Nachrüstung von „sicheren Abschaltungen“ in bestehende Prozesse

Clever zu mehr Sicherheit

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24.05.2018 Reinigungsprozesse sind in Lebensmittelanlagen heikel: Oft wird mit heißen Säuren oder Laugen gearbeitet. Um die Sicherheit der Mitarbeiter bei Reinigungsarbeiten zu erhöhen, wurden bei Danone Anlagen nachgerüstet. Dies gelang sogar ohne aufwendige Sicherheitssteuerung.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Nach der aktuell gültigen Maschinenrichtlinie müssen Maschinen und Anlagen definierte Performance-Level erfüllen, um die Bediener zu schützen.
  • Um Rohrabschnitte sicher abzuschalten, wenn z.B. beim Reinigen daran gearbeitet wird, wurden bei Danone in Ochsenfurt die Anlagensteuerungen nachgerüstet.
  • Statt einer teuren Lösung mit Sicherheitssteuerungen hat der Milchverarbeiter seine bestehenden Ventilinseln entsprechend nachgerüstet.
1 Um den Mitarbeiterschutz bei Wartungs-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten weiter zu verbessern, wurde bei Danone das Sicherheitssystem modernisiert

1: Um den Mitarbeiterschutz bei Wartungs-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten weiter zu verbessern, wurde bei Danone das Sicherheitssystem modernisiert.

In der Prozesstechnik sind die automatisierten Anlagen für einen langjährigen Betrieb ausgelegt. Die sicherheitstechnischen Anforderungen verändern sich jedoch. Die Mindestanforderungen an die Sicherheitsstandards von Maschinen und Anlagen sind heute in der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG geregelt. Demnach gilt es je nach Anlage bestimmte Performance-Level zu erfüllen, um das Leben und die Gesundheit von Personen zu schützen, z.B. wenn Arbeiten an Rohrleitungen, Ventilen, Verbindungsstücken oder ähnlichem durchgeführt werden. Neue Ventiltypen für ein sicherheitsgerichtetes Abschalten erleichtern es jetzt dem Anwender, den gewünschten Sicherheits-standard auch bei Bestandsanlagen zu erreichen. Sie lassen sich einfach nachrüsten, was Montageaufwand und Kosten im Vergleich zu den bisher üblichen Lösungen mit Profisafe-Protokoll und fehlersicheren I/O-Modulen deutlich reduziert.

Danone produziert am Standort Ochsenfurt bei Würzburg hauptsächlich Joghurt und Desserts für den deutschen Markt und für den Export in die europäischen Nachbarländer. Insbesondere die Herstellung der Marken Dany und Activia steht in Ochsenfurt im Mittelpunkt. In einer vor mehreren Jahren installierten Anlage haben sich die sicherheitstechnischen Anforderungen verändert. Um den Mitarbeiterschutz bei Wartungs-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten weiter sicherzustellen, waren Änderungen des Sicherheitskonzeptes gewünscht (Bild 2).

2 Die Abschaltfunktion ist über einen zweiten Anschluss realisiert, über den der Stromkreis der Magnetspule unterbrochen werden kann

2: Die Abschaltfunktion ist über einen zweiten Anschluss realisiert, über den der Stromkreis der Magnetspule unterbrochen werden kann.

Upgrade für die Sicherheitstechnik der CIP-Anlage

Zwar war der Sicherheitsstandard ohnehin schon recht hoch. Notausschalter wurden zum Beispiel während einer Abschaltung mit Verriegelungsmechanismen vor versehentlichem Zurücksetzen gesperrt. Außerdem ließen sich bestimmte Ventile im weitverzweigten Rohrsystem zwischen den 16 Tanks und den sechs Abfülllinien von der Steuerung über Profibus abschalten. Der Anlagenbetreiber wollte die Sicherheit für die Mitarbeiter aber weiter erhöhen. Ziel war der für diese Anwendung recht hoch angesetzte Performancelevel C. Vor allem bei Reinigungsarbeiten wollten die Verantwortlichen die hohe Sicherheit gewährleistet wissen. Schließlich fließen dabei keine Milchprodukte oder Fruchtmischungen durch die Rohre, sondern es wird mit bis zu 80 °C
heißen, säure- und laugenhaltigen Reinigungsmitteln gearbeitet. Wäre ein Rohrleitungsabschnitt, z.B. beim Reinigen der eingesetzten Siebe, nicht zuverlässig abgeschaltet oder würde eine elektrische oder mechanische Sicherheitsmaßnahme umgangen, könnten sich die Mitarbeiter durchaus schwer verletzen.

Heftausgabe: Juni 2018
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Werner Bennek ist Field Segment Manager Hygienic, Schwerpunkt Automation, bei Bürkert Fluid Control Systems

Über den Autor

Werner Bennek ist Field Segment Manager Hygienic, Schwerpunkt Automation, bei Bürkert Fluid Control Systems
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