Zur einfachen Bedienung der neuen Kapselfüllmaschine trägt auch die Konstruktion mit den nach allen Seiten zu öffnenden Fensterklappen bei. (Bild: Fette)

Zur einfachen Bedienung der neuen Kapselfüllmaschine trägt auch die Konstruktion mit den nach allen Seiten zu öffnenden Fensterklappen bei. (Bild: Fette)

  • Kapseln sind nach Tabletten die zweithäufigste Darreichungsform für Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel.
  • Mit der FEC40 hat Fette Compacting auf der Interphex seine erste Kapselfüllmaschine gezeigt, die bis zu 400.000 Kapseln pro Stunde produzieren kann. Der Hersteller schätzt, dass Anwender dadurch ihre Produktionskosten pro 1.000 Kapseln um bis zu 30 Prozent senken können.
  • Die Konstruktion der Maschine ist auf eine einfache Bedienung ausgelegt.

Basierend auf der Konstruktionsidee der Doppelrundläufer-Tablettenpresse zeigte Fette eine Kapselfüllmaschine, die mit 400.000 Kapseln pro Stunde mehr als doppelt so viel Ausbringung leistet, wie die bisher am Markt verfügbaren Maschinen.

Kapseln sind nach Tabletten die zweithäufigste Darreichungsform für Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel. Pro Jahr werden weltweit mehr als 400 Milliarden Hartgelatinekapseln produziert. Die Ausbringungsmenge der bisher dafür eingesetzten Maschinen betrug ca. 200.000 Kapseln pro Stunde. Mit der FEC40 hat Fette Compacting auf der Interphex seine erste Kapselfüllmaschine gezeigt, die bis zu 400.000 Kapseln pro Stunde produzieren kann.

Der Hersteller schätzt, dass Anwender dadurch ihre Produktionskosten pro 1.000 Kapseln um bis zu 30 Prozent senken können. Möglich wird diese Leistungssteigerung durch Duplex-Konzept, das der Hersteller bereits bei seinen Doppelrundläufer-Tablettenpressen nutzt. Bisher getrennte Prozessschritte bei der Kapselfüllung wurden in der neuen Maschine zusammengelegt. Die daraus resultierenden freien Stationen hat der Maschinenhersteller genutzt, um den Kapselfüllprozess zweifach in der Maschine anzuordnen und somit den Output zu verdoppeln. Da der Füllprozess vollständig den etablierten Produktionsstandards entspricht, können Anwender alle bewährten Prozessparameter für die Kapselfüllung eins zu eins übertragen und bei Bedarf weiter optimieren.

Die Stopfstempelstation lässt sich komplett ausbauen, sodass die Reinigung außerhalb der Maschine erfolgen kann. Dadurch werden Rüstzeiten minimiert. (Bild: Fette)

Die Stopfstempelstation lässt sich komplett ausbauen, sodass die Reinigung außerhalb der Maschine erfolgen kann. Dadurch werden Rüstzeiten minimiert.(Bild: Fette)

Einfacher Chargenwechsel und effiziente Wartung
Auch bei der neuen Kapselfüllmaschine hat der Hersteller das von den Tablettenpressen der FE Serie unter der Bezeichnung „Tri Easy“ bekannte Designkonzept umgesetzt. Die Idee dahinter: Nur wenn Technik in den drei Dimensionen Betrieb, Umrüstung und Wartung gleichermaßen einfach ist, kann sie effizient sein. Bei der Konstruktion hat der Maschinenhersteller den Anwender in den Mittelpunkt gestellt – die Produktion soll unabhängig von der Erfahrung und dem Qualifikationslevel der Bediener reibungslos vonstatten gehen.

Die FEC40 ist in zwei Konfigurationen erhältlich. Anwender können zwischen zwei Stopfstempel- oder bis zu vier Pelletstationen wählen. Der Wechsel der Stopfstempelstationen erfolgt mithilfe eines eigenen Ausbausystems. Dadurch ist es möglich, schnell zu wechseln – sowohl zwischen verschiedenen Dosierverfahren als auch zwischen verschiedenen Produkten oder Chargen. Das bedienerfreundliche Ausbausystem ermöglicht es, die Stationen außerhalb der Maschine zu zerlegen und zu reinigen. Dadurch verkürzen sich die üblichen Umrüst- und Reinigungszeiten erheblich. Beim Einsatz zusätzlicher vorgerüsteter Füllstationen ist die Maschine sehr schnell wieder einsatzbereit.

Die gesamte Konstruktion der Maschine ist auf eine einfache Bedienung ausgelegt. Auch bei angeschlossenem Prozess Equipment lassen sich alle Fensterklappen der Maschine vollständig öffnen. Die Kapselmagazine sind an der Mittelsäule positioniert und dadurch für den Bediener optimal erreich- und einsehbar. Der Prozessraum der Kapselfüllmaschine ist frei von Kabeln und Schläuchen sowie vom Antriebsraum getrennt. Ausformung und Materialien des kompletten Prozessinnenraums sowie der Verkleidung wurden so gestaltet, dass sie leicht zu reinigen sind. Optional wird ein RFID-System angeboten, das passende Formatteile bei der Umrüstung der Maschine erkennt.

Das Bedienkonzept folgt dem der Tabletten- pressen der FE-Serie. Alle Rezepte inklusive der Prozessparameter sind in der Datenbank der Maschine gespeichert. (Bild: Fette)

Das Bedienkonzept folgt dem der Tabletten-pressen der FE-Serie. Alle Rezepte inklusive derProzessparameter sind in der Datenbank der Maschine gespeichert.(Bild: Fette)

Intuitive Bedienung über ein neu entwickeltes Human-Machine-Interface
Die FEC40 wird über ein neu entwickeltes Human-Machine-Interface (HMI) mit einem 19“ Touchscreen und einer integrierten Tastatur gesteuert. Die grafische Benutzeroberfläche bietet dem Bediener einen vollständigen Überblick über die relevanten Prozess- und Qualitätsparameter der Maschine sowie des angeschlossenen Prozess-Equipments. Das grundsätzliche Bedienkonzept folgt der von den Tablettenpressen der FE Serie bekannten Logik. Alle Rezepte inklusive der Prozessparameter sind in der Datenbank der Maschine gespeichert und können jederzeit aufgerufen werden. Ein Rezeptcheck prüft die Eingaben automatisch auf Konsistenz. Während der Produktion werden sämtliche Füllstände der Kapsel- und Produktbehälter kontinuierlich gemessen und in der Steuerung verarbeitet. Entsprechende Bedienerhinweise werden auf dem HMI visualisiert. Außerdem werden alle Batches lückenlos überwacht, protokolliert und gespeichert.

Zusätzlich bietet das Bedienterminal ein umfangreiches Rechtemanagement, das dem Anwender ermöglicht, bestimmte Funktionen den unterschiedlichen Bedienergruppen zuzuordnen. Ebenso ist es möglich, anhand der hinterlegten Ereignisprotokolle die einzelnen Produktionsschritte gezielt auszuwerten und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Um dem Bediener die Umrüstung und Wartung zu erleichtern, ist im HMI eine interaktive Bedienungsanleitung hinterlegt. Darin sind alle notwendigen Arbeitsschritte visualisiert. Anwender können zudem eigene Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures, SOP) hinterlegen. Außerdem ist die FEC40 so konfiguriert, dass sie an das Service Portal des Maschinenherstellers angebunden werden kann. [as]

 

Interview mit Olaf J. Müller und Jan-Eric Kruse, Fette Compacting

„Zweites Standbein“

Olaf J. Müller ist Geschäftsführer von Fette Compacting „Wir docken mit der neuen Kapselfüllmaschine an das starke Gerüst unseres Kerngeschäfts an und schaffen gleichzeitig ein zweites Standbein.“

Olaf J. Müller ist Geschäftsführer von Fette Compacting„Wir docken mit der neuen Kapselfüllmaschine an das starke Gerüst unseres Kerngeschäfts an und schaffen gleichzeitig ein zweites Standbein.“

Jan-Eric Kruse ist Geschäftsführer von Fette Engineering „Im Segment der Nahrungsergänzungsmittel gehen wir bei Kapseln von einem Marktwachstum zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr aus.“

Jan-Eric Kruse ist Geschäftsführer von Fette Engineering„Im Segment der Nahrungsergänzungsmittel gehen wir bei Kapseln von einem Marktwachstum zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr aus.“

P+F: Sie schätzen, dass der Weltmarkt für Hartgelatinekapseln bei 400 Mrd. Stück pro Jahr liegt. Das ist bei der Ausbringung Ihrer neuen Kapselfüllmaschine eigentlich mit wenigen Hundert Maschinen zu machen. Welche Erwartungen haben Sie an die Entwicklung dieses Marktes?
Müller: Der Markt wächst jedes Jahr um vier bis fünf Prozent. Der Pharmamarkt dafür ist insbesondere in den USA riesig – deshalb sind wir mit der Präsentation auch in die USA gegangen. Aber auch in Europa wird der Markt für Hartgelatinekapseln deutlich wachsen. In Summe glauben wir, dass das künftig auch deutlich mehr als vier bis fünf Prozent sein können. Und zu Ihrer Schätzung: Die wenigsten Maschinen laufen rund um die Uhr. Wir sehen unseren Markt vor allem dort, wo hohe Ausbringungsleistungen gefordert werden.

P+F: Neben dem Arzneimittesektor werden vor allem auch Nahrungsergänzungsmittel immer häufiger verkapselt. Wie schätzen Sie diesen Markt ein?
Kruse: Das stimmt allerdings. Hier rechnen wir mit einem noch größeren Wachstum – wir gehen von Zuwächsen zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr aus. In den USA nehmen Konsumenten teilweise schon 16 Tabletten und Kapseln zum Frühstück ein. Für uns in Europa sind das unvorstellbare Mengen, aber auch in Deutschland wird das zunehmen.
Müller: Das kann ich nur unterstreichen. Fette Compacting legt beispielsweise seit drei Jahren einen starken Fokus auf Südamerika. Das was wir derzeit in den USA beobachten, wird in wenigen Jahren auch in Südamerika geschehen – auch dort werden Nahrungsergänzungsmittel mehr und mehr Bestandteil der täglichen Ernährung.

P+F: Wo sehen Sie die wichtigsten Synergien zwischen Ihrem Geschäft mit Tablettenpressen und dem mit Kapselfüllmaschinen?
Müller: Zunächst einmal glauben wir, dass wir einen sehr guten Marktzugang haben. Nicht zuletzt deshalb, weil die Produzenten, die Tablettenpressen betreiben, meist auch mit Kapselfüllmaschinen produzieren. Wir haben es hier mit denselben Ansprechpartnern zu tun. Außerdem können wir für die Schulung der Bediener unsere bestehenden Academy- Strukturen nutzen, und auch für den Vertrieb und den Service brauchen wir keine neue Organisation schaffen, sondern nutzen das Netz, das wir für die Tablettenpressen aufgebaut haben. Wir docken also an das starke Gerüst unseres Kerngeschäfts an und schaffen gleichzeitig ein zweites Standbein.

P+F: Bei der Entwicklung der Kapselfüllmaschine haben Sie ebenfalls Anleihen von den Tablettenpressen genommen. Worin bestehen hier die Synergien?
Kruse: Ein großes Feld ist das ganze Thema HMI – die Bedienung der Maschine. Das Bedienterminal hat starke Ähnlichkeiten mit dem für Tablettenpressen. Ein Bediener, der unsere Tablettenpressen nutzt, wird sich auch bei der neuen Kapselfüllmaschine sehr schnell zurechtfinden. Auch das Duplex-Konzept sowie die aufahrbare Stopfstempelstation haben wir von den Doppelrundläufer-Tablettenpressen übernommen. Dazu kommen Synergien bei der Automatisierung und bei den verwendeten Komponenten.

P+F: Fette gehört zur Excellence United, in der auch das Unternehmen Harro Höfliger Kapselfüllmaschinen anbietet. Kommt es nun zu einer Wettbewerbssituation innerhalb der ExU?
Müller: Nein – wir haben überhaupt keine Wettbewerbssituation in der Excellence United.
Harro Höfliger ist bei der Kapselbefüllung für maßgeschneiderte Spezialmaschinen bekannt. Wir adressieren mit dieser Maschine einen völlig anderen Markt, als das was Harro Höfliger abdeckt.
Kruse: Wir fokussieren rein auf die Stopfstempelstation und die Dosierung von Pellets – von fünf möglichen Dosiersystem deckt Fette Compacting nur zwei ab, während Harro Höfliger weiterhin mit sehr spezialisierten Sonderlösungen alle Lösungen abdeckt. Höfliger deckt die spezialisierten Einzelanwendungen ab, während wir den Markt für Pharmazeutika mit großen Leistungen und hoher Effizienz adressieren.

P+F: Sehen Sie noch weitere Synergien mit Harro Höfliger?
Müller: Nicht speziell wegen dieser Maschine, aber innerhalb der Excellence United haben wir bereits an verschiedensten Stellen auf der Welt Vertriebsorganisationen zusammengeführt und nutzen Ressourcen gemeinsam. Außerdem verdeutlichen wir durch unsere gemeinsamem Messeauftritte die Leistungsfähigkeit der Allianz als Ganzes. Ein Beispiel dafür ist auch dieses Projekt. Die FEC 40 ist keine Excellence United-Maschine, aber sie ist ein Beispiel dafür, was die Excellence United in der Zukunft auch bei der Produktentwicklung an positiven Impulsen abliefern kann.

P+ F: Welche Aspekte sind auf der Interphex in New York vom Publikum besonders interessiert aufgenommen worden?
Kruse: Zum einen die ausbaubare Stopfstempelstation, aber auch das Thema HMI kam sehr gut an – und natürlich das Thema Ausbringung. Gerade in Amerika hat man große Batches – da ist es schon wichtig, dass die Leistung nicht nur homöopathisch gesteigert wurde, sondern ein richtiger Leistungssprung erreicht wurde – mehr Output bei gleichem Platzbedarf.
Müller: Außerdem haben bei der Maschine einen Design-Akzent gesetzt, was beim Messepublikum sehr gut angekommen ist. Und noch in anderer Hinsicht sind unsere Erwartungen deutlich übetroffen worden: Wir sind kurz davor, bereits den ersten Auftrag für die neue Maschine zu zeichnen. Das ist absolut keine Selbstverständlichkeit für einen Newcomer in diesem Geschäft – schließlich gibt es sehr starke Wettbewerber. Es übertrifft unsere Erwartungen deutlich, dass uns die Kunden sofort so viel Vertrauen schenken und wir hier gleich einen Auftrag platzieren können.

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