Mehr Ausstoß, mehr Geschmacksvielfalt

Bierzentrifuge für Craft-Brauer

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04.11.2019 Kleinere Brauereien mit häufig wechselndem Sortiment sind auf flexible und effiziente Prouktionsprozesse angewiesen. Auf die Bedürfnisse abgestimmte Zentrifugen-Technologie leistet einen großen Beitrag dazu.

Entscheider-Facts

  • Eine Craft-Brauerei benötigte eine Zentrifuge zum Klären verschiedener Biersorten.
  • Die installierte Lösung ermöglicht höhere Rückgewinnung aus jedem Brauvorgang auch bei anspruchsvollen Anwendungen und bietet die notwendige Flexibilität bei häufigen Produktwechseln.
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Die dänische Craft-Brauerei Amager Bryghus entwickelt ständig neue Premiumbiere und Ale-sorten. (Bilder: Alfa Laval)

Die dänische Privatbrauerei Amager Bryghus ist spezialisiert auf Craft Beer. In den vergangenen Jahren schaffte es das Brauhaus aus der Nähe von Kopenhagen stets in das Ranking der Top 100 Brauereien weltweit. Bemerkenswert ist das vor allem, weil das Unternehmen erst 2007 gegründet wurde. Damals hatten zwei befreundete Craft Beer-Enthusiasten ihr Hobby zum Beruf gemacht, Morten Valentin Lundsbak und Jacob Storm, die heute als Geschäftsführer und Chefbrauer fungieren.

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Morten Valentin Lundsbak ist Geschäftsführer von Amager Bryghus. Der kompakte Klärseparator Brew 80 ermöglicht der Brauerei mehr Ausstoß und mehr Geschmacksvielfalt.

Mehr Bier aus jedem Brauvorgang

Das Erfolgsrezept der dänischen Brauerei ist die ständige Entwicklung von Premiumbieren und Alesorten von unverwechselbarem Geschmack, die in mehr als 20 Länder exportiert werden. Um die steigende Nachfrage befriedigen zu können, hat das Brauhaus seine Produktionskapazitäten schon mehrfach erweitert. Heute nutzt die Brauerei 12 Einzel- und 12 Doppel-Gärtanks mit einem maximalen Volumen von jeweils 12 hl.

Zentrifugale Brau-Separatoren werden normalerweise verwendet, um Restbestandteile von Hefe, Hopfen und Geschmacksstoffen aus dem Bier zu filtern. Im Vergleich zu Absetztanks ist das die schnellere und wirtschaftlichere Lösung. Die Bierzentrifugen von Alfa Laval haben sich weltweit im Einsatz bewährt, die dänische Brauerei installierte daher den Separator Brew 80. Das kompakte und auf einem Rahmen vormontierte Hochleistungsmodul wird zur Klärung der hopfengestopften Biere genutzt, die rund 80 % des Produktionsvolumens ausmachen. Dieser kalte Zentrifugationsprozess erzielt Biere von konstant hoher Qualität.

Zugleich stieg der Ausstoß signifikant an, weil sich mehr Bier aus den Gärbehältern zurückgewinnen lässt. Amager Bryghus gewinnt jetzt 6 bis 10 % mehr Bier aus jedem Brauvorgang, was bedeutet, dass sich die Bierzentrifuge in einer Zeitspanne von 24 bis 30 Monaten amortisiert haben wird.

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Die Zentrifuge Brew 80 ist ein multifunktionaler und einfach zu bedienender Klärseparator für kleine Spezialbrauereien.Bilder: Alfa Laval

Keine Grenzen für Geschmacksexperimente

Die Leistungssteigerung ist für die Bierliebhaber von Amager Bryghus nicht der einzige Vorteil der Zentrifuge. Eine Stärke der dänischen Craft-Brauer ist das Experimentieren mit völlig neuartigen Aromen, die bei Mainstream-Bieren nur schwer vorstellbar sind. „Die Brew 80 erlaubt uns, noch kreativere und vielseitigere Geschmäcker zu realisieren“, sagt Geschäftsführer Morten Valentin Lundsbak. Dazu werden ungewöhnliche Zutaten wie gemahlener Kaffee (für die Produktion von entsprechendem Starkbier) oder großstückige Ingredienzen wie Orangenschalen oder Kirschen verwendet. Insbesondere das Kaffeepulver ist sehr schwer zu entfernen. Die Brauerei hatte zuvor ständig Probleme mit Verstopfungen, angefangen beim Fermenter bis über die gesamte Abfülllinie hinweg. „Heute erledigt die Brew 80 diese Aufgabe höchst wirksam und zuverlässig und wir müssen uns nicht mehr über verblockte Filter ärgern“, sagt Lundsbak.

Der unkonventionelle Brauansatz hat die Bierzentrifugen-Technologie vor neue Herausforderungen gestellt und den Craft-Brauern zugleich neue Wege eröffnet. Die Separation gewährleistet, dass jegliche Art von Zutat sicher extrahiert wird, bevor die Abfüllung in Flaschen erfolgt. „Dank einer einzigen Bierzentrifuge Brew 80 sind unseren Geschmacksexperimenten keine Grenzen mehr gesetzt. Die Anlage hat sich als noch vielseitiger erwiesen als wir und auch Alfa Laval es für möglich gehalten hatten“, erklärt Morten Valentin Lundsbak. Für eine Brauerei, die alle paar Monate völlig neue Biersorten anbietet, ist das ein unschätzbarer Vorteil.

Zur Technik: Separator Brew 80
Die Brew 80 ist ein einfach zu bedienender Klärseparator für kleine Spezialbrauereien mit einer Arbeitsleistung von 10–50 hl/h. Alfa
Laval liefert das Modul als komplett ausgestattete und einbaufertige Lösung. Das Gerät verfügt über eine axiale hermetische Dichtung zur Minimierung der Sauerstoffaufnahme. Weitere Attribute sind das fest definierte Entladungsvolumen und die hohe Genauigkeit beim Ablass der Feststoffmengen. Der Feststoffaustrag wird durch eine Zeitschaltuhr oder per Knopfdruck am Bedienfeld ausgelöst. Mit Fokus auf Craft-Brauer ist das Modul prädestiniert für den Bierklärprozess nach der Gärung und nach der Reifung sowie für Hellbiere.

Die besondere Geometrie der Separatortrommel ermöglicht eine sanftere Beschleunigung für scherempfindliche Agglomerate und Partikel. In Kombination mit dem Tellerzentrifugen-Design führen diese signifikanten Verbesserungen der Fluiddynamik zu maximaler Separationseffizienz und reduzieren gleichzeitig den Energieverbrauch. Die Schälscheiben-Bauweise und die hermetische Abdichtung minimieren die Sauerstoffaufnahme und verhindern den Verlust von flüchtigen Aromen oder CO2.

Der Separator und sämtliche Zusatzeinrichtungen sind auf einem Edelstahlrahmen montiert. Das Brew 80 System integriert:

  • ein Zulaufventil, das automatisch schließt, wenn die Anlage nicht im Betrieb ist
  • Sichtgläser am Ein- und Auslass
  • Probenahmeventile am Ein- und Auslass
  • einen Durchflussmesser
  • eine Druckanzeige am Auslass
  • ein Regelventil für Gegendruck-Einstellungen
  • einen Wassertank mit integrierter Pumpe für konstante Wasserversorgung
  • einen Magnetventil-Block für die Zugabe von Betriebswasser und ein Magnetventil für das automatische Spülen der Trommel
  • Haubenschalter und Vibrationssensor
  • einen Separatormotor mit variablem Frequenzantrieb (VFD)

Optional verfügbar ist ein Feststoff-Verarbeitungsmodul bestehend aus Auffangtrichter und Pumpe, das zusätzlich auf dem Rahmen montiert werden kann. Ebenso erhältlich ist eine freistehende Zuführpumpe.

 

Brau Beviale, Halle 7 – 430

Heftausgabe: November 2019
Robert Stangl, Sales Manager Food & Water, Alfa Laval Mid Europe

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Robert Stangl, Sales Manager Food & Water, Alfa Laval Mid Europe
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