Hygiene und Anlagensicherheit im Einklang

Auswahlkriterien für den richtigen Explosionsschutz-Partner

Anzeige
2_Löschmittel zur Explosionsunterdrückung

Löschmittel zur Explosionsunterdrückung: Die strikten Hygienevorgaben der Lebensmittelindustrie gelten auch im Explosionsschutz.

Der richtige Partner kann auch nein sagen

Als Erstes sollte ein Explosionsschutzanbieter klar kommunizieren, wo die Grenzen seines Lösungsportfolios liegen – sowohl in Bezug auf die technischen Details der Komponenten als auch auf ihre Anwendbarkeit in kundenspezifischen Prozessen und unter den konkreten Gegebenheiten vor Ort.

Der beste Explosionsschutzanbieter ist nicht derjenige, der pauschale Forderungen des Kunden bedenkenlos akzeptiert, sondern derjenige, der die Einsatzbedingungen exakt evaluiert und weiß, wann eine Technologie an ihre Grenzen stößt und wann sich eine Anlage auch mit weniger Aufwand schützen lässt. Beispielsweise sind die Hygieneanforderungen in der Regel geringer, wenn in einem Prozessabschnitt nur noch nicht mehr verwendbare Stoffe gesammelt oder Reststoffe ausgeschleust werden. Derweil sind die Anforderungen im eigentlichen Fertigungsprozess mit Kontakt zum Endprodukt um ein Vielfaches höher.

Offenlegen von Zertifikaten und Referenzen

Die Atex-Richtlinien legen die Regeln für das Inverkehrbringen von Geräten, Komponenten und Schutzsystemen fest, die in explosionsgefährdeten Bereichen, wie sie in den meisten Produktionsstätten in der Lebensmittelindustrie vorhanden sind, eingesetzt werden. Hersteller müssen ihre Produkte unter vorgegebenen Testbedingungen prüfen, um die Atex-Zertifizierung zu erhalten. Diese Zertifikate müssen dem Kunden nicht im Detail vorgezeigt werden – meist genügt es, dem Produkt eine Konformitätserklärung beizulegen. Diese bestätigt lediglich, dass die Testbedingungen denen der Atex-Richtlinien entsprechen.

Die wahre Qualität eines Herstellers erkennt man jedoch daran, dass er Originalzertifikate vorlegt und deutlich macht, wie sie zustande gekommen sind: Welche Tests wurden durchgeführt? Welche besonderen Be-dingungen sind laut Punkt 17 in der EG-Baumusterprüfbescheinigung zu beachten? Wurde nur das Mindestmaß geprüft oder gingen die Tests in die Tiefe? Das Offenlegen von namhaften und aussagekräftigen Referenzen in der Lebensmittelindustrie sowie die dadurch zum Ausdruck gebrachte Transparenz sind ein starker Beweis für die Qualität eines Anbieters.

Langjährige Branchenkenntnis

Verunreinigte Produkte führen in der Regel zu teuren Rückrufaktionen. Diesen Zusammenhang gilt es auch dann zu beachten, wenn ein Explosionsschutzsystem in den Prozess integriert werden soll. Dazu gehört das Verwenden lebensmittelzertifizierter Werkstoffe. Die Krux: Viele Standardprodukte, die in der Industrie eingesetzt werden, bestehen aus nicht geeigneten Werkstoffen, beispielsweise aus handelsüblichem C-Stahl. Beispiele für Edelstähle, die die Anforderungen für einen Einsatz in der Lebensmittelindustrie erfüllen, sind die Werkstoffe 1.4404 und 1.4435. Zu den geeigneten Kunststoffen zählen Materialien wie Silikon, EPDM oder PTFE, insofern sie eine Lebensmittelzertifizierung besitzen oder mit Normen und Verordnungen wie EG/1935/2004 und EU/10/2011 konform sind.

Heftausgabe: März 2019
Seite:
Anzeige

Über den Autor

Matthias Welsch, Key Account Manager Europe, IEP Technologies
Loader-Icon