Bilanz und Führungswechsel

Evonik-Bilanz: Tierfutter-Zusätze drücken Umsatz

03.03.2017 Evonik hat im vergangenen Jahr seine Ergebnisprognose voll erreicht, allerdings ging der Umsatz aufgrund sinkender Preise zurück. Vor allem der Preisverfall bei Tierfutter-Zusatzstoffen setzt dem Spezialchemie-Unternehmen zu .

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Mit einem bereinigten Ebitda von 2,17 Mrd. Euro lag das Ergebnis am oberen Rand der erwarteten Bandbreite von 2,0 bis 2,2 Mrd. Euro. Die Absatzmenge konnte mit 3 % ein Wachstum verzeichnen, wegen rückläufiger Preise ging der Umsatz gleichwohl um 6 % auf 12,7 Mrd. Euro zurück. „Mit einer bereinigten Ebitda-Marge von 17 % liegen wir weiter auf einem guten Niveau“, erklärt der scheidende Evonik-Vorstandschef Klaus Engel. „Die erfolgreiche Übernahme des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products und der geplante Erwerb des Silica-Geschäfts von Huber geben unserem Wachstumskurs zusätzlichen Schub und eröffnen unserem attraktiven Portfolio weitere Perspektiven.“

Nach dem starken Vorjahr hat sich die Ertragslage 2016 normalisiert. Evonik konnte die Effekte aus der geringeren weltwirtschaftlichen Dynamik und der Preisnormalisierung bei Produkten für Tierernährung nur zum Teil kompensieren. So lag das bereinigte Ebitda 12 % unter dem herausragenden Vorjahreswert. Auch das bereinigte Konzernergebnis fiel mit 930 Mio. Euro niedriger aus als im Vorjahr. Die Finanzlage von Evonik bleibt laut eigener Aussage weiterhin solide. „Auch nach dem Zukauf des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products haben wir eine gesunde Bilanzstruktur“, kommentiert Finanzvorstand Ute Wolf.

Wachstum bei Nutrition & Care in 2017

Für das laufende Jahr erwartet Evonik in seinen Wachstumssegmenten Nutrition & Care sowie Resource Efficiency positive Ergebnisbeiträge durch die erfolgreiche Integration des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products. Zudem sollen die starken Marktpositionen, das ausgewogene Portfolio und die Konzentration auf wachstumsstarke Geschäfte weiterhin zum Erfolg beitragen. Trotz zunehmender Unsicherheiten in der geopolitischen Lage und hoher Volatilität an den Märkten erwartet der Konzern eine Steigerung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses im Jahr 2017 und rechnet mit einem bereinigten Ebitda zwischen 2,2 und 2,4 Mrd. Euro.

Führungswechsel: Kullmann beerbt Engel als Evonik-Chef

Zur Bilanz-Pressekonferenz wurde außerdem bekannt gegeben dass Christian Kullmann bereits im Mai die Nachfolge von Evonik-Vorstandschef Klaus Engel antreten wird. Der 47jährige Kullmann ist bei Evonik derzeit noch Strategievorstand und Stellvertreter von Klaus Engel (60). Engel war 2007 zur Führung der damaligen Degussa in den Evonik-Vorstand berufen worden und führt diesen seit 2009. Kullmann ist seit 14 Jahren bei Evonik beschäftigt.  Als neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender mit der Zuständigkeit für Chemie und Innovation wird zum 1. September Harald Schwager (56) zu Evonik wechseln. Schwager ist Chemiker und gehört dem Vorstand der BASF an, aus dem er im Mai ausscheiden wird.
Ralph Sven Kaufmann (51), als Chief Operating Officer verantwortlich für das operative Geschäft, wird Evonik zum 30. Juni 2017 vorzeitig, laut Evonik „im besten gegenseitigen Einvernehmen“ verlassen. Die Position des Chief Operating Officers wird im Vorstand nicht neu besetzt.

(as)

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