Biotechnologie

Wacker investiert weiter in sein Biotechnologiegeschäft. (Bild: Wacker)

Im März hatte die Bundesregierung sogenannte Pandemiebereitschaftsverträge angekündigt, die dem Bund im Falle des Andauerns der Covid-19 Pandemie oder einer neuen Pandemie den Zugriff auf Produktionskapazitäten gewähren sollen. Dabei haben Wacker und Cordenpharma als Bietergemeinschaft einen Vertrag erhalten, bei den anderen Unternehmen handelt es sich um Biontech, Celonic, IDT sowie eine weitere Bietergemeinschaft aus Curevac und GSK.

Wacker und und Cordenpharma sollen sich für die Produktion von insgesamt 80 Mio. mRNA-Impfstoff-Dosen pro Jahr bereithalten. Dabei erfolgt ein Großteil der Produktionsschritte in Deutschland. Alle Produktionsschritte erfolgen innerhalb der Europäischen Union. Dafür erhalten die Unternehmen ein jährliches Bereitschaftsentgelt. Es besteht zudem die Option, dass die Bundesregierung das Volumen auf 100 Mio. Dosen pro Jahr erhöht. Die Bereitschaftsphase beginnt im Jahr 2024, nachdem die Unternehmen die nötigen Kapazitäten geschaffen haben, und endet im Jahr 2029.

Wacker errichtet mRNA-Zentrum in Halle

Um die nötigen Produktionskapazitäten zu schaffen, will Wacker den Standort Halle in ein Kompetenzzentrum für die mRNA-Produktion ausbauen. Dort unterhält das Unternehmen seit dem Jahr 2014 einen Biotech-Standort am Technologiepark Weinberg Campus. „Wir schaffen Kapazitäten für die Pandemiebereitschaft, aber auch darüber hinaus“, kündigte Susanne Leonhartsberger an, die den Geschäftsbereich Biosolutions leitet.

Der Aufbau der Kapazitäten für die Pandemiebereitschaft erfolgt im Zuge eines größeren Ausbauprojekts. „Geplant sei eine Erweiterung der Produktion um insgesamt vier Produktionslinien. Mehr als 200 neue Mitarbeiter will Wacker im Zuge der Erweiterung am Standort Halle einstellen. Im Rahmen eines Kapitalmarkttages hatte das Unternehmen Ende März bekanntgegeben, seine Investitionen in das weitere Wachstum seines Biotechnologiegeschäfts deutlich steigern zu wolle. In den nächsten Jahren will der Konzern hier mehr als 80 Mio. Euro pro Jahr investieren.

In Halle will Wacker künftig Plasmid-DNA (pDNA), einen essenziellen Ausgangsstoff für die mRNA-Produktion, herstellen. Auch der mRNA-Wirkstoff auf Basis der pDNA soll in Halle produziert werden. Zudem erfolgt die Formulierung mit Lipid-Nanopartikeln (LNP) des mRNA-Wirkstoffs hier.

Der Partner Cordenpharma stellt neben Standard-Lipiden auch wichtige, spezifische Lipide für die LNP-Formulierung her. Lipid-Nanopartikel bestehen aus speziellen Fetten, die einen Wirkstoff umschließen und so dafür sorgen, dass dieser sicher in die Körperzellen transportiert wird. Außerdem übernimmt Cordenpharma die aseptische Abfüllung und Verpackung des in Halle hergestellten und formulierten mRNA-Impfstoffes.

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Wacker Chemie AG

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