Kurzweg-Destillationsanlagen für die Cannabis-Extraktion

Auf kurzem Weg zum Wirkstoff

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29.05.2018 Der Markt für Cannabis als Arzneimittel entwickelt sich rasant. Die für diese Anwendung relevanten, thermosensiblen Cannabinoide müssen dafür in destillativen Trennverfahren aus der Hanfpflanze gewonnen werden.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Das wirtschaftliche Interesse an Cannabis als Arzneimittel wächst, seit es in vielen Ländern als Heilmittel freigegeben ist – in Deutschland seit März 2017.
  • Um die für medizinische Anwendungen relevanten Wirkstoffe THC und CBD zu gewinnen, sind Trennverfahren gefordert, die diese Stoffe ohne thermische Schädigung destillativ aufreinigen können.
  • Die vorgestellten Kurzweg- und Dünnschicht-Destillationsanlagen trennen Stoffgemische schonend, indem sie die Verweildauer und den Einfluss hoher Temperaturen im Prozess reduzieren.
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Bild: AdobeStock − vladk213

Um ungewünschte Strukturveränderungen zu vermeiden, ist eine schonende Aufreinignung der hitzeempfindlichen Produkte wichtig. Mit den beschriebenen Destillationsverfahren können solche hochsiedenden Stoffgemische ohne thermischen Schaden getrennt werden, Mittlerweile ist Cannabis als Medizin in vielen Ländern als Heilmittel freigegeben, damit steigt das wirtschaftliche Interesse an diesem Produkt. In Deutschland darf es seit März 2017 verschrieben werden. Dadurch wächst auch hierzulande die Nachfrage nach Arzneimitteln aus den Extrakten der Pflanze.

Die Hanfpflanze ist vielseitig verwendbar, aus ihren Teilen lassen sich beispielsweise folgende Produkte gewinnen: Die gepressten Samen werden zu Mehl für Lebensmittel, Speiseöle, Ölfarben, Schmierstoffe und Reinigungsmittel verarbeitet. Die Pressrückstände werden für Futtermittel verwendet, die Stängel gelangen als Fasern in Textilien und Seile. Aus dem Blütenstand der Samen wird letztlich das Harz gewonnen, das als Arzneimittel, aber auch als Genuss- oder Rauschmittel (Marihuana; Haschisch) dient.

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Dünnschichtverdampfer-Anlage Typ RF30 in GMP-Ausführung.

Breites Wirkspektrum der Cannabinoide

Die für medizinische Anwendungen interessanten Bestandteile sind die Cannabinoide, insbesondere Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Diese Wirkstoffe liegen je nach Pflanzensorte in unterschiedlichen Konzentrationen vor.
THC zeigt berauschende Wirkung, ist psychoaktiv und wird beispielsweise zur Behandlung von Allergien, in der Schmerztherapie, bei Angststörungen, Essstörungen, Migräne und auch in der Krebstherapie eingesetzt.

CBD wird auch in Nahrungsmitteln und Kosmetika verwendet. Es ist nicht psychoaktiv, fördert aber dennoch die Reaktion des Nervensystems im menschlichen Körper, indem es schmerzstillend und entzündungshemmend wirkt und als Stimmungsaufheller dient.

Neben THC und CBD sind weitere Komponenten in den Ausgangsprodukten zu finden. Hanföl enthält z. B. gesättigte Fettsäuren, Beta-Carotin, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E.

Heftausgabe: Juni 2018
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Über den Autor

Dr. Daniel Bethge und Michael Schwegler für UIC, Hörstein
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