Mitten im Wandel

Aktuelle Entwicklungen und Trends in der Pharmatechnologie

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Kein Wunder also, dass mehr und mehr Produktionsinvestitionen aus Europa in Richtung der Wachstumsmärkte verschoben werden. Dazu kommt, dass große Pharmaunternehmen ihre Produktionsstandorte zunehmend an Lohnhersteller abgeben.

Herausforderungen für die Produktionstechnologie
Der Transformationsprozess in der Pharmaindustrie zeichnet sich aber auch auf der Seite der Produkte ab. Neben den klassischen Blockbustern – Arzneimitteln mit einem Jahresumsatz im Milliarden-Euro-Bereich, die zum Teil in sehr großen Mengen produziert werden – geht der Trend zu immer individuelleren Medikamenten, teilweise basierend auf biotechnologischen Prozessen. Für die eingesetzte Produktionstechnik bedeutet dies einerseits immer kleinere Chargengrößen, die mit einer immer höheren Qualität und Zuverlässigkeit gefertigt werden müssen, da die Wirkstoffe deutlich teurer als klassisch auf chemischem Wege synthetisierte APIs sind. Zudem müssen die Produktionslinien flexibel sein und den steigenden Anforderungen nach einer kurzfristigen Marktreife genügen.

Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Sicherung der Qualität im Produktionsprozess. Denn von der Verfügbarkeit eines Medikaments oder eines Impfstoffs hängt das Wohl vieler Patienten ab. Rund 40 % der Lieferengpässe lassen sich auf Qualitätsprobleme zurückführen – bei Präparaten, die nur von einem oder wenigen Herstellern produziert werden, stehen hier Einzelschicksale auf dem Spiel. Konzepte wie „Quality by Design“ zielen darauf, Produktions- und Qualitätsrisiken zu reduzieren. Erreicht werden soll das durch den Einsatz von Methoden der Prozessanalytik (PAT) sowie der Online-Inspektion von Produktionsprozessen.

Fazit: Der Transformationsprozess in der Pharmaindustrie ist in vollem Gang. Technologisch zeichnen sich zahlreiche Trends ab, die ihren Niederschlag nicht nur in der Wirkstoffproduktion finden, sondern im kompletten Produktionsprozess bis hin zur sicheren Logistik der Medikamente.

Organisatorisch stellt sich die Industrie neu auf: Die Wertschöpfungskette wird mehr und mehr fragmentiert, wodurch neue Geschäftsmodelle und ein Markt für spezialisierte Dienstleister entstehen.

Heftausgabe: Juni 2015
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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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