Management

Entwickeln Sie Ihre persönliche Leadership-ID

13.06.2019 Wofür stehe ich – und wofür nicht? Diese Fragen müssen Führungskräfte beantworten können, um im immer komplexeren Umfeld ihrer Unternehmen erfolgreich zu agieren. Sie benötigen eine sogenannte Leadership-ID, die ihnen als Kompass für ihr Handeln im Führungsalltag dient.

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Um langfristig erfolgreich sein, müssen Führungskräfte wissen, was Ihre Identität ausmacht. Bild:studiostoks – AdobeStock

Die Leadership-ID beschreibt Ihre ganz individuelle Kombination Ihrer Erfahrungen, Qualitäten und Talente, die Sie als Mensch und Führungskraft einzigartig und unverwechselbar macht – und auf die Sie daher einfach und natürlich zurückgreifen können, um Ihr Führungspotenzial zu entfalten. Viele Führungskräfte haben ein Bild von der idealen Führungskraft verinnerlicht und versuchen diesem zu entsprechen. Führungskräfte sind aber am wirkungsvollsten, wenn sie die „besten“ Aspekte von dem, was sie als Person ausmacht, als Grundlage für ihr Selbstverständnis und ihren Führungsstil nutzen.

Keinen falschen Idealen nacheifern

Es geht bei der Leadership-ID also darum, zu erkennen, wer Sie sind, statt (Führungs-)Idealen nachzueifern, die nicht zu Ihnen passen. Denn nur wer ein Gespür für sich als Führungskraft hat und weiß, was seine ganz persönliche Definition von Führung ist, kann langfristig als Führungskraft erfolgreich sein. Nur wenn das, was Sie tun, und das (Entwicklungs-)Ziel, das Sie hierbei haben, mit Ihrer ID übereinstimmen, sind Sie in der richtigen Rolle und verfolgen die richtige Vision. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie Ihre Rolle und Ihr Umfeld so verändern können, dass diese stärker im Einklang mit Ihrer Leadership-ID sind. Sie müssen Ihre Leadership-ID selbst aktiv entwickeln, indem Sie Ihr Leben und Ihre Erfahrungen reflektieren – und indem Sie die Werte, Stärken, Fähigkeiten, Leidenschaften identifizieren, die Ihnen Ihre bislang größten und/oder schönsten Erfolge ermöglicht haben. Dabei gilt es elf Aspekte zu bedenken:

 

Die sieben inneren Aspekte

1) Biografie – „Woher komme ich?“: Jede Führungskraft hat ihre eigene Geschichte, die sie zu der Persönlichkeit macht, die sie ist. Erfahrungen aus der Kindheit und im Elternhaus, kulturelle Prägungen, persönliche Rückschläge, Enttäuschungen und Erfolge, das soziale Umfeld und berufliche Erfahrungen – all diese Erfahrungen prägen Ihre Vorstellungen davon, was eine „gute“ Führungskraft ist und wie sie sich verhält. Machen Sie sich diese Prägungen bewusst.

2) Motive – „Was treibt mich an?“: Unsere Motive geben uns Auskunft darüber, warum wir tun, was wir tun. Haben wir zum Beispiel den Wunsch, Dinge zu gestalten? Suchen wir den Nervenkitzel? Streben wir nach Anerkennung? Jeder Mensch hat sein eigenes Set an Lebensmotiven. Wenn Sie wissen, was Sie antreibt, wissen Sie auch, wie Sie Ihre Führungsrolle gestalten sollten, um langfristig zufrieden und erfolgreich zu sein.

3) Werte – „Wofür stehe ich?“: Werte sind der innere Kompass, der uns anzeigt, ob etwas richtig oder falsch ist. Ein Motiv ohne Werte auszuleben, ist zumindest zweifelhaft. Denn: Angenommen eine Führungskraft strebt nach Macht, um Dinge gestalten zu können. Wenn dieses Motiv nicht mit einem Wert wie Fairness gekoppelt ist, kann es zu einem egozentrierten, autoritären Verhalten führen. Ist es hingegen auf einen positiven Wert gerichtet, setzt die Führungskraft ihre Gestaltungsmacht zum Wohl der Mitarbeiter und der Organisation ein. Machen Sie sich Ihre Werte bewusst, denn jede Führungskraft braucht ein klares Wertesystem, um auch in komplexen und ambivalenten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. (1/2)

Heftausgabe: Pharma+Food Juli 2019
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Über den Autor

Joachim Simon ist selbstständiger Führungskräftetrainer und -coach mit Sitz in Braunschweig
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