Gerichtsprozess in den USA

Bayer: Weiterer Rückschlag im Glyphosat-Streit

20.03.2019 Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer hat einen weiteren schweren Rückschlag im Streit um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erlitten. Die Geschworenen in einem richtungsweisenden Gerichtsprozess befanden, dass das glyphosathaltige Monsanto-Produkt Roundup als „erheblicher Faktor“ zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen habe.

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Bayer musste in den USA eine weitere Niederlage vor Gericht einstecken. (Bild: vege – Fotolia)

Bayer musste in den USA eine weitere Niederlage vor Gericht einstecken. (Bild: vege – Fotolia)

Bereits im August 2018 hatte Bayer einen gerichtlichen Glyphosat-Streit in den USA verloren und wurde zu Schadensersatz verurteilt. Der neue Prozess in San Francisco ist von besonderer Bedeutung, da es sich um einen sogenannten Bellwether-Fall handelt, der als Musterfall richtungsweisend für spätere Prozesse sein könnte. Die Entscheidung der Jury beschließt die erste Phase des Prozesses. In der zweiten Phase soll es nun darum gehen, ob die Bayer-Tochter Monsanto über eventuelle Risiken hinweggetäuscht hat und wie hoch der Schadensersatz ist, den das Unternehmen gegebenenfalls zu leisten hätte.

Bayer enttäuscht, Anleger auch

Bayer zeigte sich un einer Stellungnahme am Dienstag enttäuscht über die Entscheidung der Jury in San Francisco. Das Unternehmen sei weiterhin fest davon überzeugt, dass die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigten, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursache und Roundup damit nicht die Ursache der Erkrankung des Klägers sein könne. Bayer sei daher „zuversichtlich“, dass Monsanto in der zweiten Phase des Prozesses nicht haftbar gemacht werde. Weniger zuversichtlich zeigten sich die Aktionäre von Bayer: Das Papier des Unternehmens am Mittwochmorgen um 12 % nach. (jg)

 

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