Rückstandsfreie Reinigung von Rohrleitungen und Komponenten
| von Thomas Gellweiler, geschäftsführender Gesellschafter Ritag
  • Betreiber von Prozessanlagen für die Lebensmittel-und Pharmaindustrie legen immer größeren Wert auf eine leichte Reinigbarkeit der in den Anlagen verbauten Rohrleitungen und Komponenten. Ein neuartiges Design von Rückschlagventilen ermöglicht den sicheren und zertifizierten CIP-Einsatz.
  • Die EHEDG bietet neben den theoretischen Grundlagen in den Guidelines auch eine praktische Überprüfung der Konstruktion von Armaturen an. Der In-place-cleanability-Test weist anhand von Mikroorganismen nach, ob eine Armatur „spaltfei" konstruiert ist und sie sich gleichzeitig leicht reinigen lässt.

In der Regel haben Rückschlagventile Toträume und Spalte. In diesen können sich auch nach einer Reinigung Rückstände ablagern. Auch die falsche Materialwahl für das Ventilgehäuse kann zu Problemen führen, weil es durch den erhöhten Delta-Ferritanteil zu Irritationen (Korrosion) an der Oberfläche kommen kann. Prozessanlagen müssen heute in kurzer Zeit betriebsstabil gereinigt werden. Hierbei hat sich die CIP-Reinigung durchgesetzt. CIP bedeutet Cleaning in Place, also Reinigung im eingebauten Zustand.

Reinigungsfreundliche Konstruktion gefordert
Reinigungsfähige Armaturen erkennt man an dem EHEDG Zertifikat Typ EL (equipment for liquid use). Derartige Überprüfungen werden unter anderem im Forschungszentrum Weihenstephan an der Technischen Universität München durchgeführt. Die European Hygienic Engineering & Design Group ist eine 1989 gegründete Expertengemeinschaft mit der Absicht, das Verständnis für Hygiene bei der Verarbeitung und Verpackung von Nahrungsmitteln und Pharmazeutika zu fördern. Die Hauptaufgabe der EHEDG ist es, zur reinigungsfreundlichen Konstruktion und Gestaltung in allen Produktionsschritten beizutragen und damit eine sichere Herstellung von Produkten zu gewährleisten.

Die EHEDG bietet neben den theoretischen Grundlagen in den Guidelines auch eine praktische Überprüfung der Konstruktion von Armaturen an. Der In-place- cleanability-Test weist anhand von Mikroorganismen nach, ob eine Armatur „spaltfei“ konstruiert ist und sie sich daher gleichzeitig leicht reinigen lässt. Spaltfrei bedeutet, sichere Sauberkeit nach einer CIP-Reinigung, da keinerlei Bereiche an Verbindungen vorhanden sind, die nicht gereinigt werden können und somit auch keine Gefahr der Produktkontamination besteht. Leichte Reinigbarkeit bedeutet Einsparung in Zeit und Energie, da der Reinigungsaufwand bei gleichbleibender Effektivität deutlich geringer ist.

Grundlage der EHEDG-Zertifizierung ist unter anderem die Guideline Nr. 8 der EHEDG – die „Bibel“ im Hygienic Design. Darin werden die allgemeinen Anforderungen der reinigungsfreundlichen Gestaltung beschrieben. Sind lösbare Verbindungen in der Armatur vorhanden, wird ein praktischer Nachweis der Reinigung notwendig. Ist dieser erfolgreich, kann eine Zertifizierung durchgeführt werden.

Besonderheit: totraumfreie Ausführung
Der EHEDG-Reinigungstest nach Guideline Nr. 2 basiert auf einer mikrobiellen Verschmutzung und einem Vergleich der Reinigbarkeit des Rückschlagventils mit einem geraden Referenzrohr. Die Verschmutzung besteht aus dem Trägermedium Sauermilch und den Mikroorganismen, die detektiert werden sollen. Das Rückschlagventil Hypos 100 und das Referenzrohr wird auf der medienberührenden Seite verschmutzt und dabei mit 5 bar abgedrückt.

Anschließend erfolgt die Durchführung einer standardisierten alkalischen CIP-Reinigung. Zur Inkubation werden Referenzrohr und Rückschlagventil mit violettem Nährmedium aufgefüllt und bebrütet. Gelbe Verfärbungen im Agar weisen auf ausgekeimte Mikroorganismen hin. Treten diese wiederkehrend an der gleichen Stelle auf, so ist dieser Bereich nicht zu reinigen. Ist das Vorkommen an verschiedenen Stellen, wird die verfärbte Fläche mit dem Referenzrohr verglichen.

Die totraumfreie Ausführung ist eine Besonderheit im Rückschlagventilbereich, genauso wie der Einsatz des Gehäusematerials 1.4435 nach Basler Norm 2 für einen geringen Delta-Ferritgehalt.

Spülnuten in der Halteplatte und am Kegelschaft sowie die strömungsgünstige Form von Kegel und Gehäuse stellen in Kombination mit den speziellen PTFE-Dichtungen eine problemlose Reinigbarkeit der Armatur sicher. Die Teilung des Gehäuses in drei Segmente ermöglicht ebenfalls eine einfache Entnahme der Armatur, um diese mit den Innenteilen zu reinigen, wenn es gewünscht wird (COP Clean out of Place).

Hier geht‘s zur Homepage der EHEDG-Group

Achema Halle 8.0 – H30

 

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