Kapazitätsreserve für Arzneimittel-Herstellung

Bayer installiert 20-Tonnen-Fermenter in Wuppertal

21.11.2019 Der Pharmakonzern Bayer hat in seinem Werk in Wuppertal einen 20 Tonnen schweren Behälter installiert. In dem 80 Kubikmeter fassenden Apparat sollen künftig Arzneiwirkstoffe mikrobiologisch produziert werden.

Der 80 m3-Fermenter wird per Kran in das Produktionsgebäude abgesenkt. (Bild: Bayer)

Der 80-m3-Fermenter wird per Kran in das Produktionsgebäude abgesenkt. (Bild: Bayer)

In einer spektakulären Aktion wurde der 15 m hohe Fermenter aus Edelstahl mit zwei Kränen in den Bayer-Produktionsbetrieb gehoben. „Mit dem neuen Fermenter schaffen wir eine Kapazitätsreserve zur Herstellung von Acarbose als Wirkstoff für Menschen mit Diabetes. Die Flexibilisierung trägt maßgeblich dazu bei, in einem wichtigen Markt weiter wettbewerbsfähig zu bleiben und die steigende weltweite Nachfrage zu befriedigen“, betont Dr. Holger Weintritt, Leiter des Standorts Wuppertal. Acarbose wird mit Hilfe spezifischer Bakterien in einem mikrobiologischen Produktionsverfahren in Fermentern unter Ausschluss von Keimen hergestellt. Das Unternehmen produziert den Wirkstoff Acarbose seit 1990 in Wuppertal.

Dach für die Maßnahme abgedeckt

Um den Behälter passgenau einzusetzen waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Das Investitionsprojekt wird von Clemens Walde geleitet und mit dem Team musste das Baufeld freigeräumt, einige Apparate demontiert, der Stahlbau verstärkt und Rohrleitungen gelegt werden. Hierfür nutzten die Fachleute einen geplanten Revisionsstillstand. Nicht zu vergessen: „Wir mussten das auf dem Dach befindliche Bayer-Kreuz demontieren um das Betriebsdach zu öffnen. Dies ermöglicht es den 80.000 Liter fassenden Behälter von oben hineinzuhieven“, erklärt Dipl.-Ing. Volker Klotzki, Leiter Ingenieurabteilung Wuppertal.

Der 80-m3-Fermenter mit einem Gewicht von 20 t wird im Gebäude positioniert. (Bild: Bayer)

Der 80-m3-Fermenter mit einem Gewicht von 20 t wird im Gebäude positioniert. (Bild: Bayer)

Für den reibungslosen Verlauf sorgten vor allem die Mitarbeiter mit ihrer umfangreichen Erfahrung. „Zudem war die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Beschäftigten von Engineering und der Produktion ein wichtiger Erfolgsgarant. Bei den Arbeiten gehen wir von der Planung bis zur Inbetriebnahme nach einem exakten Schema vor: Für 100prozentige Sicherheit“, sagt Bereichsingenieur Stefan Rohde.

In den nächsten Monaten wird die Verrohrung am neuen Bioreaktor montiert und die Software installiert. Anschließend erfolgen umfangreiche Qualifizierungs- und Testläufe. Mit der Produktherstellung aus der neuen Anlage wird im Herbst des nächsten Jahres gerechnet.

(as)

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