Fisherman’s Friend: Verschiedene Sorten

So unterschiedlich die Sorten, so unterschiedlich ist auch die Rechtslage: In den USA sind die Pastillen zulassungspflichtige Medikamente. (Bild: Lofthouse)

| von Dr. Steffen Wehlte, Sales Director Global Accounts & EMEA, Fette Compacting
  • Als der Hersteller seine Produktion zuckerfreier Pastillen  erweitern wollte, suchte er nach einer Lösung die nicht nur wirtschaftlich arbeitet. Aufgrund länderspezifischer Einstufungen musste der Prozess auch den strengen Richtlinien der FDA für Pharmaprodukte entsprechen.
  • Aufgrund des Maschinen- und Bedienungskonzepts verlief die Umstellung problemlos und das Personal war schnell mit der neuen Technik vertraut. Und auch später unterstützte das Unternehmen den Betreiber bei Problemen mit seinem After-sales-Service.

Was 1865 als Tinktur für Hochseefischer begann, ist heute eine weltbekannte Pastillenmarke: Fisherman’s Friend. Die zuckerhaltigen Sorten produziert die Firma Lofthouse bis heute nach einem Spezialverfahren. Die zuckerfreien Pastillen hingegen beinhalten den Austauschstoff Sorbit, der sich optimal für die Direkttablettierung mit Rundläufer-Tablettenpressen eignet. Ein Blick in die Produktion zeigt, worauf es bei der Tablettierung ankommt und welche Rolle die FE55 von Fette Compacting dabei spielt.

Fisherman’s Friend Pastillenpresse

Die Pastillenpresse arbeitet pharmakonform und ist von der FDA zugelassen. (Bild: Fette)

Sowohl Medikament als auch Süßware

Anfangs wurden Fisherman’s Friend ausschließlich in Apotheken vertrieben. Heute sind die Lutschpastillen neben ihrer therapeutischen Verwendung auch vielerorts als Süßware erhältlich – von Drogerien bis Tankstellen. Dabei sind es neben den verschiedenen Geschmäcken in erster Linie die länderspezifischen Regularien, die die Produktion und Vertriebswege beeinflussen. Hier kommt eine Besonderheit von Fisherman’s Friend zum Tragen, wie Dr. Robert Bentwood, Produktionsmanager bei Lofthouse, erläutert: „Die starke Wirkung der Pastillen geht vor allem auf ihren hohen Mentholgehalt zurück. Bei der pharmazeutischen Einstufung des
Menthollevels haben die Länder unterschiedliche Ansätze. Manche Staaten wie etwa Großbritannien bewerten Fisherman’s Friend als ‚gesundheitsbezogenes Produkt‘. In einigen Ländern sind die Pastillen aufgrund des Menthols sogar als Medikament zulassungspflichtig, unter anderem in den USA. Vor gut zwei Jahren hatten wir daher den ersten Besuch der Regulierungsbehörde FDA. Sie konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass wir nach strengen pharmazeutischen Richtlinien arbeiten.“ Ein Gang durch die Produktionshallen verdeutlicht, dass die Fertigung bei Lofthouse den modernsten Pharmastandards entspricht: Die Mitarbeiter sind nahezu vollständig in Schutzkleidung gehüllt. Jeden Flur hält das Unternehmen akribisch sauber und jeder Produktionsbereich befindet sich in einem eigenen, abgedichteten Raum. In den Tablettierräumen filtert ein Luftführungssystem kontinuierlich unerwünschte Staubpartikel und Feuchtigkeit aus.

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Der Rundläufer produziert die zuckerfreien Sorten des Unternehmens.(Bild: Fette)

FF und FE – eine passende Kombination

Für sein anspruchsvolles Produktionsumfeld suchte Lofthouse ab 2013 nach passenden neuen Technologien. „Wir wollten die Produktion der zuckerfreien Pastillen erweitern, wofür wir leistungsstarke, zuverlässige Tablettenpressen brauchten. Dafür folgten wir einer Empfehlung und fragten bei Fette Compacting an“, erklärt Bentwood. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lofthouse noch keine Maschine des Unternehmens in Betrieb. Zunächst standen daher ausführliche Vorführungen im Kundenzentrum Schwarzenbek bei Hamburg auf dem Programm. Der Pastillenhersteller reiste mit konkretem Interesse an zwei Tablettenpressen einer anderen Maschinenserie nach Schwarzenbek. Vor Ort waren die Unternehmensvertreter dann jedoch so von der FE Serie, speziell von dem Rundläufer FE55, überzeugt, dass sie sich kurze Zeit später für dieses Modell entschieden. Im Folgejahr ging die erste Maschine bei Lofthouse in Betrieb, 2015 kam eine zweite hinzu, 2016 eine dritte. Bei der Wahl der Tablettenpresse war für den Anwender neben einer hohen Ausbringung vor allem entscheidend, dass sich die Maschine passgenau in die Produktion integrieren und zügig für verschiedene Geschmacksrichtungen umrüsten lässt. Dafür eignet sich das eingesetzte Modell ganz besonders, da sich mit dem Einfachrundläufer mehr als 90 % aller Produkte ohne zusätzliche Investitionen oder aufwendige Umrüstungen herstellen lassen. Ein wichtiger Aspekt für die Effizienz ist das Verhältnis von Stempelzahl zu Grundfläche: Mit insgesamt bis zu 87 Stempeln auf 1,6 m2 konnte der Betreiber seine Produktionsleistung signifikant steigern. Möglich sind die Herstellung von 1-Schicht- und 2-Schichttabletten sowie eine Direktverpressung. Die 2011 auf dem Markt eingeführte M ist mittlerweile sowohl im Food-Sektor als auch in der pharmazeutischen Produktion vielfach praxiserprobt. „Das Reinigen und Umrüsten ist mit den neuen Tablettenpressen sehr einfach geworden“, bestätigt Paul Zak, der seit elf Jahren als Operator bei Lofthouse arbeitet. „Wir reinigen entweder trocken oder – bei hartnäckigeren Substanzen wie Lakritz und Salmiak – nass. In beiden Fällen sind der Innenraum der Maschine und die einzelnen Komponenten leicht zugänglich und handlebar.“

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Über das HMI kann der Anwender alle Parameter der Produktion überwachen und steuern. (Bild: Fette)

Der Bediener im Mittelpunkt des Designs

Dabei steht konsequent der Anwender im Mittelpunkt, was eine reibungslose Produktion ermöglicht. Das Bedienen aller Geräte erfolgt über ein Human-Machine-Interface, mit dem sich sämtliche Parameter in der Produktion überwachen und steuern lassen. „Den Umgang mit der FE55 lernten unsere Bediener in einer fünftägigen Schulung im Fette Compacting Trainings Center in Schwarzenbek“, blickt Bentwood zurück. „Anschließend erhielten sie noch zwei Wochen intensiven Support in der Produktion. Auch wenn es später einmal Schwierigkeiten mit der Software oder dem Prozess Equipment gab, war Fette Compacting mit der passenden Lösung schnell zur Stelle.“ Während die Produktion auf Hochtouren läuft, arbeitet das Unternehmen aus Fleetwood weiter an neuen Geschmacksrichtungen. Welche das sind, bleibt vorerst ein Geheimnis. Ganz offiziell hingegen ist, dass der Familienbetrieb für seine künftige Produktion auch seinen Tablettierbereich nochmals modernisieren will: Bereits im Frühjahr 2017 soll die vierte Tablettenpresse des Maschinenbauers den Betrieb aufnehmen.

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