Neue Zahlen des VCI

Deutsche Pharmabranche forscht mehr als je zuvor

22.08.2018 Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat 2017 einen Rekordbetrag in Forschung und Entwicklung investiert und wird diesen 2018 nochmal übertreffen. Bei der Verkündung der der Zahlen zeigt sich der VCI dennoch besorgt, dass der Wettbewerbsvorsprung gegenüber anderen Forschungsstandorten schmilzt.

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Nach den Berechnungen des VCI werden die Forschungsausgaben der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland 2018 zum achten Mal in Folge steigen. (Bild: VCI)

Nach den Berechnungen des VCI werden die Forschungsausgaben der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland 2018 zum achten Mal in Folge steigen. (Bild: VCI)

Die Forschungsbudgets der Chemie- und Pharmaunternehmen in Deutschland wuchs nach den Berechnungen des VCI 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 10,8 Mrd. Euro. Für 2018 geht der Verband davon aus, dass die Branche erstmals den Wert von 11 Mrd. Euro übertreffen wird. Dies wäre die achte Steigerung in Folge. Neben höheren Budgets tragen laut VCI auch die gestiegenen Rechenleistungen sowie künstliche Intelligenz zu einer größeren Innovationsfähigkeit bei.

Pharma im Branchenvergleich vorne

Die Innovationsorientierung der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist im Branchenvergleich besonders hoch: 63 % der Unternehmen forschen. Damit rangiert die Branche deutlich über dem Durchschnitt der gesamten deutschen Industrie von 28 %. Über 5 % ihrer Umsätze stecken die Chemie- und Pharmaunternehmen jährlich in ihre Forschung. Nur im Fahrzeugbau und in der Elektroindustrie ist der Anteil höher.

USA und Asien holen auf

Deutschland gehört zu den wenigen Industrienationen, die Forschung und Entwicklung von Unternehmen nicht steuerlich fördern. (Bild: VCI)

Deutschland gehört zu den wenigen Industrienationen, die Forschung und Entwicklung von Unternehmen nicht steuerlich fördern. (Bild: VCI)

Trotz dieser Stärken bereitet dem VCI der internationale Innovationsdruck Sorgen: „Staaten wie die USA, China und andere asiatische Länder nehmen viel Geld für die Forschung in die Hand, gestalten die Rahmenbedingungen für Innovationen günstig und verschaffen sich so Wettbewerbsvorteile“, gab Thomas Wessel, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im Verband, zu bedenken. Er fordert daher von der deutschen Politik nach internationalem Vorbild eine steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung sowie von Start-ups. Auch sollten Gesetze dahingehend überprüft werden, wie sie sich auf die Innovationskraft auswirken.

(jg)

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