Weniger Stillstand, bessere Daten, mehr Transparenz

Digitale Instandhaltung in der Produktion

Herausforderungen der Instandhaltung in der Produktion

Unternehmen, die ihre Produktionsanlagen noch ohne eine Software zur Einsatzplanung und mobilen Instandhaltung betreiben, müssen einige Herausforderungen meistern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Schlechte Datenqualität: Unternehmen ohne eine Software zur mobilen Instandhaltung in der Produktion leiden meist unter einer schlechten Datenqualität, was die Gründe, Art und Dauer der Ausfälle von Anlagen sowie deren Behebung und Auslastung der Instandhalter betrifft. Eine Dokumentation der Instandsetzung erfolgt – wenn überhaupt – meist erst später papierbasiert und ist entsprechend fehleranfällig.
  • Aufwendige und fehleranfällige Nachbearbeitung: Die manuelle Übertragung der Daten vom Papier ins ERP-System (wie zum Beispiel SAP PM) kostet viel Zeit und ist oft nicht vollständig. Wichtige Informationen können verloren gehen. So fehlt bei verbrauchtem Material ohne eine Dokumentation der Bezug zum Auftrag. Bei der jährlichen Inventur ist somit schlecht nachvollziehbar, warum bestimmte Teile häufiger verbraucht wurden als andere.
  • Fehlende Transparenz: Durch die schlechte Datenqualität über die Instandhaltung der Anlagen und die Auslastung der Instandhalter fehlt dem Management die Basis für eine korrekte Bewertung der aktuellen Situation und eine bedarfsgerechte, zukünftige Planung. Meist fehlen auch Informationen über die tatsächlichen Kosten, was die einzelnen Anlagen und deren Materialverbrauch betrifft.
  • In der Pharmaindustrie spielt außerdem eine GMP-gerechte Produktion eine wesentliche Rolle. Ist aufgrund einer durch mangelnde Transparenz ausgelösten fehlerhaften Instandhaltung die Produktsicherheit nicht gewährleistet, hat dies nicht nur finanzielle und rechtliche Konsequenzen. Auch das Vertrauen der Verbraucher und damit der Ruf des Unternehmens können schweren Schaden davontragen.
  • Maschinenbezogene Planung von Wartungen: Für Wartungs-Stillstände muss sehr genau im Voraus geplant werden, wann und wie lange eine Maschine aus der Produktion genommen wird. Deswegen ist es sinnvoll, möglichst alle anstehenden Wartungen zusammenzufassen.
  • Ungewisser Ersatzteilbestand: Ein fehlendes Ersatzteil kann zu längeren Stillstandzeiten von Produktionsanlagen führen. Ein korrekter, aktueller Ersatzteilbestand ist deswegen kritisch für die Produktion. Ohne eine mobile Lösung kann es sein, dass der Instandhalter umsonst ins Lager läuft, um das passende Ersatzteil zu finden, wenn Bestände nicht aktuell gepflegt sind.
  • Korrektive Instandhaltung im Fokus: Der Großteil der Aufträge von Instandhaltern sind Instandsetzungen bei Störungen. Präventive Instandhaltungsmaßnahmen können jedoch die Anzahl der Ausfälle von Anlagen deutlich reduzieren und die Lebensdauer von Anlagen verlängern. Dies erfordert eine entsprechende Planung der Ressourcen.

Ziele der digitalen Instandhaltung in der Produktion

  • Hochtechnisierte Anlagen sollten mit modernen IT-Systemen gewartet und Instand gehalten werden, um einen maximalen Investitionsschutz zu bieten. Unternehmen, die eine Software zur Einsatzplanung und mobilen Instandhaltung in der Produktion einführen, haben meist genaue Ziele und Erwartungen. Dazu gehören neben der reinen Digitalisierung der Prozesse oft die folgenden:
  • Verbesserung der Datenqualität: Mit einer mobilen Lösung oder App können Instandhalter Daten und Informationen über die Instandhaltungsmaßnahmen der Anlagen vor Ort direkt digital inklusive Fotos erfassen. Dies verbessert die Datenqualität im Vergleich zu einer papierbasierten Erfassung, bei der Dokumente verloren gehen können, unleserlich ausgefüllt sind oder gar nicht erst erfolgen. Eine lückenlose Datenbasis, die Anzahl, Ursachen, Dauer und Maßnahmen zur Behebung von Störungen in Echtzeit dokumentiert, bietet zudem die Grundlage für Optimierungen von Instandhaltungsprozessen. Außerdem lässt sich so die Einhaltung von Richtlinien der pharmazeutischen Herstellung wie GMP und ähnlichen Regelwerken, und damit eine konstant hohe Produktqualität deutlich besser nachweisen.
  • Steigerung der Verfügbarkeit von Anlagen: Eine bessere Datenqualität führt zusammen mit präventiven und vorausschauenden Instandhaltungsmaßnahmen schließlich zu weniger Ausfällen und kürzeren Stillstandzeiten. Zudem kann dies zu einer längeren Lebensdauer der Anlagen beitragen.
  • Höhere Produktivität der Instandhalter: Über eine Software oder App erhält der Instandhalter die Aufträge direkt auf seinem mobilen Gerät, statt papierbasierte Aufträge beim Schichtleiter abzuholen. Damit erhält er alle Informationen zur Anlage auf seinem Gerät und behält diese auch im Offline-Modus. Der Ersatz von Papierdokumenten durch digitale Wartungspläne, Ersatzteillisten, Checklisten und Aufträge erleichtert und beschleunigt die Dokumentation der Wartungen und Instandsetzungen.
  • Effizienteres Ersatzteilmanagement: Durch die digitale Abbildung von Lagerbeständen in einer mobilen Lösung sehen Instandhalter auf einen Blick, ob ein Ersatzteil am Lager verfügbar ist oder können es bestellen, wenn es nicht mehr vorrätig ist. Die digitale Erfassung der Verbräuche schafft Transparenz und bietet Potenzial für Optimierungen in der Lagerwirtschaft. Zudem erspart das digitale Ersatzteilmanagement unnötige Laufwege.
    Einbindung externer Dienstleister: Auch externe Techniker können Instandsetzungs- oder Wartungsaufträge über eine Software zur zentralen Einsatzplanung erhalten und so in den Workflow eingebunden werden. Ihre Aufträge können sie dann ebenso wie die internen Kräfte mobil bearbeiten und Rückmeldungen erstellen. Die Abläufe der externen Techniker sind somit transparenter und nachvollziehbarer.
  • Reduzierung von Nachbearbeitungen: Durch die digitale Erfassung von Daten fließen die Rückmeldungen der Instandhalter zu den Aufträgen direkt in das ERP-System (SAP PM) ein und machen eine manuelle Übertragung von Papierformularen überflüssig. Dies spart Zeit und reduziert mögliche Fehlerquellen.
  • Mehr Transparenz durch zentrale Planung: Der Einsatz einer zentralen Einsatzplanungslösung verbessert die Transparenz über die Auslastung der Mitarbeiter wesentlich. Der Instandhaltungsplaner erhält Meldungen zu einer Störung entweder von einem Maschinenführer oder durch eine automatische Fehlermeldung von der Anlage selbst. Auch die fälligen Wartungen muss er rechtzeitig einplanen und auf die verfügbaren Instandhalter verteilen. Eine Software zur Einsatzplanung zeigt ihm, welche Instandhalter verfügbar sind und über die nötigen Qualifikationen verfügen. Somit kann er Wartungen und Instandsetzungen so kombinieren, dass alle Kollegen optimal ausgelastet sind und die Produktion so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.

Mit der richtigen Instandhaltungsstrategie, einer Software zur Einsatzplanung und mobilen Instandhaltung sorgen Unternehmen dafür, dass ihre hochtechnisierten Anlagen weniger stillstehen, eine längere Lebensdauer haben und die Produktivität ihrer Instandhalter deutlich steigt.

 

Heftausgabe: November 2019
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Über den Autor

Hannes Heckner, Gründer und CEO, MobileX
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