Boehringer Ingelheim modernisiert Steuerung des Tanklagers

Kabelsalat ade

Um diese Ziele zu erreichen, musste die Signalebene vom Schaltraum in das Freigelände des Tanklagers verlegt werden. Die Wahl für das Übertragungssystem fiel dabei  auf  das FB-Remote-I/O-System von Pepperl+Fuchs. Die Schaltschränke des  FB-FB-Remote-I/O-Systems wurden entsprechend den Projektanforderungen gestaltet. „Das Design erfüllt die Anforderungen an die Topologie mit segmentierten Anlagenfunktionen: Dazu gehört die Anschaltung von Exe- Magnetventilen und Exi-Feldgeräten innerhalb eines Schrankes sowie zusätzliche Klemmleisten mit Rangiermöglichkeiten für die Anbindung von Sammel- und Stichkabel. Die über 20 nahezu identisch aufgebauten Schaltschränke reduzieren den Aufwand für Planung, Montage und Systemkonfiguration gegenüber dem bisherigen Installationskonzept erheblich“, erklärt Michael Angelov, Projektverantwortlicher bei Boehringer Ingelheim. Ein weiteres Argument für dieses System ist, dass durch Redundanz bei Netzteil und Gateway die  Verfügbarkeit steigt. Dazu kommt, dass dieses System bereits am Standort Ingelheim eingeführt ist und dadurch Kenntnisse beim Personal der Instandhaltung vorhanden sind.

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Die Anschaltung von Exe- Magnetventilen und Exi-Feldgeräten erfolgt innerhalb eines Schaltschrankes. Dort gibt es zusätzliche Klemmleisten mit Rangiermöglichkeiten für die Anbindung von Sammel- und Stichkabel. (Bild: Böhringer Ingelheim)

Mehr als fünf Kilometer Kabel eingespart

Installiert sind die FB-Remote-I/O-Systeme in Edelstahlgehäusen in direkter Nähe der Tanktassen und der Verladestation, in der LKW über Entnahmeeinrichtungen abgetankt werden. Bis zu vier Stationen sind hierbei zu einer Insellösung zusammengefasst, um somit genau definierte Anlagenteile abzudecken. Die Inseln in der Entnahmezone sind entsprechend der Steuerungs-Topologie definierten Tanktassen zugeordnet; eine Profibuslinie ist jeweils an eine Insel gekoppelt. Da die Ausstattung der Tanks mit Sensoren und Aktoren untereinander ähnlich ist, gibt es im Detail nur drei Layouts in der Modulbestückung des FB-Remote-I/O-Systems. Dieser Unterschied begrenzt sich durch den Typ der E/A-Module auf zwei Steckplätze. Das schaffte Synergien für die Planung, Montage und insbesondere der Systemkonfiguration und reduzierte mögliche Fehlerquellen.

Der modulare Aufbau der Einheiten macht das System sehr übersichtlich und wirkt sich dadurch positiv auf die Instandhaltung aus. Im Tanklager sind insgesamt 23 Stationen auf acht Profibuslinien verteilt, um Druck-, Temperatur- und Füllstandmessungen sowie die Steuerung von Magnetventilen und auch Stellungsregler von Armaturen aufzunehmen. Ein Profibuskabel abgehend von dem Mastersystem ersetzt dabei die vielen Sammelkabel zum Leitsystem. Dadurch wurden mehr als fünf Kilometer des am Standort typischen 50-adrigen Sammelkabel eingespart.

Die nach Vorgaben von Boehringer Ingelheim gebauten Gehäuse haben den Vorteil, dass neben der mit Modulen bestückten Backplane auch ein Klemmbereich als Verteilerstützpunkt genutzt wird. Dieser wird zur Anschaltung der Überfüllsicherungen und des Trockenlaufschutzes verwendet, da diese Sensorik als Ausnahme auch künftig mit Auswerteelektronik im Schaltraum verbunden ist.

„Somit konnte die bestehende Sensorik erhalten bleiben, ohne zusätzliche Feldverteiler einzusetzen“, erklärt Michael Angelov. „Diese Lösung ist sehr flexibel, wir können beim Ersatz der alten Sensoren des Trockenlaufschutzes künftig auf die Elektronik im Schaltraum verzichten und den Sensor direkt auf ein Modul verdrahten.“

Fazit: Die Verlegung der Signalebene in die Anlage unter Verwendung des FB-Remote-I/O-Systems in einem auf das Projekt optimal angepasstem Aufbau im Edelstahlgehäuse zeigt deutliche Vorteile im Vergleich zur bisherigen Lösung: Nur ein Feldbuskabel für jede Insel anstelle vieler Verteiler und Sammelkabel, eine hohe Verfügbarkeit durch redundante Netzteile, Exe-Feldanschlüsse für die verbauten Magnetventile sowie die Möglichkeit einer kostensparenden und schnell realisierbaren Erweiterung. Während der Umbauphase konnte durch Parallelbetrieb alter und neuer Technik die Ausfallzeit für jedes Tankmedium auf das erforderliche Maß reduziert werden. Denn beim Medienumschluss war es möglich, durch die eigenständige EMR- und PLT-Struktur die zugehörigen Messstellen selektiv von der alten auf die neue Steuerung zu wechseln.

Heftausgabe: November 2016
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Über den Autor

Sabrina Weiland ist Produkt Marketing Manager bei Pepperl+Fuchs
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