Produktion von Fleischalternativen

BASF investiert in Saatgut für die Lebensmittelindustrie

13.12.2019 Der Chemiekonzern BASF investiert in das Landwirtschafts-Startup Equinom. Das israelische Unternehmen entwickelt Saatgut, das unter anderem eine kosteneffizientere Produktion von Fleischersatzprodukten ermöglichen soll.

Das Startup will vor allem eine schnellere und effizientere Saatgutzüchtung ermöglichen – und so dabei helfen, die wachsende Nachfrage nach pflanzlichen Produkten abzudecken, die als Inhaltsstoffe, als Güter mit Clean-Label-Auszeichnung und für eine gesündere Ernährung verwendet werden.

So funktioniert die Technologie

Zu den Saatgut-Produkten gehört unter anderem Sesam mit hohem Ölgehalt. (Bild: Equinom)

Zu den Saatgut-Produkten gehört unter anderem Sesam mit besonders hohem Ölgehalt. (Bild: Equinom)

Die Technologie dazu basiert auf Bioinformatik. Ein Algorithmus analysiert die genomischen Merkmale von tausenden Pflanzen in der Datenbank, um passend zu den gewünschten Eigenschaften die ideale Kreuzung zu ermitteln. Das System wertet Millionen von möglichen Kombinationen aus und entwirft so Saatgut mit optimierten Eigenschaften, etwa im Hinblick auf den Protein-, Öl- oder Nährstoffgehalt oder Resistenzen gegen Pflanzenschädlinge.

Anschließend setzt das Unternehmen herkömmliche Zuchtmethoden zur Kreuzung der Pflanzen ein, deren genetischer Code am besten zueinander passt. Mit der Technologie und diesem Ansatz optimiert das Startup sehr gezielt bestimmte Pflanzensorten und schaffe so anwendungsorientierte Lösungen, die auf die Anforderungen der Lebensmittelerzeuger abgestimmt sind. Außerdem gelinge es so, „die Markteinführungszeiten erheblich zu verkürzen“, meint Equinom-CEO Gil Shalev.

Anwendung bei fleischloser Ernährung

Ein Beispiel für pflanzen-basierte Lebensmittelanwendungen von Equinom ist der Bereich Fleischalternativen. So will das Unternehmen Hülsenfrüchte mit hohem Proteingehalt am Markt einführen, darunter Sojabohnen und Erbsen. Der höhere Proteingehalt ermögliche im Vergleich zu anderen alternativen Rohstoffen eine kosteneffizientere Produktion von Fleischersatzprodukten. Die Sorten böten zudem auch Vorteile in Sachen Geschmack und Textur. Die Investition ergänze die Strategie der BASF, „Nutzpflanzen zu optimieren, sowie Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung zu fördern“, erläutert Markus Solibieda, Geschäftsführer der Venture-Capital-Gesellschaft des Chemiekonzerns. (jg)

 

Loader-Icon