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Anforderungen an die Terminplanung in industriellen Projekten

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10.03.2018 Industrielle Projekte leiden oftmals nicht nur unter Kostendruck, sondern auch unter erheblichem Zeitdruck während der Realisierung. Um für die Auftraggeber, aber auch für die Auftragnehmer dieser Projekte den Projektfortschritt transparent zu halten, muss die notwendige Projektterminplanung bestimmte Strukturen aufweisen.

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Entscheider-Facts für Planer und Betreiber

  • Unsicherheit in der Projektabwicklung sollte vermieden werden. Neben der Erfüllung des technischen und des kaufmännischen Leistungssolls im Projektvertrag sollte die Erfüllung des terminlichen Leistungssolls im Projekt mit geeigneten Instrumenten geplant und überwacht werden.
  • In industriellen Projekten erstellt der Auftragnehmer zunächst einen Projektterminplan, dieser wird aber im Projektalltag häufig weder fortgeschrieben, noch revisioniert.
  • Auch Auftraggeber überprüfen Projektterminpläne oft nicht regelmäßig.
Two workers isolated on the white background

Projektmanagement ist mehr als nur Druck aufzubauen. (Bild: Elnu – Fotolia)

Außerdem gehören zur Behandlung gestörter Bauabläufe zwischen den Projektparteien eindeutige Vorgehensweisen in Bezug auf die Terminplanung im Vertrag verankert.

Üblicherweise enthalten Projektverträge über die Konstruktion, Beschaffung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von industriellen Anlagen und Maschinen einen groben Terminplan, der die wesentlichen Ecktermine auf dem Weg zur Fertigstellung des Projektes für die Vertragsparteien festschreibt. Diese groben Ecktermine sind in Form von Meilensteinen, meist mit Vertragsstrafen bewehrt, im Projektvertrag enthalten. Gängige Industriepraxis ist es, dass der Auftragnehmer vertraglich verpflichtet ist, diesen Meilensteinplan mit den im Projekt notwendigen Aktivitäten („Vorgänge“) innerhalb eines kurzen Zeitraumes (zwischen 4 und 8 Wochen) nach Inkraftsetzung des Projektvertrages zu detaillieren und beim Auftraggeber zur Genehmigung einzureichen.

Anforderungsgerechte Terminplanung schafft Vertrauen

Sinn und Zweck dieser Vorgehensweise ist es, dass sich der Auftraggeber einen Eindruck davon verschaffen kann, ob die Terminplanung des Auftragnehmers zum einen realistisch ist und zum anderen, ob der Auftragnehmer die Reihenfolge seiner Arbeiten sinnvoll geplant hat. Weiterer Zweck ist es, zwischen den Vertragsparteien Einigkeit darüber herbeizuführen, zu welchen Zeitpunkten der Auftraggeber seinen vertraglich geschuldeten Mitwirkungspflichten im Projekt nachkommen muss.

PERT is a method to analyze the involved tasks

Mit der PERT-Methode lassen sich Bauzeitverlängerungsansprüche bewerten. (Bild: iStock/11:55 PM Consultants)

Haben sich die Vertragsparteien auf einen solchen Terminplan geeinigt, so spricht man von einem „Basisterminplan“, welcher zum Vertragsgegenstand, sprich zum „Bausoll“, wird. Gegen diesen wird der Auftragnehmer im Projekt gemessen. Auf diesen kann der Auftragnehmer sich beziehen, wenn der Auftraggeber säumig ist mit der Erbringung seiner Mitwirkungspflichten im Projekt. In einem solchen Basisterminplan ist es essenziell, dass dieser ausreichend, aber nicht zu detailliert ist (keine „Mikroprojektplanung“) und dass die enthaltenen Aktivitäten auf dem Wege von Anordnungsbeziehungen (z. B. „Ende-Anfang“, „Anfang-Anfang“ etc.) logisch miteinander verknüpft sind.

Soweit so gut. In der industriellen Projektpraxis ist jedoch häufig zu beobachten, dass der Fortschreibung des Terminplanes über den Projektverlauf ein Mauerblümchendasein zukommt. Zwar werden Arbeitsfortschritte im Projekt monatlich vom Auftragnehmer im Terminplan erfasst und von ihm an den Auftraggeber berichtet, jedoch versäumen es Auftragnehmer häufig, Störungen, Änderungen und Abweichungen mit ihren jeweiligen Konsequenzen für das Projekt („Cause and Effect“) im fortgeschriebenen Projektterminplan und in das vertragliche Bausoll mit aufzunehmen.

Heftausgabe: März 2018
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Jürgen Hahn ist  Leiter Beratung  bei 11:55 PM  Consultants

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Jürgen Hahn ist Leiter Beratung bei 11:55 PM Consultants
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