Irreführende Werbung

Bayer zahlt knapp 40 Mio. Dollar in Glyphosat-Vergleich

01.04.2020 In einem Streit um irreführende Werbung für den Glyphosat-basierten Unkrautvernichter Roundup hat der Bayer-Konzern einer Vergleichszahlung von 39,5 Mio. US-Dollar zugestimmt.

Im Rahmen der außergerichtlichen Einigung muss Bayer neben der Zahlung auch den Text auf Roundup-Etiketten ändern. Dort hatte bislang gestanden, dass Glyphosat ausschließlich ein pflanzliches Enzym beeinflusst. Nach Ansicht der Kläger vor einem Gericht in Kansas City, Missouri, ist dieser Hinweis nicht ausreichend, da der Wirkstoff auch ein Enzym im menschlichen, beziehungsweise tierischen Stoffwechsel attackieren könne.

Vergleiche bis 12 Milliarden Dollar

Mit der Zahlung von knapp 40 Mio. Dollar kommt Bayer noch vergleichsweise günstig davon: Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 muss Bayer sich mit zahlreichen Altlasten des Saatgut-Anbieters auseinandersetzen. Insgesamt sind über 48.000 Klagen anhängig, die Kläger machen Glyphosat für Krebserkrankungen verantwortlich. Monsanto und Rechtsnachfolger Bayer sollen nicht ausreichend über Risiken und sicheren Umgang mit dem Unkrautvernichtungsmittel informiert haben. Der Konzern streitet diese Verantwortung ab.

In drei Urteilen aus solchen Prozessen ist Bayer bereits zu Strafen von insgesamt 191 Mio. US-Dollar verurteilt worden, Berufungsverfahren sind noch offen. Weitere Verurteilungen versucht der Konzern derzeit durch Vergleichsverhandlungen zu vermeiden. Analysten der Agentur Bloomberg schätzen, die ausstehenden Verfahren könnten Bayer auch mit Vergleichen rund 10 bis 12 Mrd. Dollar kosten. (ak)

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