  • Schnelle Formatwechsel und eine keim-arme Befüllung der Behältnisse lassen sich auf der Maschine realisieren.
  • Ein Gesamtlinienkonzept bewältigt die hohen und jeweils verschiedenen Anforderungen der Betreiber und erfüllt hygienische Ansprüche wie Gebindereinigung oder Clean-in-place-Funktionen.

Bei der Getränkeherstellung kommen verschiedene technische Zusatzstoffe zum Einsatz, um beispielsweise bei der Produktion von Wein Kristallausscheidungen zu vermeiden oder bestimmte Aromen besser auszuprägen. Die Firma Erbslöh aus Geisenheim produziert, füllt und verkauft eine Reihe dieser flüssigen, natürlichen Prozesshilfsstoffe an die Getränkeindustrie. Zur Abfüllung beispielsweise der Carboxymethylcellulose-Produkte (CMC) Vinostab oder auch der Kieselsole aus der Klar-Sol-Produktreihe kommt eine Anlage des Maschinenbauers Optima aus Schwäbisch Hall zum Einsatz.

Die Anforderungen des Betreibers an die Anlage waren klar: Eine größtmögliche Flexibilität bei der Füllmenge zwischen 50 und 1.000 ml sowie die mögliche Abfüllung von Produkten, deren Viskosität von wässrig bis zähflüssig reichen kann, waren die Voraussetzungen. Der Betreiber hat sich verschiedene Anlagen angeschaut und schließlich bei dem Maschinenbauer in Schwäbisch Hall erste Tests mit unterschiedlichen Einstellungen gefahren – mit Erfolg. Das Produkt, für das sich der Betreiber schließlich entschieden hat, bietet ihm viele interessante Features, die seine Produktion effizient und rein gestalten.

Schlüsselfertige Anlage individuell angepasst

„Optima hat die Maschine, die bei uns in Geisenheim zukünftig verschiedene Getränke-Zusatzstoffe abfüllt, an unsere spezifischen Bedürfnisse angepasst“, erklärt Anne Schmitt, Director Supply Chain Management bei Erbslöh. Dies realisierte der Sondermaschinenbauer durch den modularen Aufbau der Maschine. Auf Wunsch lassen sich auch Module aus dem Pharmabereich integrieren.

Im Falle des Abnehmers aus Geisenheim, der bereits Pulver-Abfüllmaschinen des selben Herstellers betreibt, waren die Anforderungen, was Sterilität und Hygiene angeht, jedoch nicht so extrem hoch, wie sie für den Einsatz in der Pharmaproduktion wären: Die runden oder eckigen Flaschen, in die das Produkt später abgefüllt wird, werden beim Blasvorgang durch die hohe Temperatur keimarm gefertigt. Zudem erfolgt eine zusätzliche Sterilisation der Behältnisse durch H2O2. Beim eigentlichen Abfüllvorgang, den ein Massedurchfluss-Messsystem steuert, kommt ein Laminarflow zum Einsatz, der eine Belastung der Umgebung vermeidet und den Inhalt der Flaschen frei von Kontaminationen hält. Die Laminarflow-Überströmung erstreckt sich ebenfalls über den Verschließbereich, in dem die Flaschen nach dem Befüllvorgang in einem zweistufigen Prozess zuerst exakt nach Drehmoment mit Deckeln verschraubt werden. Im Inneren des Schraubverschlusses befindet sich eine aluminiumbeschichtete PU-Einlage, die am Linienende im Durchlauf mittels Induktion auf die Behältnisöffnung gesiegelt wird und für den hermetisch dichten Verschluss sorgt. Um den Abfüllvorgang zu kontrollieren, ermittelt eine Kontrollwaage das Gewicht der Behältnisse und nimmt die Klassierung nach der Fertigungsverpackungsordnung vor. Die Etikettierung der Flaschen erfolgt inline und beidseitig an den Behältnissen.

Die Maschine befüllt bei den 1-l-Behältnisgrößen bis zu 1.500 Flaschen pro Stunde. Für das Projekt bestand die Anforderung, 25 Gebinde pro Minute zu verarbeiten, jedoch kann die Anlage des Sondermaschinenbauers auf Wunsch die Leistung auf bis zu 60 Gebinde pro Minute erhöhen. Auch die Füllmenge kann lässt sich auf bis zu 2.500 ml erweitern. Für die Reinigung der Anlage sorgt ein Clean-in-place-Prozess (CIP), wobei sich ein zusätzlicher Sterilization-in-place-Prozess (SIP) integrieren lässt. Anne Schmitt resümiert: „Für unser Betriebspersonal ist die Anlage sehr gut zugänglich und eine Datenschnittstelle zur übergeordneten Produktionsleitstelle ermöglicht uns die ständige Überwachung des Abfüllprozesses. Dadurch haben wir unseren Prozess stets im Griff.“

 

Heftausgabe: November 2012
Tina Walsweer, Redaktion

Über den Autor

Tina Walsweer, Redaktion
Loader-Icon