Übernahme von Biotech-Firma

Bayer stärkt Pharma-Geschäft mit Zukauf

12.08.2020 Mit dem Kauf der britischen Biotech-Firma Kandy Therapeutics erhält Bayer Zugriff auf einen vielversprechenden Wirkstoff. Das potenzielle Medikament gegen menopausale Probleme von Frauen könnte weltweit mehr als eine Milliarde Umsatz einfahren.

Bayer zahlt 425 Mio. Dollar im Voraus, Kandy kann außerdem bis zur Markteinführung Meilenstein-Zahlungen bis 450 Mio. Dollar erhalten. Weitere Meilenstein-Zahlungen sind an den späteren Umsatz des Medikaments gekoppelt.Die Transaktion soll bis September 2020 abgeschlossen sein.

Bei dem Wirkstoff handelt es sich um eine neuartige, hormonfreie Therapie gegen Symptome wie Hitzewallungen und Nachtschweiß, die bei Frauen in den Wechseljahren auftreten können. Das Mittel hat in klinischen Studien bereits positive Ergebnisse erzielt, berichtet das Unternehmen. 2021 soll er in die letzte klinische Phase eintreten. “Mit dieser Akquisition wird Bayer sein Entwicklungsportfolio im Bereich Frauengesundheit um eine mögliche, neuartige, nicht-hormonelle, orale Behandlungsoption für Frauen in der Menopause ergänzen”, erklärte Pharmachef Stefan Oelrich.

Pipeline gegen Patentverfall

“Eine solche Innovation eines hormonfreien Ansatzes hat erhebliches Umsatzpotenzial”, sagte Oelrich der Agentur Reuters mit Blick auf den Wirkstoff von Kandy. Neben dem Krebsmittel Nubeqa und dem Nierenmittel Finerenon habe Bayer damit ein weiteres Medikament mit Blockbuster-Potenzial, also der Aussicht auf einen Milliardenumsatz, in der Pipeline. Angesichts auslaufender Patente für die Blockbuster Xarelto und Eylea ist Bayer auf Neuentwicklungen und Ergänzungen im Portfolio angewiesen, um die bald wegfallenden Umsätze auszugeichen. Die Übernahme von Kandy ist die erste Maßnahme zu diesem Zweck unter der Führung von Marianne De Backer, die 2019 von Johnson&Johnson zu Bayer kam und dort nun für das Wachstum der Pharmasparte verantwortlich ist. (ak)

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