Die Reinigung aus der Hand geben

Automatische Reinigungsanlagen für eine GMP-konforme Produktion

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25.10.2019 Pharmazeutische Betriebe müssen hohen Anforderungen an einen durchgängig GMP-konformen Produktionsprozess erfüllen. Wenn Produktionsmaschinen, Zubehör oder Behälter mit der Hand gereinigt werden, fällt dies schwer.

Entscheider-Facts

  • Die Pharmazeutische Industrie sieht sich permanent mit steigenden Qualitätsansprüchen an ihre Produktion konfrontiert. Das hat auch Auswirkungen auf die Reinigungsprozesse.
  • Insbesondere Betriebe, in denen Produktionsmaschinen, Zubehör oder Behälter noch mit der Hand gereinigt werden müssen, fällt es häufig schwer, die Anforderungen an einen durchgängig GMP-konformen Produktionsprozess zu erfüllen.
  • Die Standardisierung der Reinigung mit einer speziellen Maschine ist ein Weg, um den Waschprozess effektiver und sicherer zu gestalten.
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In einer GMP-konformen Reinigungsanlage werden alle wichtigen Prozessparameter kontrolliert und dokumentiert.
(Bilder: Alphaphoenix)

Automatische Reinigungsanlagen können hier Abhilfe schaffen.

Die Pharmazeutische Industrie sieht sich permanent mit steigenden Qualitätsansprüchen an ihre Produktion konfrontiert. Diese sind eindeutig in nationalen und internationalen Regularien festgelegt. Daher nimmt die Qualitätssicherung verbunden mit einem GMP-konformen Qualitätsmanagement-System (QM) in der pharmazeutischen Herstellung eine zentrale Rolle im Unternehmen ein – vor allem wenn das QM-System den GMP-Anforderungen entsprechen soll und somit sämtliche Aspekte der Produktion umfasst: angefangen von den verwendeten Ausgangsmaterialien, über die Räumlichkeiten bis hin zu den Fachkenntnissen und der persönlichen Hygiene des Personals.

Hersteller von pharmazeutischen Produkten sehen sich vor der Herausforderung, eine gleichbleibend hohe Qualität ihrer Erzeugnisse dauerhaft sicher zu stellen. Verbunden damit sind die Kontrolle und vor allem die detaillierte Dokumentation jedes Verarbeitungsschrittes entlang der Produktionskette. Und das schließt die Reinigung der verwendeten Geräte und Materialien ein. Ein validierter Waschprozess für Produktionsgeräte, Behälter und Maschinen gilt somit als unabdingbare Voraussetzung, um diese Qualitätsanforderungen zu erfüllen.

Betrieben, in denen Produktionsmaschinen, Zubehör oder Behälter noch mit der Hand gereinigt werden müssen, fällt es häufig schwer, die Anforderungen an einen durchgängig GMP-konformen Produktionsprozess zu erfüllen, denn Unachtsamkeit oder einfach nur menschliches Versagen können nicht nur den Reinigungsprozess selbst, sondern auch die geforderte Dokumentation beeinträchtigen. Dabei sind die Qualität der Reinigungsmedien, verschiedene Sicherheitsaspekte und nicht zuletzt der Faktor Mensch so schwer zu kontrollieren, dass ein effizienter und vor allem sicherer Reinigungsprozess mit eindeutig reproduzierbaren Ergebnissen fast unmöglich durchzuführen ist. Die Prozesse sind zudem schulungsintensiv und aufwendig.

Standardisierte Reinigung für reproduzierbare Ergebnisse

Die Standardisierung der Reinigung mit einer speziellen Maschine ist die logische Konsequenz, um den Waschprozess effektiver und sicherer zu gestalten. Durch die Automatisierung des gesamten Vorgangs erreicht der Anwender einen reproduzierbaren, dokumentierten Reinigungsprozess, der schlussendlich auch die Produktqualität und -sicherheit steigert und zu weniger Ausschuss führt. Ein Reinigungsautomat liefert aufgrund seiner Ausführung nicht nur stets die gleichen Ergebnisse, auch die Dokumentation des Reinigungsprozesses selbst erledigt die Maschine und bietet damit eine lückenlos nachvollziehbare Transparenz gegenüber Behörden und Verbrauchern.

In einer GMP-konformen Reinigungsanlage werden alle wichtigen Prozessparameter kontrolliert und dokumentiert, so dass jeder Reinigungsschritt komplett nachvollziehbar ist. So überwacht eine derartige Anlage unter anderem die Reinigungstemperatur sowie die Zeit, die für diesen Vorgang aufzuwenden ist, oder sie misst die Leitfähigkeit des Wassers bei der Schlussspülung. Mit einer GMP-konformen Reinigungsanlage hat der Betreiber die Sicherheit, dass Tag für Tag die gleiche, qualitativ hochwertige Reinigung seiner Produktionsteile erfolgt.

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Mit einem Test lässt sich überprüfen, ob alle zu reinigenden Oberflächen der Bauteile auch wirklich ausreichend mit der Spülflotte benetzt sind.

Erreichen lässt sich dies unter anderem durch eine selbstentleerende Verrohrung und Waschkabine sowie einer spalten- und totraumfreien Ausführung im produktberührenden Bereich sowie der Waschwagen. Eine derartige Konstruktion optimiert den Reinigungsprozess so, dass das gewünschte Reinigungsergebnis schneller und mit weniger Wasserverbrauch zu erreichen ist. Das GMP-konforme Anlagendesign einer Reinigungsmaschine sorgt für einen effizienten Reinigungsprozess sowie weniger Reinigungsschritte und spart somit Wasser – insbesondere ultrareines Wasser bei der Schlussspülung. Ein Beispiel hierfür ist die neu entwickelte Reinigungsanlage PW6474 von Alphaphoenix, die pro Waschschritt lediglich 32 l verbraucht. Da gerade ultra-reines Wasser wie AP oder WFI einen erheblichen Kostenfaktor darstellt, lassen sich die Kosten dadurch deutlich senken. Der geringere Wasserverbrauch hat in Verbindung mit einem hocheffizienten Trocknungssystem noch einen weiteren Vorteil: So verringert sich die komplette Prozesszeit, weil sich durch die niedrige Wassermenge auch die Zeiten für das Füllen, Heizen und Entleeren reduzieren.

Am Anfang steht die Validierung

Um eine Reinigung zu erreichen, die den GMP-Anforderungen entspricht, muss zu Beginn der gesamte Prozess in der automatischen GMP-konformen Reinigungsanlage validiert werden. Dies geschieht mithilfe von verschiedenen Testverfahren – unter anderem dem so genannten Riboflavin-Test, den Swab-Test sowie einer Probe des Wassers der Schlussspülung, die im Labor auf mögliche Rückstände getestet wird. Beim Riboflavin-Test lässt sich mithilfe einer fluoreszierenden Substanz überprüfen, ob alle zu reinigenden Oberflächen der Bauteile auch wirklich ausreichend mit der Spülflotte benetzt sind. Unter den jeweils gewählten Bedingungen von Reinigungselementen, Reinigungsprozess und der Konstruktion des Bauteils wird kontrolliert, ob sich die Testlösung durch das Reinigungsmedium vollständig entfernen lässt.

Wenn bei diesen Testverfahren die zuvor festgelegten Akzeptanzkriterien erreicht werden, lässt sich der Prozess validieren, indem die prozessrelevanten Parameter festgelegt werden. Die SPS-gesteuerte Maschine sorgt nun für einen ständig reproduzierbaren und dokumentierten Reinigungsprozess. Pharmazeutische Betriebe, die einen validierten Reinigungsautomaten einsetzen, sind damit für die Zukunft gerüstet.

 

Heftausgabe: Pharma+Food November 2019
Michael Naumann, freier Fachjournalist für Alphaphoenix

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Michael Naumann, freier Fachjournalist für Alphaphoenix
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