Das Auge isst mit – das gilt für Dekor-Schokolade natürlich ganz besonders. (Bild: Fotolia_©-Gesina-Ottner)

Das Auge isst mit – das gilt für Dekor-Schokolade natürlich ganz besonders.(Bild: Fotolia_©-Gesina-Ottner)

  • Nach 20 Jahren war es für einen Schokoladen-Hersteller an der Zeit, seine aktuelle Verpackungsmaschine zu modernisieren. Da er sowohl Eigen- als auch Fremdmarken produziert, stand die Flexibilität der Anlage dabei an oberster Stelle.
  • Eine weitere Herausforderung für den Lösungsanbieter war, dass nicht die komplette Linie auf einen Schlag, sondern die Komponenten nach und nach auszutauschen waren.
  • Durch sein breites Portfolio und Know-how konnte der Maschinenbauer das Projekt erfolgreich bewältigen.

Um Schokolade attraktiv, bruch- und schmelzsicher zu verpacken, braucht es eine ausgeklügelte Verpackungslösung. Das weiß auch das Familienunternehmen Ulmer Schokoladen, das seit über 150 Jahren Schokoladenprodukte sowohl für den Handel als auch zur industriellen Fertigung herstellt. Gemeinsam mit Bosch Packaging Technology hat der Hersteller nun seine 20 Jahre alte Bag-in-Box-Linie inklusive Sammelpacker modernisiert und auf den aktuellen technischen Stand gebracht. So lässt sich Ulmers Schokodekor nicht nur optisch ansprechend, sondern vor allem flexibel, zuverlässig und sicher verpacken. Als Hersteller einer Eigenmarke sowie als Lieferant für verschiedene Handelsmarken benötigt das Unternehmen flexible Produktionsbedingungen. Aufgrund der hohen Artikelvielfalt muss die eingesetzte Maschinenlösung dabei in der Lage sein, jedes Produkt passend zur Schokoladenqualität, Größe, Menge und Form zu verarbeiten und zu verpacken.

Insgesamt verpackt das Unternehmen im Jahr rund 1.000 verschiedene Produkte.

Insgesamt verpackt das Unternehmen im Jahr rund 1.000 verschiedene Produkte. (Bild: Ulmer Schokoladen)

Investition hat sich ausgezahlt
Insbesondere filigrane Schokodekors, wie Raspeln, Tropfen oder die klassische Ulmer Borke benötigen eine Verpackungslösung, die die empfindlichen Produkte schonend verarbeitet. Zur Verpackung seines Dekors setzt das Unternehmen seit vielen Jahren auf eine Bag-in-Box-Linie inklusive Sammelpacker von Bosch. Damit füllt das Unternehmen 25 bis 150 g Schokodekor in Seitenfaltbeutel oder Flachbeutel, verpackt diese dann in Faltschachteln und anschließend in einen Tray mit Stülper. Nach mehr als 20 Jahren Laufzeit und etwa 200 Mio. Verpackungen war es an der Zeit, einige Maschinen der Linie auszutauschen. „Der Lebenszyklus unserer bestehenden Linie neigte sich dem Ende entgegen. Deshalb beschlossen wir, sie frühzeitig zu modernisieren“, berichtet

Justus Ulmer, Junior-Geschäftsführer von Ulmer Schokoladen. Um die Schokolade direkt nach der Herstellung schnell an den Kunden zu liefern, setzt der Hersteller auf eine Just-in-time-Produktion ohne lange Lagerzeiten. „Zur schnellen und flexiblen Produktion benötigen wir daher hochwertiges und zuverlässiges Equipment mit kurzen Umrüstzeiten“, so Ulmer weiter. Damit die Stillstandszeiten während des Austauschs möglichst gering ausfallen, beschloss der Betreiber zunächst mit der Kartoniermaschine zu beginnen und später Schritt für Schritt die gesamte Produktionsstraße zu erneuern. „Vor 20 Jahren waren sich unsere Techniker schnell einig, dass sie Bosch-Maschinen einsetzen möchten“, erinnert sich Senior-Geschäftsführer Michael Ulmer. „Diese Investition hat sich rückblickend ausgezahlt. Die Vorgängeranlage hat viele Jahre lang gute Dienste geleistet. Deshalb fiel unsere Entscheidung auch dieses Mal wieder auf Bosch.“ Die bestehende Maschine wurde durch eine dem aktuellen Stand der Technik entsprechende horizontale Kartoniermaschine CUK 2060 mit zwei Beutelzuführungen ersetzt.

Der Stufenableger übergibt die Packungen an die Packgutkette der Kartoniermaschine.

Der Stufenableger übergibt die Packungen an die Packgutkette der Kartoniermaschine.

Gesamtlinie aus einer Hand
Die kontinuierlich arbeitende Kartoniermaschine mit mechanischem Antrieb ermöglicht genau wie die Vorgängerversion eine sichere Packgutzuführung und einen schonenden Transport der Faltschachteln. Hinzu kamen ein Stufenableger und ein GUK-Prospekt-Falzapparat. Mit seiner umfangreichen Linienkompetenz ergänzte der Maschinenbauer ebenso eine Kontrollwaage KWE 4000 mit Laschenkontrolle sowie eine nachgeschaltete Elematic Wrap-around Sammelpackmaschine. Die Herausforderung bestand darin, die zwei bestehenden Bosch SVB Schlauchbeutelmaschinen in die Linie zu integrieren und gleichzeitig den vorgegebenen Platz ideal zu nutzen. Um alle Maschinen mit passenden Schnittstellen zusammenzufügen, erarbeiteten die Experten des Lösungsanbieters ein einheitliches Linienkonzept. In einem engen Erfahrungsaustausch mit den Kollegen von Ulmer flossen zahlreiche Verbesserungsvorschläge mit ein. „Wir arbeiten mit frischer Ware, die schnell verarbeitet werden muss. Da wir immer öfter kleinere Losgrößen haben, müssen Umrüstungen unkompliziert und schnell von Statten gehen, um Stillstandszeiten zu vermeiden“, kommentiert Ulmer. „Die Voraussetzung dafür waren schnell reproduzierbare Formateinstellungen.“

Der Elematic Wrap-around Sammelpacker verpackt die Schachteln in einen Tray mit Stülper.

Der Elematic Wrap-around Sammelpacker verpackt die Schachteln in einen Tray mit Stülper. (Bilder: Bosch Packaging Technology)

Flexibles Verpacken von A bis Z
Die Linie ermöglicht dem Hersteller eine hohe Flexibilität: Auf den beiden Schlauchbeutelmaschinen kann er entweder zwei unterschiedliche Produkte in Schlauchbeutel oder vom gleichen Produkt parallel zwei Beutel befüllen. Anschließend transportiert das System die Beutel zum Stufenableger, der diese über ein Beschleunigungsband durch Öffnen der Rückhalteklappen zum richtigen Zeitpunkt in die Packgutkette der Kartoniermaschine übergibt. Auf dieser lassen sich die Faltschachteln wahlweise mit einem oder zwei Beuteln sowie einem Prospekt in Form von Produktbeschreibungen oder Rezepten befüllen. Für seine Prospekte bevorzugt der Schokolanden-Produzent die aus der Pharmabranche bekannte C-Form. Auch hier hatte der Verpackungs-Spezialist das nötige Know-how parat: Aufgrund der Erfahrung aus dem Pharmabereich ließ sich die Prospektzuführung problemlos für das Unternehmen anpassen. Die vorkonfektionierten und an der Längsnaht bereits geklebten Faltschachteln entnimmt die Kartoniermaschine aus einem Magazin, richtet diese auf und befüllt sie, um sie dann an Kopf sowie Boden mit Heißleim zu verschließen. Die elektronische Bandkontrollwaage KWE prüft das Füllgewicht bis auf 50 mg genau und ermittelt Trendkurven bei Abweichungen, die auf dem HMI zu sehen sind. Insgesamt befüllt und verpackt die Anlage bis zu 160 Faltschachteln/min oder alternativ rund 80 bei der Mischung von zwei unterschiedlichen Beuteln pro Schachtel. Die verpackten Schachteln bündelt die Linie an ihrem Ende mit dem Elematic Wrap-around Sammelpacker und verpackt sie anschließend verkaufsfertig in einen Tray mit Stülper. So vereint die Bag-in-Box-Linie Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackung zu einem nahtlosen Gesamtprozess.

Zusammenarbeit: geht weiter
„Mit Bosch hatten wir immer einen verlässlichen Partner an unserer Seite, wann immer Herausforderungen aufgetreten sind“, resümiert Michael Ulmer. „Als wir vor 20 Jahren die Anlage in Betrieb nahmen, schmolzen zunächst unsere dünnen Schokoladenflocken beim Verpacken im Schlauchbeutel an der Schweißnaht. Bosch entwickelte mit uns gemeinsam eine Lösung. Durch ein doppelwandiges Rohr mit Wasser- anstatt Luftkühlung ließ sich das Problem schnell meistern.“ Noch heute profitiert das Unternehmen vom Know-how und der Erfahrung von damals. Und die gemeinsame Arbeit an der Bag-in-Box-Linie geht weiter. Als nächstes ist der Austausch der Schlauchbeutelmaschinen geplant. So ist das Familienunternehmen bestens gerüstet, um rund 1.000 verschiedene Produkte pro Jahr qualitativ hochwertig zu verpacken.

Fachpack 2016, Halle 3A – 337

Hier finden Sie einen Link zum Lösungsanbieter.

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