Markt

Endress+Hauser wächst um 11 Prozent

29.05.2013 Der Schweizer Messtechnik-Spezialist Endress+Hauser hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 1,694 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 11,1 % gegenüber dem Jahr 2011 mit 1,525 Mrd. Euro. Das Ebit lag im vergangenen Jahr bei 273 Mio. Euro und damit um 10,4 % höher als im Vorjahr (2011: 247 Mio. Euro).

 

Firmenchef Klaus Endress zeigte sich bei der Verkündung der Bilanzzahlen sehr zufrieden mit dem Wachstum des Konzerns: „2012 war kein leichtes Jahr.“ Einzelne Märkte seien stark im Minus gewesen, andere dagegen deutlich im Plus. „Wir haben unsere hochgesteckten Ziele nur knapp verfehlt“, berichtet Endress, der nur noch bis Ende des Jahres 2013 CEO der Firmengruppe ist. Neben der guten Geschäftsentwicklung lieferte zudem die positive Entwicklung der Wechselkurse eine Unterstützung der Geschäfte, Währungsturbulenzen gab es im vergangenen Geschäftsjahr nicht.

Global gesehen konnte der Messtechnikhersteller seine Position behaupten und vor allem in den Amerikas hohe Wachstumsraten verzeichnen. Verschiedene Investitionsvorhaben wie eine neue Produktionsstätte in Brasilien nahe São Paulo sollen dem Unternehmen in diesen vor allem in Zukunft wichtigen Märkten weitere Impulse verleihen. Verglichen mit den USA, wo E+H das dritte gute Jahr in Folge verzeichnet hat, zeigte sich jedoch beispielsweise China mit einem enttäuschenden Geschäftsverlauf. Michael Ziesemer, Stellvertretender CEO bei Endress+Hauser, bezeichnete dies nach Jahren der positiven Entwicklung als ungewohnte Erfahrung.

Kontinuierliches Wachstum durch stetigen Ausbau

Insgesamt hat die Firmengruppe in 2012 Investitionen in Höhe von 127 Mio. Euro getätigt. Der Großteil davon floss in den Ausbau der Fertigungskapazitäten, mit Schwerpunkten neben Brasilien in Deutschland und den USA. Dazu wurden die Vertriebstätigkeiten in Saudi Arabien, Abu Dhabi, dem Nahen Osten, Vietnam und Indonesien ausgebaut; in Algerien soll noch in diesem Jahr eine weitere Vertriebsgesellschaft gegründet werden.

In den einzelnen Geschäftsbereichen zeigten vor allem die Öl- und Gasbranche sowie Kraftwerke und Energie hohe Zuwächse. Auch die chemische Industrie, die Lebensmittelindustrie, Life Sciences sowie Wasser- und Abwasseraufbereitung profitierten von den Wachstumstreibern Energie, Effizienz, Ressourcen, Ernährung, Wasser und Demografie. Ebenso leistete die Übernahme der Firma Spectrasensors einen wichtigen Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung von E+H und ließ die Zahl der Mitarbeiter auf über 10.000 ansteigen.

Große Investitionen auch in 2013 geplant

Für das Jahr 2013 plant die Firma, den Umsatz um 10 % auf über 1,9 Mrd. Euro zu erhöhen. Allerdings erwartet E+H dabei sowohl beim Betriebsergebnis als auch beim Ergebnis nach Steuern einen leichten Rückgang. Dabei werden auch geplante Investitionen in Höhe von 160 Mio. Euro zu Buche schlagen, die sich unter anderem auf Forschung und Entwicklung, Personal, IT, Gebäude und Anlagen erstrecken werden.
Bei Betrachtung der derzeitigen Marktlage liege man mit den Umsätzen, berichtet der stellvertretende CEO Ziesemer, noch leicht unter Budget, mit kräftigen Zuwächsen in China jedoch bisher verhaltenem Verlauf der Geschäftsentwicklung in den USA.

CEO Klaus Endress erwartet, dass auch 2013 kein einfaches für die Firma werden wird. Am Ende des Jahres wird er in den Verwaltungsrat der Firmengruppe wechseln, dort Klaus Riemenschneider als Präsident ablösen, und die Spitze des Unternehmens für Matthias Altendorf frei machen. Dieser ist derzeit noch Geschäftsführer des E+H-Produktionszentrums in Maulburg.
„Ich werde zum ersten Januar antreten und freue mich auf die neue Aufgabe und darüber, dass mir die Familie und Klaus Endress das Vertrauen entgegen bringen“, sagt Altendorf bei der Vorstellung der Bilanz für 2012. „Besonders wichtig finde ich, dass ich mir der Verantwortung, die die Aufgabe mit sich bringt, bewusst bin.“ Auf die Frage, was er als CEO der Firma anders machen wolle, erklärt Altendorf, das sich ihm diese Frage gar nicht stelle, da im Unternehmen ohnehin immer eine langfristige Strategie verfolgt wird.

(tw)

 

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